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Donaueschingen/Konstanz Gericht verhandelt Raubüberfall in Donaueschingen

War der Raubüberfall nur Rache für ein unsittliches Angebot, wie der Angeklagte bauhauptet? Vor Gericht gibt's zwei Versionen eines Abends.

Wegen schweren Raubes, versuchter gefährlicher Körperverletzung und wegen eines Diebstahls muss sich seit gestern ein junger Mann vor dem Landgericht Konstanz verantworten. Seit August vorigen Jahres sitzt er in Untersuchungshaft. Ein erster Verhandlungsversuch scheiterte im Januar, es war nicht festzustellen, ob er zu den Tatzeiten 22 oder erst 17 Jahre alt war, wie er plötzlich behauptete. Jetzt wird vor der großen Jugendkammer verhandelt.

Hätte es nach Mitternacht noch eine Zugverbindung von Donaueschingen nach Singen gegeben, wäre ein 49-jähriger Mann im August vorigen Jahres vermutlich nicht Opfer eines Raubüberfalls geworden. Nach einem Bordellbesuch in Villingen hatte er sich nachts mit der Bahn auf den Heimweg gemacht. Doch der Zug endete in Donaueschingen. "Das Taxi nach Singen hätte 100 Euro gekostet", erklärte er gestern. Er habe sich auf der Suche nach einem Hotel befunden, als er in der Max-Egon-Straße von dem Angeklagten angesprochen wurde. Der habe in einem Kauderwelsch gefragt, wo es noch Bier gebe. Das wusste er auch nicht. Später habe er gesehen, wie er die Mauer des Leergutlagers der Fürstenberg-Brauerei hochgeklettert sei. Da habe er aber nur leere Flaschen gefunden.

Dann sei er plötzlich auf ihn zugelaufen und habe gerufen "Geld! Geld!" Daraufhin habe er ihm 150 Euro angeboten, wenn er danach sofort verschwinden würde. Als er den Geldbeutel aus der Tasche zog, habe ihn der Mann mit einem Küchenmesser mehrmals gestochen und geschnitten, insgesamt fünf 100-Euro-Scheine an sich genommen und die Flucht ergriffen. Er selbst habe geblutet und um Hilfe gerufen. Insgesamt fünf Schnitt- und Stichwunden in den Oberarm, im Gesicht und am Rücken mussten später im Krankenhaus versorgt werden.

Der Angeklagte behauptete dagegen, er habe den 49-Jährigen nachts in der Nähe des Bahnhofs getroffen, wo er in einer Shisha-Bar gewesen sei. Der Mann habe ihn gefragt, wo man noch ein Bier trinken könne. Da habe er die Flaschen auf dem Brauereigelände gesehen, die seien aber alle leer gewesen. Danach habe der Mann ihm 50 Euro angeboten, wenn er mit ihm Sex haben könnte. Das habe er als extrem beleidigend empfunden. Aus Rache habe er die 50 Euro nehmen und weglaufen wollen. Als der Mann ihn festgehalten habe, habe er ihn mit dem Messer bearbeitet und sei dann mit den 50 Euro geflüchtet. Im Januar vorigen Jahres soll er in Donaueschingen in einem Supermarkt Waren für 20 Euro gestohlen haben. Der Prozess wird fortgesetzt.

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