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Donaueschingen Etwas andere Art der Kunstpräsentation

Künstlergilde-Vernissage mit Musik und Lyrik. Andieh Merk und Jürgen Weing überraschen.

So um die 140 Arbeiten von Mitgliedern der Künstlergilde Donaueschingen wecken derzeit die Aufmerksamkeit im Bartók-Saal der Donauhallen. Die Jahresausstellung 2015 mit 31 Künstlern, unter ihnen zwei Gastaussteller, hat Format und Qualität. Donaueschingens Oberbürgermeister Erik Pauly und Charly Walter, der Vize-Vorsitzende des 1972 gegründeten Vereins, eröffneten die Ausstellung am Freitagabend vor rund 140 Besuchern. Für eine etwas andere Einführung in die Kunst sorgten der Musiker Andieh Merk und der Lyriker Jürgen Weing aus Kißlegg im Allgäu.

Mit Saxophonen und Flöten, einer Hang-Drum und lyrischen Texten belebten die beiden die Kunstwerke mit ihren Kommentaren: Klänge und Töne, die man sonst eher von den Musiktagen kennt und lyrische Bildbeschreibungen, die den einzelnen Künstler treffend und manchmal auch mit seinen Geheimnissen charakterisieren. So zeigten sich viele der rund 140 Vernissage-Gäste, unter ihnen Alt-OB Bernhard Everke, Hüfingens Bürgermeister Anton Knapp sowie Donaueschingens Kulturamtsleiterin Lina Mell freudig überrascht. Karl-Heinz Naumann, der frühere Leiter der Musikschule Donaueschingen, geriet richtig ins Schwärmen über diese etwas andere Art der Kunstpräsentation.

Zuvor lobte OB Pauly „dieses freudige Ereignis in den Donauhallen“. Man müsse langsam aufpassen, „dass nicht die Kunst der Musik den Rang abläuft“. Er freute sich über den „interessanten und großen Rahmen“, in dem seit 1972 einmal im Jahr Kunstwerke zu einer Ausstellung zusammengeführt werden und sich so die Möglichkeit biete, dieses fleißige Schaffen zu betrachten.

„Wir wollen Aufmerksamkeit wecken“ sagte Charly Walter in seiner Einführungsrede. Der Vize-Vorsitzende der Künstlergilde, der für den erkrankten Wolfgang Zimmermann, die Ausstellung eröffnete, hob die reichhaltigen Ideen hervor, die in der Ausstellung umgesetzt seien. „Anmut, Nachdenklichkeit, Ideen, raumgreifende Skulpturen und Konzepte, Malereien und Skulpturen zeigen: Wir Künstler sind vielfältig und offen für die Kunst in der Region und darüber hinaus“. Die Welt wolle leben und sich entfalten, „die Welt und die Evolution sind kreativ, wir sind ein Teil davon“, sagte er, „neue Arrangements und Impulse fördern, das heißt Künstler sein“. Walter, schloss seine Rede mit einem Wort von Albert Einstein: „Das Schönste, was wir finden können, ist das Geheimnisvolle“.

Andieh Merk und Jürgen Weing, der Musiker und der Lyriker, stellten in ihren Einlagen die „Sinnfrage, warum stelle ich aus“? Ihre Antworten sind witzig, ironisch, kritisch aber auch treffend auf das Werk bezogen: „Wegen Können, wegen Müssen, wegen Bunt, wegen Geld“. Sie ironisieren betriebswirtschaftlich plattes Geschwätz, wonach der Ifo-Index pro Leinwand „pinselbereinigt“ auf 192,5 Punkte angestiegen sei und die Künstler für nächstes Jahr eine höhere Produktivität planten. Musik unterlegt den gesprochenen Text. Flöte, Saxophone und die Hang-Drum, die mit Fingern und Händen geschlagen, wird, lässt alte asiatische Klänge entstehen. Dabei wurde das Hang, eine aus zwei metallenen Halbkugeln zusammengesetzte Trommel, im Berner Oberland erfunden und nicht in Asien.

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