Donaueschingen – Sparsamer Einsatz von Energie, gut gedämmte Altbauten und ein deutliches Plus für die Umwelt: Mit diesen Zielen trommelte die Kampagne „Mein Haus hat Zukunft“ im Frühjahr für umweltgerechte Sanierungen von Häusern, die „in die Jahre gekommen“ sind. 70 Hauseigentümer haben sich bislang angemeldet, einige ältere Häuser wurden in Donaueschingen bereits auf einen neuen energetischen Stand gebracht.
Der SÜDKURIER stellt in nächster Zeit ausgewählte Projekte vor:
Umweltberater Gerhard Bronner vom Gemeindeverwaltungsverband der Städte Donaueschingen, Hüfingen und Bräunlingen ist allerdings nicht ganz zufrieden. Seine Wunschmarke waren 200 Hauseigentümer, die sich für die Kampagne „erwärmen“ sollten, nur ein Drittel hat am Ende mitgemacht bei der Aktion. Eines dieser Häuser wurde 1957 als eines der ersten Häuser an der Donaueschinger Talstraße gebaut und gehört Angelika und Günter Brunnenkan:
Die 51-jährige Verwaltungsangestellte und der 57-jährige Polizeibeamte, die das Haus von den Eltern geerbt haben, sind schon jetzt sehr zufrieden mit ihrem umgebauten Zwei-Familienhaus, obwohl die Heizperiode noch gar nicht angefangen hat. Aber schon jetzt, in einem überaus kühlen August mit 15 Grad Außentemperatur, wo der eine oder andere schon die Heizung einschaltet, herrscht in der Wohnung der Familie Brunnenkan eine Temperatur von 22 Grad Celsius.
„Ohne Heizung“, freut sich das Ehepaar über einen ersten positiven Eindruck der nahezu abgeschlossenen Sanierungsarbeiten. Er wird einzig und allein über die effiziente Wärmerückgewinnung der Raumluft erzielt: Die verbrauchte Luft wird über die Lüftung nach außen geleitet, aber die darin enthaltene Wärme wird in einem Wärmetauscher wieder an die Frischluft abgegeben und wieder ins Haus geleitet. Damit ist es allerdings nicht getan bei der Sanierung. Die 25 Jahre alte Ölheizung wurde umgestellt auf Holzpellets.
Ein Holzpellet-Heizkessel ist zwar in der Anschaffung um rund 80 Prozent teurer, als zum Beispiel ein Gasbrenner, aber die neue Heizung hat eben auch ihre Vorteile: „Vorfahrt haben eigene Rohstoffe aus heimischen Wäldern“, erläutert Klaus Faden vom Donaueschinger „Energiebüro 21“, der die Familie Brunnenkam bei der Sanierung beraten hat. Und: „Kein Gas, kein Öl, das war unser Ziel“, betont Günter Brunnenkan.
So verschwand der Erdtank für Öl hinter dem Haus und es wurden elf Quadratmeter Solarelemente auf das Dach gesetzt, ein Solarkessel im Keller und ein Wärmetauscher installiert. „Das kostet viel Geld“, weiß die Familie Brunnenkan, aber es sei ein schönes Gefühl, in der warmen Badewanne zu sitzen und zu wissen, dass damit keine zusätzlichen Energiekosten verbunden seien.
Der Umbau wird vervollständigt durch eine 18 Zentimeter dicke Wärmedämmung der Außenwände und eine acht Zentimeter dicke Dämmung der Kellerwand. Das Dach erhielt eine Wärmedämmung.