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Donaueschingen Frank Schuttert jüngster CHI-Reitturnier-Sieger

17.09.2012
Donaueschingen -  Den größten Erfolg in seiner noch jungen Karriere feierte das niederländische Springreitertalent Frank Schuttert gestern vor 16.000 jubelnden Zuschauern im Schlosspark beim Großen Preis. Gegen fünf Konkurrenten im Stechen setzte er sich mit der schnellsten Zeit durch, mit einer halben Sekunde Vorsprung vor dem 31-jährigen Schweden Henrik von Eckermann (10 000 Euro Preisgeld) und der 28-jährigen Belgierin Annelies Vorsselmans (8000 Euro). Der Sieger gewann ein Auto im Wert von 25 000 Euro.

Mit 19 Jahren der Überraschungssieger im Großen Preis von Donaueschingen beim 56. Fürst Joachim zu Fürstenberg-Gedächtnisturnier: Die Fürstenfamilie mit Erbprinz Christian, Fürstin Maximiliane, Prinzessin Jeannette und Fürst Heinrich zu Fürstenberg (v.l) gratuliert mit dem Siegerpokal dem Niederländer Frank Schuttert.  Bild: Brunner

Kein Turnier ohne sie: die Fürstenberg-Fallschirmspringer.

Die wichtigste Prüfung in der Dressur, den Grand Prix Special, gewann gestern Anabel Balkenhol auf Dablino. Prinzessin Jeannette zu Fürstenberg und Turnierchef Kaspar Funke gratulieren.

Herrliche Kulisse: 16 000 Besucher kamen allein gestern in den Schlosspark. Die meisten verfolgten den Turnierhöhepunkt, den Großen Preis auf dem Springplatz.

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„Ein richtig schönes Auto, mein erstes bei einem Turnier und mein erster Großer Preis auf diesem Nivau“, strahlte der Holländer anschließend vor Journalisten.

Dabei hatte der junge Reiter alle Mühe seine neunjährige Stute überhaupt auf Kurs zu bringen. Die vielen Zuschauer und auch der Stadionsprecher erwarteten ihn eigentlich längst im Stadion, doch „Winchester HS“ sorgte im Eingangsbereich mit kräftigen Ausschlägen für Unruhe bei den Zaungästen. „Die 9-Jährige ist noch jung und etwas speziell“, spielte Schuttert auf das Temperament seines Pferdes an.

Doch endlich auf dem Platz angekommen, zeigte das Tier seine Stärke, denn viele der 45 Starter im Großen Preis hatten ihre liebe Not mit dem schweren Parcours von Olaf Petersen jun., der seit seiner Nachfolge auf seinen Vater in Donaueschingen sehr anspruchsvoll baut. Nur 39 Reiter sahen das Ziel, lediglich sechs ereichten das Stechen. Vor allem der Tempowechsel beim Wassergraben auf den Steilsprung und die dreifache Kombination vor der Zieldurchquerung hatten es in sich.

Aber auch nach Stechen und Siegerehrung wurde es bei der Pressekonferenz noch einmal interessant, denn Turnierchef Kaspar Funke freute sich über „sieben wunderbare Jahre“ in Donaueschingen, die ihn offenbar zu großen Plänen inspirieren.

Nachdem er das Wachsen auf zwei Turnierwochenenden vor einigen Jahren schon mal angedeutet hatte, will er 2013 nun Nägel mit Köpfen machen und Amateurspringreitern ein größeres Forum bieten, möglicherweise auch für Dressurreiter zusätzliches Programm bieten, aber vor allem ein Championat für sechs- bis siebenjährige Nachwuchspferde etablieren und hier in der Reiterszene „richtungweisende Signale“ setzen. Denn der Nachwuchs im Reitsport, bei Reitern wie Pferden, hat es Funke angetan.

Er setzt auf junge hungrige Reitsportler und weniger auf die in die Jahre gekommenen großen Namen, die viel Antrittsgeld verlangen und in diesem Jahr fast alle fehlten. Dafür musste Funke von einigen Journalisten Kritik einstecken, weil sie sich ums Renommee des Turniers fürchten, doch Funke setzt auf ein „Sportevent mit Erlebnischarakter“: „Die Leute kommen nicht wegen ein paar großen Namen, sie wollen auf dem Reitturnier etwas erleben. Und wir bieten Vielfalt und Qualität. Bei der Dressur waren die Olympiareiterinnen am Start und der Große Preis war sehr schwer und bot großen Sport. Und der Besuch gibt uns recht.“

47 000 Besucher an den vier Turniertagen meldete Funke offiziell, 3000 mehr als 2011. In dieser Zahl stecken allerdings auch die geschätzt 9000 Zuschauer des Festzugs durch die Stadt zum Auftakt am Donnerstag. Beim letzten Turnier vor der Funke-Ära 2005 waren es noch traurige 18 000 Besucher bei zwei Disziplinen (Springen und Fahren) mit einem enormen finanziellen Defizit, das für den Wechsel zu Funkes Escon-Marketing sorgte. Und auch OB Thorsten Frei freut sich über diese Entwicklung: „Das Turnier hat sich in diesem Jahren in vielerlei Hinsicht verdoppelt, in der Zahl der Disziplinen, der Zuschauer oder der Zahl der Ausstellung von 60 auf 130.“

Nach dieser rasanten Entwicklung soll es in diesem Tempo , mit Ausnahme des Ausbaus auf zwei Wochenenden, aber nicht weiter gehen. „Wir wollen weiterhin eine gesunde Veranstaltung: Das heißt eine moderate Anhebung der Preisgelder, vor allem bei den Gespannfahrern, einige bauliche Veränderungen bei der Dressur und beim Fahren und eine Beschränkung auf die derzeit vier Disziplinen.

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