In einem langen, auf den 28. September datierten Brief an die Mitglieder hatte der Donaueschinger Hegeringleiter Friedrich Thielemann auf die Vorwürfe einiger seiner Vorstandsmitglieder reagiert. Wie gestern berichtet, schließt Thielemann die geforderte außerordentliche Mitgliederversammlung und einen vorzeitigen Rücktritt aus. Vielmehr will er die vier rebellierenden Vorstandsmitglieder Jürgen Schafbuch (2. Vorsitzender) und die Obmänner Bernd Gulde (Hunde), Uwe Stockbauer (Bläser) und Adolf Vonnier (Schießen) durch eine Umorganisation von ihren Ämtern entbinden, zumal diese eine weitere Zusammenarbeit mit ihm kategorisch ausgeschlossen hätten.
Die vier Jäger haben nun ihrerseits einen Einschreibebrief, datiert auf den 1. Oktober, an Thielemann verfasst, in dem sie einen Antrag zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung bis zum 30 November 2012 stellen. Die Tagesordnung steht für das Quartett auch schon fest: Abwahl von Friedrich Thielemann und Neuwahl des Vorsitzenden sowie Rücktritt und Neuwahl des Hegeringvorstandes.
Und sie stellen Thielemann auch zwei Ultimaten: Sollte es Thielemann bis zum 19. Oktober nicht möglich sein, diese Versammlung einzuberufen, sollte er diese Aufgabe an Vize Schafbuch oder den Kreisjägermeister Knut Wälde delegieren. Alternativ stehe es ihm frei, bis zu diesem Datum vom Amt zurückzutreten.
Ihre Forderung untermauern die vier Jäger mit dem im Brief verfassten Ergebnis ihrer Umfrage (wir berichteten am vergangenen Samstag). Danach haben sich 93 der 140 Mitglieder beteiligt (63 Prozent). 74 davon haben sich wohl für eine Mitgliederversammlung ausgesprochen, 19 seien dagegen. 42 Mitglieder wünschen danach den Rücktritt Thielemanns, 19 eine Vorstandsneuwahl. 13 Mitglieder wünschen eine Versammlung ohne direkte Wünsche.
In ihrer Begründung für ihren Antrag untermauert das Quartett nochmals, dass es nicht weiter bereit sei, mit Thielemann zusammenzuarbeiten, weil er nicht bereit sei, sich den „demokratischen Grundregeln unseres Hegerings“ unterzuordnen. Zudem sei das Verhältnis zu den Jägern soweit gestört, dass Thielemann seine Interessen durch einen Anwalt vertreten lasse, womit eine Amtserfüllung mit positiver Öffentlichkeitsarbeit nicht möglich sei.
Jetzt wäre Hegeringleiter Thielemann eigentlich wieder am Zug, doch dessen Ansichten hat er in seinem langen Brief an die Mitglieder klar erklärt: Die Satzung sehe weder den Rücktritt auf Drängen der Mitglieder noch eine außerordentliche Mitgliederversammlung vor.
Diese Fakten sollten die Vorstandsmitglieder nicht weiter ignorieren. Einen Rechtsanwalt habe er hinzugezogen, um sich im Sinne der Satzung rechtlich korrekt zu verhalten. Das werde er auch tun, unterstrich er gestern gegenüber dem SÜDKURIER.
Man darf gespannt sein, wie die Gegenpartei darauf reagieren wird.
