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Donaueschingen Echte Schätze in der alten Werkstatt

Mundart-Treff zu Gast bei Günter Stadler in PfohrenIndustrie-Geschichte wird hier wieder lebendig

Donaueschingen – Dieser Tage hatten Günter Stadler und seine Frau Vera die Teilnehmer am Mundartreff der Bürgerstiftung zur Besichtigung der von ihnen in der alten Werkstatt in Pfohren gesammelten Schätze aus längst vergangener Zeit eingeladen. Für die Teilnehmer war es ein interessanter Abendtermin, in dessen Rahmen der Firmenchef persönlich interessante Informationen insbesondere zum Maschinenbau zu Beginn der Industrialisierung und zur Stromerzeugung mittels Wasserkraft gab.

Günter Stadler geht als Inhaber der Stadler Stahlbau GmbH mit der Zeit. So steht zum Beispiel in seinem Betrieb im Industriegebiet Oberes Öschle in Pfohren ein moderner CNC-Brennschneidroboter, der dort sowohl die Fertigungspallette als auch die betrieblichen Arbeitsabläufe deutlich verbessert. Der studierte Maschinenbauingenieur schätzt aber auch die handwerklichen Qualitäten der Altvorderen. Jedenfalls hat er die alte Schmiedewerkstätte mitten im Dorf, in der vor ihm sein Vater, sein Großvater und sein Urgroßvater das Eisen mittels Esse, Ambos und Schmiedehammer bearbeiteten, nicht der Moderne geopfert, sondern den wichtigsten Werkzeugen des Dorfschmieds in der alten Werkstatt wieder liebevoll den ihnen gebührenden Platz eingeräumt. Die Werkstatt wird zum einen weiterhin betrieblich genutzt, bietet darüber hinaus aber auch Gelegenheit, interessante Schaustücke des Schmiedehandwerks, einem alten Handwerkszweigs, der in früheren Jahrhunderten zusammen mit dem Wagner im bäuerlichen Leben des Dorfs eine bedeutende Rolle spielte, zu präsentieren.

Der Hang zur berufsbedingten Nostalgie muss für Günter Stadler aber nicht unbedingt mit der Handwerkstradition seinen Vorfahren zu tun haben. Er kann sein Herz auch an Dinge hängen, die mit der ehemaligen Schmiedewerkstatt in Pfohren überhaupt nichts zu tun haben. „Es wäre schade, wenn markante Zeugnisse hervorragenden handwerklichen Könnens aus der Zeit der im ausgehenden 19. Jahrhundert sich rasant ausbreitenden Industrialisierung nur noch unter dem Aspekt des jeweiligen Schrottwerts betrachtet würden und aus diesem Grund unwiederbringlich verloren gingen“, meint Günter Stadler und wird mit dieser Aussage von seiner Frau Vera voll unterstützt.

Deshalb konnte sich Stadler nicht vorstellen, dass die alte Kraftwerksturbine mit Generator des Laufwasserkraftwerks Mambach im Wiesental zum Schrottwert den üblichen Weg technisch überholter Maschinen gehen würde, als sich der Stromproduzent Energiedienst in dieser Hinsicht Gedanken machte. Rund 120 Jahre lang hat die von der Firma Voith in Heidenheim speziell für Mambach gebaute Francis-Spiralturbine in perfekter Zusammenarbeit mit dem gleichaltrigen Strom-Generator der Firma Siemens und Schuckert in Berlin auf absolut ökologischer Art Strom erzeugt, mit dem das Dorf Mambach, die Stadt Zell im Wiesental sowie eine Spinnerei und eine Papierfabrik versorgt wurden.

2015 wurden diese Turbine und ihr jüngere Schwester außer Betrieb genommen und im Zuge des Ausbaus der erneuerbaren Energien durch eine wesentlich leistungsfähigere Francis-Maschinen-Gruppen ersetzt, erfugren die interessierten Besucher. Das Kraftwerk Mambach selbst wurde zwischen 1897 und 1899 erbaut und ging im Dezember 1899 in Betrieb.

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