HattingenKapellenübergabe mit Messe im Freien [0]
Mit einem von Erzabt Theodor Hogg in Hattingen zelebrierten Gottesdienst im Freien feierten am Sonntag 400 Gläubige die Übergabe der Verantwortung für die Kapelle St. Johannes und Jakobus an den Verein der Freunde der Erzabtei St. Martin zu Beuron. Die Messe vor der architektonisch außergewöhnlich gestalteten Kapelle von Bauherr Professor Dr. Ungethüm war aufwändig vorbereitet worden. Hattinger Vereine umrahmten die Feier.
Das erste Kapellenfest wurde gestern Morgen vor rund 400 Gläubigen bei der Kapelle St. Johannes und Jakobus in Hattingen gefeiert. Anlass war die Übergabe der Verantwortung für die Kapelle in die Hände der Freunde der Erzabtei St. Martin zu Beuron. Bilder: Freudig
Hattingen - Unter einem "Himmel" aus weißem Stoff, der den am Berg oberhalb Hattingens allgegenwärtigen Wind in Wellen aufnahm, hieß Erzabt Theodor Hogg vom Kloster Beuron die Gläubigen zum Hochfest der Heiligen Dreifaltigkeit willkommen. Die Gottesdienstbesucher waren zu Hunderten aus Hattingen und der Region zur Kapelle St. Johannes und Jakobus gepilgert. Allein der Verein der Freunde der Erzabtei St. Martin zu Beuron hatte alle 1800 Mitglieder zu der Übergabefeier eingeladen. Wie berichtet behält der Bauherr der Kapelle, Aesculap-Chef Professor Dr. Michael Ungethüm, zwar lebenslanges Nutzungs- und Sorgerecht für die kleine Kirche. Die Verantwortung übertrug er aber an den Freundesverein. Die Übergabe und der Wunsch, gemeinsam an der mit herrlichem Blick auf den Hegau gelegenen Kapelle zu feiern, waren jetzt Anlässe für das erste Kapellenfest in Hattingen. Viele folgten dem Ruf und erlebten einen tief beeindruckenden Gottesdienst vor großartiger Naturkulisse. Nach der Begrüßung durch Erzabt Hogg steuerten der Kirchenchor und die Musikkapelle Hattingen die festliche Umrahmung zur Messfeier bei. Der Hattinger Pfarrgemeinderatsvorsitzende Wolfgang Herbst sprach die Lesung, Pfarrer Siegfried Bliestle das Evangelium. In seiner Predigt ging Erzabt Theodor Hogg auf den vom Bauherrn ausgewählten Standort der Kapelle ein: "Wir feiern diesen Gottesdienst mitten in der Schöpfung des Herrn. Solche Messen in freier Natur sollen ein Gespür dafür wecken, dass Gott sich nicht auf Mauern festlegen lässt." Dennoch seien Kirchen wichtig, "weil sie etwas ausstrahlen von Gott", so Erzabt Hogg. Kirchtürme, Feldkreuze oder Kapellen auf hohen Bergen wiesen nach oben, auf den Himmel und dieser wiederum sei eine "Metapher von der Wirklichkeit und Unbegrenztheit Gottes". Nach dem Gottesdienst fand in der Witthohhalle die weltliche Feier statt. Dazu luden der Musikverein, der Narrenverein, der Sportverein und die Laienspielgruppe Hattingen ein. Der Geschäftsführer des Vereins der Freunde der Erzabtei St. Martin, Werner Schmid-Lorch, dankte dabei Professor Dr. Ungethüm für die Übergabe seiner Kapelle in die Vereinsverantwortung. Sowohl zur Witthohhalle als auch zur Kapelle kamen während des Sonntags zahlreiche Besucher. Dies bestätigte die Festorganisatoren um den Tuttlinger Architekten Günter Hermann in ihren aufwändigen Vorbereitungen. Mit Unterstützung von Ortsvorsteher Roland Leiber und aus der Hattinger Bevölkerung war die Umgebung der Kapelle seit Wochen für den Gottesdienst hergerichtet worden. Das Architekturbüro Hermann entwarf in Zusammenarbeit mit der Immendinger Firma MAIN marketing inspiration den "Himmel", unter dem Erzabt Hogg die Messe zelebrierte und der als besonderer Blickfang sowohl aus der Nähe als auch aus der Ferne wirkte. Das Kapellenfest wird nun vielleicht Tradition und findet in zwei Jahren erneut statt.
Erzabt Theodor Hogg (rechts) vom Benediktinerkloster Beuron zelebrierte den Gottesdienst im Freien, den Hattinger Vereine umrahmten.
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