Donaueschingen SÜDKURIER-Wahlforum ermöglicht Austausch

SÜDKURIER-Wahlforum gibt öffentliche Antworten. Pauly und Klotzbücher erklären sich den Bürgern.

Genau dreißig Tage noch, dann wird entschieden sein, wer die Geschicke der Stadt Donaueschingen in Zukunft lenken soll. Und wer das neue Kapitel in gewiss nicht einfachen Zeiten schreiben wird als Amts-Erbe von Thorsten Frei und Bernhard Everke – jenen zwei „Regierenden“ der Stadtpolitik, um deren Leistungen und Arbeitsstil Donaueschingen vielfach beneidet wurde. Und drei Tage noch, dann steht am Montagabend fest, wer um diese einflussreiche und über das Schicksal der Stadt entscheidende Rolle am 12. Januar die Bürger um deren Vertrauensvorschuss bittet.

Zwei Interessenten an Donaueschingens „Regierungssitz“ sind bislang ins Rennen gegangen: der 35-jährige Anlagen- und Verfahrenstechniker mit Doktortitel, Björn Klotzbücher, Sohn des Mediziners und bisherigen FDP-Fraktionschefs im Gemeinderat, Michael Kotzbücher. Und der 43 Jahre alte Jurist und Mitinhaber einer Freiburger Anwaltskanzlei, Erik Pauly, der – wie Björn Klotzbücher – als unabhängiger Kandidat antritt, doch der den Stallgeruch der CDU mitbringt und den die „Lust auf politische Gestaltung“ nach Donaueschingen lockt.

Anders als einst Thorsten Frei sind beide (bisherigen) Kandidaten Debütanten in der Kommunalpolitik und auch in der Mechanik einer Stadtverwaltung. Und so erkunden sie gerade auf ihren ersten Etappen des Wahlkampfes erst einmal die Verhältnisse in Kernstadt und Dörfern, suchen Einblick in die politischen Strukturen und Rathaus-Administration, versuchen Land und Leute zu begreifen. Fertige Konzepte können Björn Klotzbücher und Erik Pauly freilich nicht vorlegen, weshalb alle bisherigen Wahlveranstaltungen auch nur Einbahnstraßen der Informationen von den Besuchern zu den Bewerbern waren.

Doch ab der kommenden Woche, wenn die verbindliche Kandidatenliste für den 12. Januar gerahmt ist, müssen sich die Anwärter auf die Spitzenposition der Stadtpolitik schon fragen lassen, wohin ihr bedeutsames Mitwirken Donaueschingen führen könnte. Welche Strategie sie zum Beispiel für die Konversion des nach dem Abzug der Franzosen geräumten großen Kasernen-Areals favorisieren. Wie sie sich die Entwicklung der als Standortfaktor so wichtigen Schulen vorstellen. Welchen Maximen ihre Finanzpolitik folgen soll. Welches Ideal einer partnerschaftlichen Koexistenz von Dörfern und Kernstadt ihnen vorschwebt. Oder welche Richtung sie der Stadtentwicklung und beim Verkehrskonzept und der Förderung von Einzelhandel und Wirtschaft geben möchten. Und auch Aufschluss darüber sollten sie geben, ob sie sich eher als Moderator und Mediator im Kreis der politischen Kräfte verstehen möchten oder als nachhaltig ambitionierter Visionär eines guten Gedeihens der Stadt, der durch Überzeugung Mehrheiten und Chancen auch gegen womöglich partielle Interessenlager entwickeln will.

Auch unter den Eindruck der bislang spärlich besuchten Wahlveranstaltungen und angesichts der Wahlkampf-Zeit zur Jahreswende, wenn den Bürgern der Kopf eher nach den an Weihnachten und Silvester dominierenden „privaten Erlebnissen“ steht, startet der SÜDKURIER heute ein informatives Dialog-Forum zur OB-Wahl. Die Artikel-Reihe verfolgt das Ziel, an die Kandidaten Fragen zu adressieren, deren Antworten von allgemeinem Interesse der Stadtgesellschaft sind.

Der erste Schritt zu dieser die allgemeine und reguläre Berichterstattung über den Wahlkampf begleitende Serie ist es ab heute, aus dem Kreis der Öffentlichkeit an die SÜDKURIER-Redaktion die Fragen zu adressieren, die dann den Kandidaten gestellt werden. Fragen und Antworten bzw. Haltungen der Bewerber werden dann veröffentlicht und können so zur konkreten „Wissensbildung“ der Bürger über die politischen Perspektiven der Bewerber dienen. Wahlkampf-Einblicke also diesmal nicht vom Wahlkampf-Gasthaus oder dem Infostand, sondern bequem zuhause bei der SÜDKURIER-Lektüre.

Die Wahl-Talkrunde

Noch recht unscharf sind bislang die Haltungen und Pläne der Kandidaten für ihre mögliche Arbeit im Rathaus. Aber unscharf ist auch das Bild, das sich die Bürger von den – einpendelnden“ Bewerbern um den OB-Sessel machen können. Beide Perspektiven wird der SÜDKURIER auch mit einer öffentlichen Veranstaltung erhellen. Am Sonntag, 5. Januar, werden sich die Kandidaten in den Donauhallen einem Wahl-Forum stellen. Videos skizzieren dabei „die Menschen hinter den Kandidaten“. Danach stellen sich diese im Kreuzfeuer den Fragen aller fünf Fraktionssprecher im Gemeinderat und damit den kompetentesten Kennern der Stadtpolitik-Verhältnisse. (los)

So funktioniert der Leser-Dialog

Den Kandidaten um das Amt des künftigen Donaueschinger Oberbürgermeisters können Sie als SÜDKURIER-Leser ab heute konkrete Fragen stellen. Diese sollten möglichst exemplarisch für andere Bürger oder von allgemeinem Interesse sein.

Ein breites Informations-Spektrum bietet sich dafür an – etwa über das Verkehrskonzept, Einzelhandel und Wirtschaftsförderung, Soziales oder die Förderung junger Familien. Die SÜDKURIER-Redaktion reicht die Fragen dann weiter an die (beiden) Kandidaten und veröffentlicht deren Antworten immer wieder bis zur Wahl.

Auf verschiedenen Wegen können Sie ab heute Ihre Fragen der Redaktion übermitteln: Per E-Mail an donaueschingen.redaktion@suedkurier.de, per Fax an die Nummer 0771-8506-5590, telefonisch unter 0771-8506-5542 oder auch per Brief an die SÜDKURIER-Redaktion, Käferstraße 10, 78166 Donaueschingen.

Die Fragen sollten das Stichwort „Fragen an die OB-Kandidaten“ tragen und mit dem vollständigen Namen, der Adresse und Telefonnummer des Einsenders versehen sein. (los)

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