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Donaueschingen OB-Wahl: Die Kandidaten und die Zukunft der Stadtteile

Die OB-Bewerber und die Donaueschinger Stadtteile im Fokus. Welche Entwicklungschancen für die Dörfer sehen die drei OB-Aspiranten? Wo sehen sie die größten Probleme und wo Potenzial für die Dörfer? Die Antworten von Klotzbücher, Pauly und Wössner auf einen Blick.

Die Kandidaten und die Zukunft der Stadtteile
  • Björn Klotzbücher
    Björn Klotzbücher |
    Björn Klotzbücher: Das Wichtigste für die Stadtteile ist der Erhalt der Infrasrukturen mit Kindergarten, Einkehr- oder Einkaufsmöglichkeiten. Ist all dies nicht mehr vorhanden,käme dies einem Todesurteil gleich, dann wären die Dörfer reine Schlafstätten.

    Kindergärten in den Teilorten brauchen deshalb eine Bestandsgarantie. Ergänzt werden kann das Angebot vor Ort durch eine Tagesbetreuung. Auch das Ausbluten der Dorfkerne sollte über Fördermaßnahmen für junge Familien verhindert werden.

    Die politischen Strukturen sollten bestehen bleiben und somit auch die unechte Teilortswahl. Wenn der Wunsch aus den Dörfern nicht kommt, soll dasThema nicht von der Stadt getrieben werden.
  • Erik Pauly
    Erik Pauly |
    Erik Pauly: Starke und lebenswerte Ortsteile prägen die Gesamtstadt. Die demographische Entwicklung stellt uns dabei jedoch vor größere Herausforderungen.

    Ich werde als Oberbürgermeister die Infrastruktur aller Ortschaften konsequent fortentwickeln, um langfristig die Attraktivität deutlich zu steigern. Ich trete ein für: eine kommunale Bestandsgarantie für die Kindergärten und Grundschulen, eine Bestandsgarantie für die Feuerwehren, die Ansiedelung junger Familien durch attraktive Angebote von Bauplätzen und Wohnraum, den Erhalt der Selbstständigkeit der Ortsteile durch Nutzung innovativer Konzepte zur Ansiedelung von Läden, Bank- und Poststellen, die Entwicklung eines genossenschaftlichen Gaststättenbetriebs, wenn keine Gaststätte im Ortsteil vorhanden ist und die Beibehaltung der unechten Teilortswahl.
  • Roland Wössner
    Roland Wössner |
    Roland Wössner: Kernstadt und Ortsteile werden nicht zu einem Stadtgebiet zusammenwachsen können. Sie haben alle ihre eigene Geschichte. Deshalb gilt es, ihre eigene Identität mit dieser Geschichte und ihrer Kultur zu bewahren. Dies ist insofern von Bedeutung, als die Bewohner nur so eine Identifikation mit dem Ortsteil entwickeln können und die Ortsteile nicht nurzumWohn- und Schlafort werden.

    Dazu brauchen die Ortsteile eine Infrastruktur, in der Kindergarten- und Grundschulnähe von grundlegender Bedeutung sind, wenn junge Familien sich in den Ortsteilen niederlassen/ansiedeln wollen.Umdie Bedeutung der Ortsteile weiterhin zu erhalten, möchte ich an der unechten Teilortswahl festhalten, solange sich genügend Menschen im Ortschaftsrat engagieren und die Finanzsituation nicht zu anderen Entscheidungen zwingt.
  • Wolterdingen

    Wolterdingen
    Wolterdingen |
    Björn Klotzbücher: Die Bregbrücke ist ein großes Thema. Sie ist keine Augenweide und sollte dringend saniert werden. Da die Brücke wegen des Zugangs für die Bewohner auf der Insel zeitlich nur nur in zwei Abschnitten erfolgen könnte, halte ich eine zweite Zufahrt ins Gewerbegebiet für ein Muss. Die lange ersehnte Umfahrung wird so schnell nicht kommen, mandarf sie aber nicht aus den Augen verlieren. Kritisch sehe ich die Baupolitik in Richtung Tannheim, wodurch das Dorf in zwei Teile zerfällt. Besser wäre es die Landwirte im Bereich Weiherweg auszusiedlen und das Dorf über 50 Jahre wieder zusammenwachsen zu lassen.

