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Donaueschingen Gleichklang beim Naturschutz

Bei der Diskussionsrunde „Neuer Oberbürgermeister – neue Impulse für Natur und Umwelt?“ im Evangelischen Gemeindehaus waren sich die Kandidaten größtenteils einig. Nur beim Fluglärm unterschiedliche Ansichten.

Wie halten sie es mit dem Naturschutz? Dieser nicht nur Sach-, sondern auch Gewissensfrage stellten sich die drei Bewerber um den Donaueschinger OB-Sessel gestern Abend auf dem Podium der Umweltgruppe Schwarzwald-Baar (UGS) im gut besuchten Evangelischen Gemeindehaus am Irmapark. Erwachsenenbildnerin Karin Nagel moderierte das Gespräch unter dem herausfordernden Titel „Neuer Oberbürgermeister – neue Impulse für Natur und Umwelt?“ im Endspurt des mehrwöchigen Vorstellungsmarathons der Kandidaten.



„Weil Umweltfragen sehr wichtig sind und damit jeder sein Kreuz an der richtigen Stelle macht“, hatte die UGS zu diesem Abend eingeladen. Als dann noch weitere 50 Stühle in den Saal gebracht waren und über 120 Besucher im beinah voll besetzten Saal ihren Sitz gefunden hatten, gelang es aber nur unter wenigen Aspekten, Björn Klotzbücher, Erik Pauly und Roland Wössner unterschiedliche Positionierungen zu einer umweltfreundlichen und ökologisch orientierten Stadtentwicklung zu entlocken.

Die Donaueschinger OB-Wahl Kandidaten im Video-Porträt





Umweltschutz im persönlichen Leben, das ist heute für jedermann, auch für die drei OB-Kandidaten, voll im Bewusstsein und wird unter anderem mit Fahrrad statt Auto – sofern möglich – und Stromsparen konkret angegangen. Auch bei der Beschaffung von umweltfreundlichen Dienstfahrzeugen und Inanspruchnahme von Carsharing gab es da keinen Dissens.

Gewässerschutz, ein Bereich in dem Donaueschingen unstrittig Nachholbedarf hat, war da schon ein schwierigeres, aber auch kein Streitthema. Wössner verwies auf die Landwirte, die in die Renaturierungsmaßnahmen einbezogen werden sollten. Auch Pauly möchte auf Augenhöhe mit Betroffenen Eigentümern verhandeln und Klotzbücher für diese gesetzliche Vorgabe Mittel freischaufeln. Ebenso war man sich einig, die Durchführung von großen Naturschutzmaßnahmen frühzeitig und offen zu kommunizieren, wie Klotzbücher formulierte. Pauly verwies auf die umfangreichen Fördertöpfe für Klimaschutzmaßnahmen, und Wössner erwog Entschädigungszahlungen für betroffene Landwirte.

Beeindruckt zeigte sich Wössner vom Klimaschutz- und Effizienzkonzept der Stadt. Skeptisch sah Klotzbücher allerdings die mit den Umweltzielen verbundenen auf 30 Jahre anvisierten Amortisationsvorstellungen. Und Pauly verwies auf die guten Ansätze im Energiemanagement der Stadt.

Deutlich auseinander liefen die Vorstellungen vom Umgang mit dem bald freiwerdenden Militärgelände. Pauly machte sich für Preisverhandlungen, Kaufen, Überplanen, Erschließen und Verkaufen stark, um so die Entwicklung in der Hand zu behalten. Klotzbücher verwies auf Grundstückskosten von 15 Millionen Euro. Wössner sprach sich für Überplanung und Verkauf aus, sieht den Verbleib des deutschen Militärs in Donaueschingen aber eher kritisch.

Nach Ideen zur Verbesserung des ÖPNV gefragt, möchte Klotzbücher tatsächliche Bedarfe erfassen und Fachleute einbeziehen. Pauly hält attraktive Busangebote für unumgänglich, während Wössner die Nachfrage skeptisch einschätzt, aber bereits Vorstellungen von Kleinbussen und 8-er Schleifen hat.

Ein weiteres Thema waren die auffälligen Leerstände in der Innenstadt und deren Belebung. Während Pauly auf mögliche Fördertöpfe verwies, sprach Klotzbücher Erfassung und kompetentes Management an und Wössner möchte unter anderem junge Familien für Baulücken in den Ortsteilen interessieren.



In ihren Schlussworten nahmen die Kandidaten auf Wunsch aus dem Publikum zu Fluglärm und Rilax-Warteschleife über der Ostbaar Stellung. Dabei sprach sich Roland Wössner für Windkraft, Gewässerrenaturierung, das Naturschutz-Großprojekt auf der Baar aus und wie Erik Pauly für die Stuttgarter Erklärung zur Begrenzung des Fluglärms. Leitgedanken sind für den Juristen Umweltschutz und Energieeinsparung. Björn Klotzbücher dagegen sprach sich eindeutig gegen die Stuttgarter Erklärung aus, hinter der auch der Schwarzwald-Baar-Kreistag steht.

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