Immendingen - Beide Wahlkreisabgeordneten im Bundestag haben "mit Entsetzen" auf den möglichen Rückzug der französischen Truppen von deutschen Standorten reagiert. Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat angesichts der Problematik bereits zu Wochenbeginn Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeschaltet und über den französischen Botschafter in Berlin auch zum französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy Kontakt aufgenommen. Im SÜDKURIER-Gespräch gab sich der an zentraler Schaltstelle sitzende CDU-Wahlkreisabgeordnete gestern Nachmittag sehr energisch: "Wir sind an der Sache dran und wir werden kämpfen."
Als stellvertretender Vorsitzender der deutsch-französischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag hat sich der FDP-Abgeordnete Ernst Burgbacher gestern ebenfalls an den französischen Präsidenten und an seinen Kollegen Yves Bur in der französischen Nationalversammlung gewandt. Die Parlamentarier beider Nationen waren im vergangenen Jahr bei einem Informationsbesuch am Standort Immendingen zu Gast.
Wie Volker Kauder gestern hervorhob, hätte ein Abzug der Franzosen aus Immendingen und Donaueschingen nicht nur "gravierende strukturelle und wirtschaftliche Folgen" für die beiden Garnisonsstandorte. Einen noch stärkeren Effekt hätte eine solche Entscheidung auf die Präsenz der deutsch-französischen Brigade in Deutschland. Sie sei ein wichtiges Zeichen der Jahrzehnte bestehenden Freundschaft zwischen beiden Nationen. "Gerade in einer Zeit, in der die Europäische Union im Bereich Sicherheits- und Verteidigungspolitik stärker in eine gemeinsame Verantwortung hinein wachsen soll, wäre eine fast vollständige Auflösung dieser funktionierenden Modelleinheit ein bedenkliches negatives Signal", so Kauder in seiner Begründung für Sarkozy.