    Erik Pauly: Mit einer beachtlichen Vereinswelt ist Wolterdingen gut aufgestellt. Leider fehlt eine Post im Ort. Das Gewerbegebiet und das Baugebiet müssen weiterentwickelt werden, die Umgehungsstraße wird weiter Thema sein.

    Roland Wössner: Eine attraktivere Gestaltung des Ortskerns im Bereich Rathaus und Kirche fehlt. Die anstehende zweite Zufahrt ins Gewerbegebiet wird zu einer Entlastung führen. Eine weitere Umfahrungsmöglichkeit für den Ortskern muss gesucht werden. Der Ort sollte durch ein neues Baugebiet nicht weiter in die Länge gezogen werden. Innenliegende Flächen sollten als Bauland genutzt werden. Das ehrenamtlich geführte Freibad erfüllt eine wichtige Funktion für junge Familien, deren Kinder hier das Schwimmen lernen können. Der Zuschuss ist sinnvoll.
  • Pfohren

    Pfohren
    Pfohren |
    Björn Klotzbücher: Die Schulhofsanierungkommtin diesem Jahr und die Sanierung der Geisinger Straße, der Ortsdurchfahrt läuft bereits. Wichtig wäre hier die Wiedereröffnung des „Ochsen“ als zenrales Gasthaus. Als Fernziel sehe ich den Ausbau des schönen Dachbodens des Alten Schulhauses für eine öffentliche Nutzung.

    Erik Pauly: Die Sanierung der Geisinger Straße und das FC-Clubheim, mit viel Eigeninitiative, sind beachtlich. Das alte Schulhaus muss als Vereinshaus weiterentwickelt werden. Vorrangig muss aber überlegt werden, wie ein Gaststättenbetrieb in Pfohren ermöglicht werden kann.

    Roland Wössner: In Pfohren steht die Schulhofsanierung an und die Fassadenrenovierung der alten Schule. Gewünscht wird ein größerer Gemeinschaftsraum, der etwa 100 Personen aufnehmen könnte. Alternativ wäre die Wiedereröffnung der Gaststätte Ochsen eine Lösung. Darüber hinaus wurde über ein besseres Nahverkehrskonzept gesprochen.
  • Aasen

    Aasen
    Aasen |
    Björn Klotzbücher: Hier sind die Leerstände im Dorfkern ein großes Thema. Noch ist das Bauen für junge Familien am Ortsrand immer noch günstiger. hier müssen wir geeignete Unterstützungsmöglichkeiten finden, um ein Bauen im Bestand ebenfalls attraktiv zu machen. Ein Problem wird zunehmend auch die Gaststättensituation. Hier sollte die Stadt aber nur moderieren und nicht selbst Wirt werden.

    Erik Pauly: Die Modernisierung des Rathausplatz ist vorbildlich gelungen. Im Bereich Schulhof ist die Umgestaltung fortzusetzen, gleiches gilt für den Kirchplatz. Aasen ist mit dem Gewerbegebiet und den tollen Vereinen sehr gut aufgestellt.

