Mein

Donaueschingen Grasgrüner Klettermax

20.08.2008
Schlagwörter


Tier- und Pflanzenarten oder Biotope sind von den entsprechenden Institutionen zu Naturobjekten des Jahres 2008 gewählt worden. Umweltberater Gerhard Bronner und seine Mitarbeiter stellen diese "Auserwählten" in einer kleinen Serie vor. Heute: der Laubfrosch.

Kaum ein Baaremer Kind hat ihn je gesehen: der Laubfrosch ist der "Lurch des Jahres". Dabei war er früher häufig und wurde als "Wetterfrosch" im Glas gehalten. Nur daumengroß, sollte er durch das Leitersteigen das kommende Wetter anzeigen. Seine Haut ist glatt und einfarbig grasgrün. Da jedoch Farbwechsel möglich sind, gibt es vereinzelt auch gelbe oder hellgraue Exemplare. An der Bauchseite sind sie jedoch einheitlich weiß. Die Männchen sind von den Weibchen durch die Schallblase zu unterscheiden, da diese nur die Männchen haben. Diese Schallblase sitzt unterhalb der Kehle und ist bräunlich. Die Laubfrösche sind überwiegend nachtaktiv, sonnen sich tagsüber auch sehr gerne.

Laubfrösche verfügen über ein hervorragendes Klettervermögen. Da sie an den Finger- und Zehenspitzen scheibenförmige Haftballen haben, können sie besser klettern als viele ihrer Artgenossen. Die Haftballen an den Füßen erlauben ihnen auch, auf schmalen Flächen klettern zu können. Der Laubfrosch bevorzugt Lebensräume wie feuchte Wiesen, Waldränder, Sümpfe und Röhricht. Sie laichen gerne in vegetationsreichen, amphibischen Flach- und Wechselwasserzonen. Die Eiablage findet von April bis Mai statt. Die Laichballen befinden sich knapp unter der Wasseroberfläche im direkten Sonnenlicht. Diese Gelege entwickeln sich deutlich schneller als diese, die zum Boden des Gewässers absinken.

Die Frösche ernähren sich hauptsächlich von Fliegen und Mücken aber auch von Käfern, Raupen und Spinnen. Ihre natürlichen Feinde sind Schlangen, Raubtiere und Stelzvögel wie Storch oder Graureiher oder Raubvögel. Die Laubfrösche sind jedoch vom Aussterben bedroht und kommen in Baden-Württemberg nur noch an wenigen Stellen vor. Der Grund sind vor allem Veränderung der Lebensräume durch den Menschen. Begradigungen von Flüssen und die Trockenlegung von Sümpfen haben viele Lebensräume zerstört.

Früher kam der Laubfrosch am Unterhölzer Weiher vor. Warum er dort ausgestorben ist, weiß man nicht so genau. Es gibt Überlegungen, ihn wieder neu anzusiedeln. Anders als der Biber kann er die Distanz zu seinen nächsten Vorkommen nicht aus eigener Kraft überwinden. Vielleicht wird man also künftig auch auf der Baar wieder seinen Balzruf hören können.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln