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10.09.2012  |  von Klaus Dangel  |  0 Kommentare

Donaueschingen Heimattage-Finale: Tausende erleben buntes Brauchtum

Donaueschingen -  Sympathischer hätte der große Finaltusch des Heimattagejahres kaum ausfallen können als gestern Nachmittag im strahlenden Sonnenlicht auf den Straßen der Innenstadt. Im Umzug der Landesfesttage inszenierten Trachtengruppen und Brauchtumsvereine aus dem ganzen Land die eindrucksvollste und bunteste Parade lebendiger Heimatpflege, die Donaueschingen wohl seit Jahren erlebt hat.

Als „heimliche Gastgeber“ vom Moderator vorgestellt und vom zahlreichen Publikum mit warmem Applaus begrüßt: Die Donaueschinger Frohsinn-Trachtengruppe im Festzug bei prächtigem Sonntagswetter durch die Innenstadt.  Bild: Sigwart

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Autor
Klaus Dangel
Redakteur / Lokalredaktion Donaueschingen

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Unter den Tausenden Zuschauern sah man einen beeindruckten Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Schon zum Baden-Württemberg-Tag im Frühsommer war er da gewesen, jetzt fand er bestätigt: Heimattage im Ausrichterland Donaueschingen, Hüfingen und Bräunlingen, das wurde zum Markenzeichen für viel gut organisiertes Erlebnis und gute Stimmung.

Fast 4000 Teilnehmer in 108 Umzugsgruppen formierten sich zur Mittagsstunde für den Festzug durch die Straßen. Länger als gedacht mussten sie erst noch still halten und pralle Sommersonne auf teils sehr molliger Trachtbekleidung aushalten, weil der prominenteste Zuschauer, der Chef der Landesregierung, mit einiger Verspätung in der Stadt eintraf. Doch gegen 13.30 Uhr ging es endlich los. Der Landesfestzug pradierte, hielt für Kurzauftritte an, zeigte Motivwagen zu heimatlichen Themen vor. Überall wurden die Gruppen vom klatschenden Publikum empfangen.

Kretschmann lauscht Erläuterungen zu Gruppen und Trachtenbedeutungen

Äußerst emsig ging es im Bereich vor dem Rathausplatz zu, wo die Gruppen besonders gerne vor zwei Ehrentribünen die Brauchtums-, Polit- und Baarprominenz grüßten und kleine Einlagen zeigten, umschwirrt von Fernsehkameras des Südwestrundfunks und wissbegierig verfolgt vom Mikrofon der auf Brauchtum abonnierten Fernsehmoderatorin Sonja Schrecklein. In dichten Trauben umrahmten Zuschauer die Szenerie. Mit dem Ministerpräsidenten hörten sie Erläuterungen zu Gruppen und Trachtenbedeutungen, interessant portioniert vom Moderatoren-Duo Thomas Höfler und Anita Ellinger.

Luftiger und lässiger, weil durch den Rathausstau auseinandergezogen, präsentierte sich die Umzugsparade im Karlstraßenverlauf. Am Platz am Hanselbrunnen, dem zweiten Moderationspunkt, hatten die Ansager Jürgen Bertsche und Rebecca Simpfendörfer oft Muße, mit den Zaungästen noch detaillierter auf die bald nachfolgende nächste Gruppe einzugehen. Fast aus den Augen verloren sich die Gruppen des mittlerweile weit in die Länge gezogenen Lindwurms bisweilen dort, wo der Zug an der der Stadtkirche den Knick nach rechts Richtung Josefstraße machte: Einige Zuschauer wollten nach der 65. Gruppe schon gehen, als sie sahen, dass ja doch noch eine Gruppe ums Eck kam und 40 weitere hinterher.

Trachtenjugend ist die Zukunft der Brauchtumspflege

In besonders warmem Beifall sonnten sich die Umzugsgruppen der Heimattage-Gastgeberstädte mit ihren typischen Variationen der katholischen Baartracht und anderen traditionsreichen Brauchtumsmotiven. Viel Sympathie-Applaus auch für eine vielköpfig gemixte Gruppe der Trachtenjugend Baden-Württemberg. Sie sind die Zukunft der Brauchtumspflege im Land, 14 000 Jugendliche sind organisiert, eine stattliche Delegation davon war angereist. Für sie selbst wurde die Landesfestteilnahme zum schönen „Abenteuer Donaueschingen inklusive Hallenübernachtung im Massenlager.

Manche Umzugsformation hatte sich eigens dafür aus mehreren Einzelvereinen zusammengetan. In einem mehrstädtisch gemischten Fanfaranzug etwa, der ausschließlich Naturfanfaren mit dem stechend durchdringenden Klang spielt, wirkten auch die blauen Uniformträger des Fanfaranzugs Donaueschingen mit.

Brauchtumsvorführungen und Blicke in vergangene Zeiten zauberten prächtige Bilder auf die Straße und lockerten den Umzugslauf immer wieder sehenswert auf. Maibändertänze etwa, Fahnenwurfkünste, historischer Bauerntanz aus Biberach. Mehrere Baaremer Motivwagen „Holz aus unserer Heimat thematisierten einen Traditionsrohstoff – und der Langholzzug hatte Rangiermühe, um vom Rathausplatz den Knick in die Karlstraße zu schaffen. Am Umzugsschluss wurde es noch einmal quirlig: Eine große Abordnung aus der Stauferstadt Schwäbisch Gmünd in historischen Gewändern inszinierte mittelalterliches Leben.

Dann war es kurz vor 16 Uhr, der Umzug am Ziel, am Rathaus wartete schon der symbolische Heimattage-Schlussakt mit der Fahnenweiterreichung an die nächste Ausrichtergemeinschaft. Das Festvolk verteilte sich auf zahlreiche Bewirtungsstationen im Stadtbild und feierte bis zum Abend ein prächtig gelungenes Programmjahr-Finale.

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