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Donaueschingen Integration positiv bewertet

Bei der Anstöße-Diskussion zum Thema Integration im evangelischen Gemeindesaal gab es interessante Referate und eine lebhafte Diskussion.

Integration und Flüchtlingsfrage bewegen die Donaueschinger, so dass der evangelische Gemeindesaal bei der Anstöße-Diskussion am Mittwochabend vollständig besetzt war, als Moderatorin Karin Nagel beim Thema „Integration – Herausforderung und Chancen“ das Team der Diskutanten auf dem Podium begrüßte. Über die Situation in der Integration an sich – abgekoppelt von der aktuellen Flüchtlingsfrage – wurde in den Eingangsstatements der Praktiker recht positiv berichtet.

Professor Süleyman Gögercin (Duale Hochschule Schwenningen), der die Migrationsfrage wissenschaftlich im pädagogisch-sozialen Bereich bearbeitet, betonte, dass Deutschland vor allem nach dem Krieg ein Migrationsland gewesen sei. Er spricht angesichts der 22 Millionen Zuwanderer nach dem Mauerfall von einer gelungenen Integration, da alle Bürger gefragt und beteiligt sind. Andreas Grimm (Kaufmännisch-Hauswirtschafliche Schulen Donaueschingen) berichtete aus der Praxis von Erfolgserlebnissen, da man bei der Berufsbildung allen jungen Menschen eine Perspektive gebe, gegenseitige Achtung walten lasse, im pädagogischen Konzept eindeutig die Einhaltung grundlegender Regeln beachte.

Kriminaloberrat Thomas Gerth (Polizeidirektion Tuttlingen) betonte aus seiner Sicht, dass objektiv gesehen die Sicherheitslage in der Stadt gesichert sei bei vier Fällen von Straßenkriminalität, begangen von Flüchtlingen. Das Problem bestehe in der Differenz zwischen subjektiv gefühlter Unsicherheit und Angst und der objektiven Situation. Denn die anderen Straftaten von Flüchtlingen geschehen in ihrem eigenen Bereich.

Beim Beitrag des Integrationsskeptikers Martin Wentz (Donaueschingen) zeigte es sich aber, dass die eigentliche Diskussion sich um die aktuelle Flüchtlingsfrage drehte, denn er entpuppte sich als kein grundsätzlicher Integrationsgegner, sondern er warf pauschal „der“ Politik mit Kanzlerin Merkel an der Spitze totales Versagen vor. Radikale Umkehr in der Flüchtlingspolitik, deutliche Begrenzung der Zuwanderung waren der Hauptinhalt seines Statements. Die sehr engagierte, aber sachliche Diskussion drehte sich um die Flüchtlingsfrage, bezog besonders die vielfältigen Ursachen mit ein: Bürgerkrieg im Nahen Osten, fatale, ausbeuterische Wirtschaftspolitik, Klimakatastrophen und ihre Folgen, mangelnde Solidarität in Europa. Zu denken gab Gögercins Hinweis auf das positive Bild der Deutschen in der Welt, das man jetzt nicht selbst zerstören dürfe.


Der Appell

Allgemeinen Beifall fand ein Appell aus dem Publikum bei der Anstöße-Diskussion, den Satz „Wir schaffen das“ nicht zu verteufeln, sondern ihn als Aufforderung an Politik, Polizei, Behörden, Verwaltungen in Kommunen, Ländern und Bund zu nehmen, alles nur Mögliche zu tun, um die entstandene Lage in den Griff zu bekommen und zu meistern. (hofi)

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