Donaueschingen Fünf Fraktionsvorsitzende, eine Musical-Hall und ein Ikea

Die fünf Fraktionschefs aus dem Gemeinderat fühlen den drei OB-Kandidaten auf den Zahn

Sie wissen, wie die Stadtpolitik tickt, denn sie gestalten sie im Gemeinderat mit, die Fraktionssprecher Konrad Hall (CDU), Markus Kuttruff (FDP/FW), Wolfgang Karrer (SPD, Claudia Jasumbek (GUB) und Michael Blaurock (Grüne). Und für sie ist entscheidend, wer künftig ihre Sitzungen leitet. Sie pickten sich mit ihren Fragen beim SÜDKURIER-Wahltalk stets nur einen antwortenden Kandidaten heraus:

Konrad Hall bescheinigte den Vorgängern Everke und Frei ein Umgraben der Stadt auf hohem Niveau und wollte von Roland Wössner wissen, wo er die Stadt im Jahrv 2030 sieht: „Ich will in den sieben möglichen Jahren als OB die Grundlagen für ein erfolgreiches Stadtmarketing schaffen und die südliche Innenstadt mehr in die Entwicklung einbinden, dazu gehört die neue Achse Max-Egon-Straße Richtung Bahnhof und natürlich die besagten Ziele der Konversion erreichen.“
 


Markus Kuttruff wollte von Björn Klotzbücher wissen, wie er die „Marke Donaueschingen“ entwickeln möchte: „Die Marke Donaueschingen ist leider nicht das, was man antrifft. Als Quellstadt des zweitgrößten europäischen Stroms erwartet man als Tourist mehr. Gäste müssen hier erst Donaueschingen erleben können, bevor sie auf den Donauradweg gehen oder sonst weiterreisen.

Dazu gehört mehr Einkaufs- und Bummelerlebnis und ein attraktiveres Brigachufer.“

Wolfgang Karrer ließ auch Erik Pauly ins Jahr 2030 blicken, der dies mit einem ironischen Augenzwinkern quittierte: „Die Kaserne ist zu einem Vorzeigeobjekt geworden, der Tourismus ist deutlich verstärkt, es gibt neue Hotels und auch ein Musical wird sich etablieren. Wir freuen uns noch über die Ergebnisse der Landesgartenschau 2020 und einen Ikea.“

Claudia Jarsumbek wollte wissen, wie Björn Klotzbücher zu Bürgerbeteiligungen steht: „Gemeinde- und Ortschaftsrat müssen für Bürger ansprechbar bleiben und bei Konzeptentwicklungen sollte man Leute einbeziehen. Am Prozessende soll dann aber der Gemeinderat als gewähltes Gremium entscheiden und nicht Bürgerentscheide.“

Michael Blaurock ließ Roland Wössner angesichts der bedrohten Werkrealschule in die Schullandschaft der Zukunft schauen: „Die Schulen im Land befinden sich in einem Umwälzungsprozess. Ob die Gemeinschaftsschule der richtige Weg ist, zeigen uns die Rückmeldungen der Eltern. Der Weg in eine Gemeinschaftsschule wird sich aber abzeichnen.“

16-Jährige dürfen kommende Woche mitwählen, bei den Kommunalwahlen aber nicht gewählt werden. Deshalb wollte Wolfgang Karrer von Roland Wössner wissen, wie er die Jugendlichen in die Stadtpolitik einbeziehen möchte: „Jugendkonferenzen wären ein Ansatz, Jugendliche für die Stadtpolitik zu gewinnen, ein Jugendrat ein möglicher zweiter Schritt.“

Wo sieht Björn Klotzbücher zwei neuralgische Punkte in 15 Jahren, wollte Markus Kuttruff wissen: „Ich wünsche mir die Musikschule angesichts des Ganztagsschulbetriebs räumlich näher an den Schulen. Das Gebäude beim Lammplatz könnte dann für Ausstellungen oder als Stadtmuseum genutzt werden. Dann hätten wir hier ein richtiges Museumsviertel. Als zweiten Punkt sehe ich ein Schulzentrum beim Gymnasium inklusive Realschule, Musik- und Kunstschule.“



Und wie sieht Erik Pauly das Schulangebot (Frage von Konrad Hall)? „Donaueschingen braucht einen langfristigen Plan. Man kann nicht alles laufen lassen. Entscheidend ist, dass wir jedem Schüler das optimale Angebot bieten.“

Und wie sieht Erik Pauly den Tourismus (Claudia Jarsumbek)? „200 000 Übernachtungen sind gut, lassen sich aber steigern. Wir müssen die Tagestouristen halten, der Radweg sollte in der Stadt beginnen und attraktive Ziele in der Stadt sollten touristisch verbunden werden. Es reicht nicht, nur für die Stadt zu werben, es müssen auch Angebote da sein. Und vielleicht schaffen wir es auch gemeinsam mit dem Fürstenhaus, das Lammtor (zur Donauquelle, Anm.d.Red) aufzukriegen.“

Die Donaueschinger OB-Wahl Kandidaten im Video-Porträt






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