Donaueschingen OB-Wahl: Die Motivation für den neuen Anfang

SÜDKURIER-Wahlforum: Schon am 12. Januar wählt Donaueschingen ein neues Stadtoberhaupt. Die Kandidaten sprechen über ihre Beweggründe zur Bewerbung.

Das neue Jahr in Donaueschingen beginnt mit großen Erwartungen. Am Sonntag in zehn Tagen wird möglicherweise schon im ersten Wahlgang ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Mit Björn Klotzbücher, Erik Pauly und Roland Wössner streben drei Männer das Amt des Oberbürgermeisters an. Dieses Amt ist sicherlich attraktiv, aber auch mit vielen Verpflichtungen und Aufgaben und vor allem aber Veränderungen verbunden.


Was zieht die drei Kandidaten nach Donaueschingen?, will der Wolterdinger Daniel Burkhard wissen und als Antwort nicht nur die Floskel „Weil mir die Stadt sehr am Herzen liegt“ hören. Warum wollen sie vermeintlich nicht unattraktiven Berufe und teilweise auch schöne Wohnorte wie Freiburg (Erik Pauly) aufgeben, um ins Donaueschinger Rathaus einzuziehen?

Beweggründe der Kandidaten für ihre Bewerbung
  • Björn Klotzbücher
    Björn Klotzbücher
    Björn Klotzbücher: Es gibt mehrere Dinge, die mich persönlich motivieren, mich als Oberbürgermeister Donaueschingens zu bewerben. Da ist zum einen die berufliche Herausforderung, entspricht doch die angestrebte Aufgabe in ihrer Komplexität, ihrem Verantwortungsumfang und ihren Gestaltungsmöglichkeiten dem, was für mich auch bei einer weiteren Karriere in der freien Wirtschaft in näherer Zukunft anzustreben wäre.  Darüber hinaus bietet die Aufgabe etwas, was so im Rahmen einer Wirtschaftskarriere nicht erreichbar ist, nämlich den permanenten und direkten Kontakt mit den Menschen, für die man arbeitet.


    Zum anderen ist in der Tat das, was der Fragesteller so schön als „übliche Floskel“ bezeichnet, ein wichtiger Teil meiner Motivation, dass mir nämlich Stadt und Bürger am Herzen liegen. In Donaueschingen sind meine Frau und ich zur Schule gegangen, hier haben wir die ersten Schritte ins Berufsleben getan und auch nach 15 Jahren unterwegs, in Deutschland und dem Ausland, fühlen wir uns Stadt und Leuten tief verbunden. Es gibt keine andere Stadt, in der ich mich um ein solches Amt beworben habe oder absehbar bewerben werde. Eine Aufgabe mit Herzblut angehen zu können, weil man sich voll und ganz mit ihr identifizieren kann, ist für mich auch ein unverzichtbarer Bestandteil eines glücklichen Berufslebens.

    Der persönlichste Aspekt meiner Motivation ist allerdings der, dass meine Frau und ich gerne wieder in unsere Heimat zurückkehren wollen, weil wir uns hier wohl fühlen, weil viele Freunde nach wie vor hier leben und weil alle Großeltern unserer kleinen Tochter im Umkreis von Donaueschingen wohnen.
  • Erik Pauly
    Erik Pauly
    Erik Pauly: Ich bin seit fast 17 Jahren als Rechtsanwalt in Freiburg tätig und habe eine Kanzlei mit vier spezialisierten Anwälten aufgebaut, die inzwischen Mandate aus ganz Baden-Württemberg an den Standorten Freiburg und Stuttgart betreut. Hier habe ich viel erreicht.

    Da ich seit vielen Jahren politisch sehr engagiert und insbesondere kommunalpolitisch aktiv bin, will ich mich neuen beruflichen Herausforderungen stellen. Als Oberbürgermeister von Donaueschingen kann man aktiv die Zukunft einer sehr attraktiven Stadt gestalten und sie in vielen Bereichen – ob es um Gewerbeansiedlungen, optimale Bildungsmöglichkeiten, Verkehrskonzepte mit einem beispielhaften öffentlichen Nahverkehr oder kommunale Umweltaspekte geht – auf eine Spitzenposition in Deutschland bringen.