    Roland Wössner: In Aasen sind nach der Rathaus/Schulhaus-Sanierung nun die Schulhofsanierung, die Sanierung des Kirchvorplatzes und die zwischenliegende Verbindungsstraße die nächsten Ziele. Der Glasfasernetzausbau steht vor dem Abschluss. Ein innenliegendes Baugebiet ist erschlossen.
  • Grüningen

    Grüningen
    Grüningen |
    Björn Klotzbücher: Hier ist leider das Projekt AltersgerechtesWohnen vorerst gescheitert. Ich hoffe aber, dass es doch noch realisiert wird und zum Vorbild für die Stadtteile wird. Ein solches Angebot kann mithelfen, die alte Generation lange im Dorf zu halten. Die neue Bürgerhalle muss kommen, am liebsten ein Null-Energie-Gebäude. Im Nachthof gibt es leider Probleme mit den schnellen Autos. Hier muss man die Expertenmeinung abwarten und vielleicht einen Blitzer aufstellen.

    Erik Pauly: Die neue Mehrzweckhalle muss nach mehreren Verschiebungen bald gebautwerden. Die so starkeundgute Vereinswelt und die gute Infrastruktur sind besonders hervorzuheben.

    Roland Wössner: Im Kindergarten gibt es keine Kleinkindbetreuung. Während der Mittagszeit ist der Kindergarten geschlossen. Dadurch leidet die Attraktivität des Ortstels für junge Familien. Trotzdem sind Bauplätze im neu erschlossenen Abschnitt 2 des Baugebiets Weidenäcker stark nachgefragt. Leerstehende Häuser gibt es in Grüningen nicht. Der Ortsteil benötigt dringend eine neue Mehrzweckhalle. Darüber hinaus sollte das Rathaus saniert werden. Beide Maßnahmen sind in der mittelfristigen Finanzplanung vorgemerkt. Diese Maßnahmen würde ich angehen. Der Durchgangsverkehr aus und nach Brigachtal ist störend.
  • Neudingen

    Neudingen
    Neudingen |
    Björn Klotzbücher: Touristisch könnte man hier in Absprache mit dem Fürstenhaus mehr aus dem Dorf machen, schließlich war Neudingen einmal Kaiserpfalz. Auch die Gnadentalkapelle sollte saniert werden. Wichtig wäre der Erhalt der dörflichen Strukturen mit Bäckerei und Gaststätte. Die Einrichtung eines Geldautomaten wäre fürs Dorf zudem wichtig. Das Potential Neudingens als Wirtschaftsstandort ist bislang ebenfalls nicht ausgeschöpft. Ich könnte mir vorstellen, dort nach dem Vorbild Aasens Gewerbeflächen „vor dem Ort“ auszuweisen.

    Erik Pauly: Die Sanierung der Donau-Brücke und die Restaurierung der Jugendraums und die Unterstützung der Vereine liegen mir besondersamHerzen. Auch müssen für junge Familien attraktive Bauplätze zur Verfügung stehen.

    Roland Wössner: Der Platz vor der Mehrzweckhalle steht zur Sanierung an. Das Dach der Mehrzweckhalle braucht eine energetische Sanierung. Leerstehende Häuser und Anwesen sollten einer Sanierung und Weiternutzung zugeführt werden. Die Trockenlegung der Grundmauern am Feuerwehrgerätehaus ist dringend notwendig.
  • Hubertshofen

    Hubertshofen
    Hubertshofen |
    Björn Klotzbücher: Toll ist, wie sich die Menschen hier für den Schwimmbad- Förderverein oder auch die Feuerwehr einsetzen. Bei Entscheidungen sollte man deshalb auch immer das Engagement der Einwohner beachten. Gesetzt ist für mich auch hier der Kindergarten. Baulich stehen im Bürgerhaus kurzfristig behindertengerechte Toiletten und ein entsprechender Treppenaufgang an.

    Erik Pauly: Das Freibad, das in Selbstverwaltung organisiert wird und der Kindergarten werden langfristig bestehen. Erforderlich ist schnell ein behindertengerechtes WC im Bürgerhaus.

