Entsprechend groß war das Interesse. Die über vierhundert Kirchenbank-Plätze reichten nicht aus. Aus der ganzen Region trafen Bürger ein: ein bunt gemischtes Auditorium aus allen Schichten und Generationen. Vorne im Altarraum neben einem Harfen-Duo Fürst und Fürstin, der OB mit Frau, die Kirchbauvereinsvorsitzenden Gisela Rösch, dabei auch ihr Kollege Helmut Keller, die Ehrenbürger Everke und Bühler, Landrat Sven Hinterseh, Bürgermeister Kaiser und die evangelische Pfarrerin Dagmar Kreider.
Volkstümliche Akzente setzten die Kretschmanns an diesem Sonntag. Der grüne Landesvater in seiner moralisch geerdeten Vision der Bürgergesellschaft, auf die sich manchmal Szenenapplaus schüttete. Und Gerlinde Kretschmann, die schon am Nachmittag gemeinsam mit dem Laizer Kirchenchor per Zug nach Donaueschingen gekommen war zu einer Stadtbesichtigung.
Pfarrer Erich Loks und die Kirchbauvereinsvorsitzende Gisela Rösch rahmten Kretschmanns Rede mit dem „heiligen“ Zweck. Geld zur Erleichterung der immer noch schweren Finanzierungs-Hypothek der Innensanierung gelte es zu sammeln – konkret später an den Kirchenpforten durch eine Kollekte.
Ganz ohne Honorar hatte freilich Ministerpräsident Kretschmann gesprochen. Aber förmlichen Lohn nahm er später im „Staatslimousinen-Konvoi“ mit nach Hause: eine Kollektion Fürstenberg-Bier und eine Urkunde, die ihn automatisch zum Mitglied des Kirchbauvereins-Kuratoriums ernennt.
Doch ein eiliger Start fort von Donaueschingen wurde es nicht. Mit Wurstbrötchen in der Hand plauderte Winfried Kretschmann auf dem Kirchplatz noch mit Bürgern. Bürger-näher als zuvor auf der Kanzel, von wo er – wie er feststellte – noch nie zuvor gesprochen habe.
