Donaueschingen Eisvögel bekommen Starthilfe

Angler bauen Nisthilfen in den Riedsee-Biotopen. Naturschutz ist Teil der Arbeit des Vereins.

„Hier ist die Welt noch in Ordnung“, hört man Freunde des Angelsports des Öfteren sagen. Fernab von E-Mail-, Arbeits- und ja, vielleicht sogar familiärem Stress findet man bei der Jagd auf frischen Fisch am beruhigenden Element Wasser sein Seelen-(Petri)-Heil. Langweilig? Denkste! Denn ab dem ersten Posen-Wurf herrscht eine stete Spannung auf den großen Fang. Es gleicht freudig-angespanntem Kitzeln, wenn die Rutenspitze zittert, der Schwimmer leichte Wellen schlägt und plötzlich mit einem Ruck untergeht. Dann ist es Zeit für das Highlight: Volle Konzentration darauf, die Beute sicher an Land zu bringen. Wieder zuhause schmeckt nichts besser als der selbst gefangene Fisch. Soweit zum sportlichen Teil einer Mitgliedschaft im Anglerverein.

Von der Arbeit drumherum, dem unentwegten Einsatz für Naturschutz und dem Erhalt der Ökosysteme konnte sich die SÜDKURIER-Redaktion vor wenigen Tagen hautnah überzeugen. Nachdem die Anglervereinigung Donaueschingen/Pfohren, unter Leitung des Vorsitzenden Günter Müller, seine Mitglieder bereits mehrmals zum Arbeitseinsatz an den Gewässern aufrief, stand mit dem Bau von Nisthilfen für Eisvögel das nächste Wochenendprojekt auf dem Plan. Und so wateten am vergangenen Samstag zehn Vereinsmitglieder in kniehohen Stiefeln durch die Riedsee-Biotope gegenüber der Firma Mall in Pfohren. Es galt vier geeignete Stellen zu finden, die beste Voraussetzungen für die Brutzeit des blau-bräunlich gefiederten Schönlings bieten.

Schwieriger als geplant, stellte sich schnell heraus. Denn Eisvögel benötigen Nester an Steilhängen, die sie aus dem Flug heraus geradlinig ansteuern und begehen können. Also musste rund um den circa 50 Zentimeter langen Brutsteg und quadratförmigen Brutkasten eine senkrechte Vorrichtung gebaut werden, bestenfalls an flachen Wasserstellen, um Kleinstfische als Nahrung in direkter Nähe zu haben. „Auch ein see-überhängendes Geäst wäre praktisch“, so Müller und ergänzt überzeugt wohlwollend: „Von hier aus können die Vögel mit hoher Zielstrebigkeit zum Steilflug, dem Stoßtauchen, ansetzen und ihre Beute in Form von kleinen Barschen, Rotfedern und Hechten ergattern. Eisvögel fressen alles bis zu einer Größe von rund sechs Zentimetern.“ Nach intensiver Suche wurden die vier besten Stellen ausfindig gemacht. Eine Nisthilfe steht auf einer Insel in der Nähe des großen Zeltplatzes, die anderen drei in den Biotopen am südöstlichen Seeufer.

Da man diese Naturschutzgebiete nicht betreten darf, finden die Vögel ausreichend Ruhe. Am liebsten würden die Anglerfreunde das Eisvogel-Projekt auf umliegende Donauufer ausweiten.


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