    Roland Wössner: Mein Termin in Hubertshofen steht noch aus. Dort dürfte das Freibad Thema werden wie auch die Freibadstraße und das Bürgerhaus.
  • Heidenhofen

    Heidenhofen
    Heidenhofen |
    Björn Klotzbücher: Heidenhofen profitiert durch die Nähe zu Aasen von einer zufriedenstellenden Infrastruktur. Hier gibt es für die Stadtpolitik somit nur wenige Baustellen. Allerdings schaden auch hier Leerstände dem Dorfbild. Hier sollte das leere Pfarrhaus bald veräußert werden, damit die Kirchensanierung erfolgen kann.

    Erik Pauly: Heidenhofen wird ein neues Feuerwehrfahrzeug erhalten. Auch wird die Dorfgestaltung in den nächsten Jahren ebenso Thema sein wie eine Sanierung der Kirche.

    Roland Wössner: In Heidenhofen steht lediglich eine Sanierung an der Kirche an.
  • Allmendshofen / Aufen

    Allmendshofen
    Allmendshofen |
    Aufen
    Aufen |
    Björn Klotzbücher: Eine Sanierung des Roten Rathauses wird mit fortschreitender Zeit auch nicht günstiger. Um keine Kosten in die Zukunft zu verschieben besteht hier hoher Handlungsbedarf. Ziel muss sein, durch eine energetische Sanierung für die Zukunft neben den ökologischen Vorteilen auch eine nachhaltige Reduktion der laufenden Kosten zu erreichen. Die Bregbrücke wird ein zweites Thema. Dieses Beispiel zeigt, dass die Stadt einen Fahrplan mit den Lebenszyklen der städtischen Bauten aufstellen sollte, damit Sperrungen oder Schließungen durch vorzeitige Sanierung ausgeschlossen werden.

    Für den leer stehenden „Praktiker“ wünsche ich mir einen neuen Baumarkt. In Aufen haben wir mit Gaststätten und Kindergarten gesunde Strukturen. Für eine bessere Vernetzung mit dem Rathaus könnte ich mir einen Ansprechpartner, ähnlich einem Ortsvorsteher, vorstellen. Gut wäre ein Kreisel an der Ran-Tankstelle, um lange Wartezeiten abzubauen.

    Erik Pauly: Das Allmendshofener Rathaus muss als Vereinshaus saniert werden. Mit dem MGV und dem DJK besteht eine beachtliche Vereinswelt. Da kein direkter Vertreter im Stadtrat garantiert ist, muss der Gemeinderat immer ein besonderes Augenmerk auf diesen Ortsteil richten.

    Auch Aufen benötigt besonderes Augenmerk des Stadtrats, da kein Vertreter garantiert ist. Die Vereine und das bürgerschaftliche Engagement haben mich an Aufen besonders beeindruckt und verdienen eine starke Unterstützung.

    Roland Wössner: Die Sanierung des Allmendshofener Rathauses ist dringend erforderlich, jene der Riedstraßenbrücke über die Breg ist notwendig, damit der landwirtschaftliche Verkehr wieder uneingeschränkt fahren kann. Eine Verkehrsberuhigung für die Friedrich-Ebert-Straße ist ebenfalls notwendig, da die Kinder aus denWohngebieten Auf SchalmenundBühlstraße zum Kindergarten und zur Schule die Straße kreuzen müssen. Dazu ist die Anschlussstelle des Zubringers Allmendshofen an die B 27 kreuzungsfrei auszubauen.

    In Aufen ist der Durchgangsverkehr störend. Eine bessere Einfahr- oder Kreuzungsmöglichkeit zur Neuen Wolterdinger Straße in der Art eines Kreisverkehrs wird gewünscht. Der Stadtteil möchte auch ohne eigene Ortsverwaltung eine Gleichbehandlung mit den Ortsteilen erfahren. Ein Kulturverein benötigt ein kleines Budget für den Unterhalt eines Kneipp-Beckens. Dazu will ich eine Lösung suchen.
  • Die Donaueschinger OB-Wahl Kandidaten im Video-Porträt








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