    Dazu sind langfristige Konzepte notwendig, die nicht in einer Amtsperiode abgeschlossen werden können. Für diese Ziele will ich daher langfristig als Oberbürgermeister meine Energie, meine Lebenserfahrung und meine berufliche Kompetenz einbringen und den guten Weg von Thorsten Frei fortsetzen. Das ist meine Motivation mit vollem Einsatz um das Amt des Oberbürgermeisters zu kämpfen.
  • Roland Wössner
    Roland Wössner
    Roland Wössner: Seit vielen Jahren nehme ich das Stadtgeschehen und die Stadtpolitik wahr und bin in Donaueschingen unterwegs. Das Wirken und Gestalten von Oberbürgermeister Thorsten Frei in den vergangenen Jahren hat mich bereits im Spätsommer inspiriert, über eine Kandidatur nachzudenken. Das Kapital dieser Stadt mit einer besonderen Atmosphäre sind neben den Menschen schöne Plätze, Straßenzüge, Ecken und Winkel, historische Gebäude – und eine starke Wirtschaft. Diese Stadt weiterzugestalten, weiter mit Leben zu erfüllen und in die Zukunft zu führen, reizt mich. Seit die Umwandlung des Kasernengeländes ansteht, ist eine besondere Herausforderung für die Stadtgestaltung hinzugekommen.


    Ich habe schon immer auch in meinen bisherigen Aufgaben neue Herausforderungen gesucht und innovative Lösungen für die Polizei entwickelt. Ich bin voller Energie, voller Elan. Aufgaben, die ich anstrebe, habe ich vorher gut durchdacht und gehe sie mit Leidenschaft an.

    In meiner bisherigen beruflichen Laufbahn in der Polizei wurde mir nach mehreren Führungsfunktionen vom Innenministerium die Leitung zuerst der Polizeidirektion Tuttlingen und seit 2001 die Leitung der größeren Polizeidirektion Villingen-Schwenningen mit nahezu 400 Beschäftigten übertragen. Damit habe ich eine herausragende Führungsfunktion in der Polizei des Landes erreicht und war für die Sicherheit von über 200 000 Menschen im Schwarzwald-Baar-Kreis verantwortlich. Die Arbeitsergebnisse der Polizei im Schwarzwald-Baar-Kreis können sich sehen lassen.  Da nun zum Jahresende 2013 die Polizeidirektion im Zuge der Polizeireform aufgelöst wird, steht bei mir sowieso eine Veränderung an. In der Polizei habe ich bereits meine volle Pensionsberechtigung erreicht und könnte mit 60 Jahren in den für Polizeibeamte vorgesehenen gesetzlichen Ruhestand gehen.

    Da ich wegen der anstehenden Polizeireform nicht ohne eigene berufliche Zukunft als OB-Kandidat antreten wollte, musste ich mit einer Bewerbung bis zum Schluss warten; denn erst am 16. Dezember konnte ich meine Versetzungsverfügung für eine Weiterbeschäftigung als leitender Polizeidirektor und Leiter des Führungs- und Einsatzstabes beim neu gebildeten Polizeipräsiddium Konstanz in Händen halten. Das Amt des Oberbürgermeisters wäre jedoch eine größere und neue Herausforderung und ein weiterer Höhepunkt in meiner beruflichen Entwicklung. Als ich schon im Spätsommer und nun wieder in den letzten Tagen vor Bewerbungsschluss auf eine Kandidatur angesprochen wurde, ob ich meine Erfahrungen in die Dienste der Stadt stellen könnte, habe ich meine eigenen Gedanken vom Spätsommer umgesetzt.

    Dabei überzeugten mich auch Erfahrungen und Begegnungen mit Menschen in Donaueschingen, mit Verantwortungsträgern aus Wirtschaft und Stadtverwaltung und nicht zuletzt der kompetente Gemeinderat.

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