Einwohner Donaueschingens haben es derzeit nicht leicht. Seit Jahresbeginn beklagen sie sich über Abfuhrpannen in Serie. Abfallamt meint, es wäre ein Umgewöhnungsproblem.
Unmut und Verwunderung machen sich seit Jahresanfang breit in der Bevölkerung Donaueschingens. Stein des Anstoßes ist die Müllabfuhr, die seit der Umstellung auf eine neue Abfuhrfirma zum Jahresbeginn meist später kommt als im Abfallkalender abgedruckt. Besonders ärgerlich ist das beim Biomüll, der derzeit schnell in den Tonnen am Straßenrand festfriert.
Beim Amt für Abfallwirtschaft sieht man einen Zusammenhang zwischen den Beschwerden und der neuen Abfuhrplanung, die seit Januar gilt. Obwohl die Änderung des Abfallkalenders Ende letzten Jahres kommuniziert worden sei, werde es wohl zwei bis drei Monate dauern, bis die Kunden die geänderten Abfuhrzeiten verinnerlicht hätten, meint Dirk Hausmann, Leiter des Abfallwirtschaftsamtes.
„Um die Müllfahrzeuge gleichmäßiger auszulasten, haben wir die Abfuhrtermine für Restmüll, der alle vier und auf Wunsch alle zwei Wochen geleert wird, zum Jahresanfang umgestellt. Vorher fielen beide Termine auf denselben Tag, jetzt liegt eine Woche dazwischen“, erklärt Dirk Hausmann. Zwar habe es in den letzten Wochen Beschwerden über vermeintlich nicht beziehungsweise zu spät geleerte Restmülltonnen gegeben. Diese seien aber darauf zurückzuführen gewesen, dass den jeweiligen Kunden die neuen Abholtermine noch nicht geläufig gewesen seien.
Ganz anders sieht das beispielsweise Stefan Klöden aus Pfohren: „Ich kenne die neuen Abholtermine und stelle die Mülltonnen entsprechend raus. Sie werden praktisch nie am vorgesehenen Tag geleert, sondern meist einen Tag später“, bekräftigt er. Derartige Beobachtungen hätten auch seine Nachbarn gemacht.
Diese Erfahrungswerte teilt Markus Braunbarth überhaupt nicht: „Von derartigen Beschwerden ist uns bis auf einen Fall, in dem sich eine Hausverwaltung beim Amt für Abfallwirtschaft beklagt hatte, nichts bekannt“, betont der Geschäftsführer der Alba Schwarzwald GmbH in Dunningen. Seine Entsorgungsfirma ist seit Jahresanfang mit der Leerung der Rest- und Biomülltonnen im Landkreis Schwarzwald-Baar beauftragt.
Was allerdings, so Braunbarth, vereinzelt vorkomme, sei ein anderer Fall: „Sind Straßen für unsere Fahrzeuge nicht oder nur unter Gefahr für unsere Mitarbeiter anfahrbar, melden wir das dem Abfallwirtschaftsamt. Die Leerung wird dann verschoben und im Zuge eines so genannten Nachfahrplans innerhalb von 24 bis 48 Stunden nachgeholt. Das kommt typischerweise in Seitenstraßen von Neubaugebieten vor, in denen der Winterdienst nicht oder noch nicht verkehrt hat“, erläutert Braunbarth.
Sollte es sich bei den beanstandeten Verspätungen der Müllabfuhr tatsächlich um ein reines Umgewöhnungsproblem an teilweise neue Abfuhrtermine handeln, bleibt den Donaueschingern zunächst wohl nur eins: Den neuen Abfallkalender akribisch zu studieren und ihre Mülltonnen am kalendarisch richtigen Tag an die Straße zu stellen - und Geduld aufbringen, wenn es zu Verspätungen kommt.