Donaueschingen -
Neben seinen Hobbys Mountainbiken, Laufen, Motorradfahren und Angeln gibt der Polizeibeamte Peter Müller seit vier Jahren noch Erste-Hilfe-Kurse beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). Sein Drang nach Weiterbildung ist groß, da er nicht auf der Stelle stehen bleiben will. Ideen, wie er den Kurs weiter ausbauen kann, gehen ihm durch den Kopf.Bei einem Lehrgang letztes Jahr, der das Thema Erste Hilfe für Behinderte behandelte, lässt ihn der Gedanke, einen Erste-Hilfe-Kurs für Gehörlose zu geben, nicht los.
Einmalig bis jetzt im kompletten Landesverband Baden und Premiere für das Deutsche Rote Kreuz in Donaueschingen mit Ausbilder Peter Müller (zweiter von rechts unten) beim Erklären der stabilen Seitenlage. Er gibt den Kurs für Gehörlose mit Hilfe von zwei Dolmetschern. Sein Ziel ist es aber, bis in zwei Jahren die Kurse alleine in der Gebärdensprache zu geben.
Bild: Molitor
Er wollte schon immer die Gebärdensprache lernen, die eine unglaubliche Faszination auf ihn ausübt. Auch Martina Hauser von der DRK Donaueschingen, die für die Administration und Organisation der DRK-Kurse im Kreisverband zuständig ist, ist begeistert von der Idee und gibt grünes Licht. „Bei meinen Recherchen im Internet bin ich dann auf die Volkshochschule in Villingen gestoßen, die Kurse für das Erlernen der Gebärdensprache anbietet“, äußert sich der Bräunlinger begeistert. Nach dem Absolvieren zweier Kurse à zehn Stunden war es dann soweit. Einzigartig im kompletten Landesverband Baden, gab Peter Müller bei der DRK in Donaueschingen ein Erste-Hilfe-Kurs für Gehörlose, an dem zehn Teilnehmer vom Gehörlosenverein Villingen teilnahmen. „Mit dabei waren auch zwei Dolmetscherinnen“, erklärt Peter Müller und führt weiter aus: „Mein Ziel ist es aber, in ein bis zwei Jahren die Kurse selbständig in der Gebärdensprache zu halten“.
Den Inhalt des Erste-Hilfe-Kurses hat der Ausbilder eins zu eins übernommen, aber speziell für die Gehörgeschädigten eine neue Konzeption erstellt. So wurden unter anderem die Teilnehmer sehr zu ihrer Freude in der Gebärdensprache begrüßt und der Name mit dem Fingeralphabet buchstabiert. Peter Müller hat sich aber auch in die Lage der Gehörgeschädigten hineinversetzt, die sich ja, wenn sie in eine Erste-Hilfe-Situation geraten, nicht verständigen können. Er hat deshalb ein laminiertes Schriftstück vorbereitet, das ausweist, dass die Gehörgeschädigten in Erste-Hilfe geschult sind und dass durch Klopfen an deren Schulter signalisiert wird, dass die Maßnahme Schmerzen bereitet.
Auch für Hörende war der Kurs hochinteressant, so Martina Hauser, die schauen möchte, wie die Sache noch weiter ausgebaut werden kann. Die Teilnehmer selbst haben den Kurs sehr gut angenommen, aktiv mitgemacht und auch signalisiert, dass es Spaß gemacht und der Inhalt auch fachlich gut rübergekommen ist.
Und welches Resümee hat der gebärdensprechende Ausbilder gezogen? „Es hat unheimlich Spaß gemacht und es war ein tolles Gefühl, dass ich mit meinen Gebärden verstanden wurde. Es gibt mir die Motivation, dranzubleiben, auch wenn ich noch viel lernen muss. Aber der Herausforderung stelle ich mich gerne“. Auch für ihn ist das Ganze auf sämtliche Bereiche ausbaubar. Um das Gelernte aber in der Praxis noch mehr zu vertiefen, ist Peter Müller auf der Suche nach einem Übungspartner.
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