Donaueschingen Kontra Spielhalle
24.11.2009
Bild: dpa
Donaueschingen (dan) Spielhallen sind ein chronisch rotes Tuch für die Stadtpolitik. An allen Ecken wollen die offensichtlich lukrativen Geldspielautomaten-Tempel eröffnen, Rathaus und Gemeinderat versuchen mit allen Genehmigungsmöglichkeiten dagegen zu halten. Gerade ist ein neues Satzungswerk beschlossen worden, das neue Spielhallen in der Innenstadt verhindern soll, da bricht Ärger am nördlichen Rand der Kernstadt aus: Im Wohngebiet Äußere Röte protestieren Anwohner vehement gegen die Ansiedlung einer Spielhalle.
Ausgerechnet neben dem Kinderspielplatz an der Breslauer Straße, in den früheren Räumen des Einkaufsladens „Kalinka“, will ein Spielhallenspezialist aus Singen seinen neuesten Ableger etablieren. Anwohner haben förmlich Einspruch dagegen erhoben, gestern ging ihr Schreiben ins Rathaus, bestückt mit Unterschriften aus der Nachbarschaft. Sie verweisen auf die ohnehin vorhandene Problematik im Quartier und argumentieren unter anderem: „Eine Spielhalle mit Geldspielgeräten kann nicht zur Urbanisierung des sozialen Brennpunktes“ beitragen.
An der Spitze der Einsprecher stehen Deniz Edisboylu und Anke Huchler, die Tochter des früheren Stadtrats Adolf Huchler. Als direkte Nachbarn fürchten sie auch Lärmbelästigungen. Zudem dürfe eine Spielhalle laut Gesetz nicht ausgerechnet im „kriminalitätsgeneigten Umfeld“ gefördert stehen. Dass die Äußere Röte ein solches Gebiet sei, ergebe sich aus der Polizeistatistik.
Johann Zahner ist seit 29 Jahren Anwohner der Breslauer Straße. Er sieht „einen traurigen Beitrag zum Fortschreiten des sozialen Niedergangs dieses Stadtteils“ und fürchtet weitere Ruf-Verschlechterung für die Röte.
