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Donaueschingen Donaueschinger Musikfreunde planen Kalliwoda-Symposion

Der neue dritte Vorsitzende der Musikfreunde, Friedemann Kawohl, stellt den Donaueschinger Komponisten und Hofkapellmeister Johann Wenzel Kalliwoda in den Mittelpunkt. Er ist vor 150 Jahren gestorben.

Im November wählte die Mitgliederversammlung neben dem neuen Präsidenten Andreas Wilts Friedemann Kawohl aus Villingen zum neuen dritten Vorsitzenden. In Donaueschingen ist er kein Unbekannter mehr, ist er doch seit geraumer Zeit der Präsident der geschichtlichen Abteilung des Baarvereins. Und manch einer fragte sich, warum Kawohl sich diese Doppelbelastung zumutet. Als Musiker und als Musikwissenschaftler ist es indes sein großes Interesse an dem exzellenten Musikangebot in dieser Region, speziell aber in der Musikstadt Donaueschingen mit ihrer großen Tradition, das ihn zum Mitmachen anregt.

Er bedauert, dass der kommerzielle Konzertbetrieb heute immer mehr den gängigen Marktgesetzen gehorche und weniger das „gemeinsame Erleben eines Konzerts als mit gemeinschaftsbildender Funktion“ anstrebt. Kawohl meint, „dass der professionelle Betrieb gar nicht mehr nach dem Sinn seines Tuns fragt“, und er spricht gar von einer „Art professionellem Leerlauf“.

Mit seinem Engagement möchte Kawohl wieder das bürgerschaftliche Element mehr ins Spiel bringen, damit das so genannte „Donaueschinger Modell“ unterstützen, in dem der bürgerliche Verein, der die „Gesellschaft der Musikfreunde“ ja ist, in enger Verflechtung mit der Stadt – sie stellt ihren jeweiligen Kulturamtsleiter und ihre Infrastruktur zur Verfügung – das musikalische Programm der Stadt in Vorstand und Beirat erarbeitet und gestaltet. Eine konkrete Vorstellung Kawohls ist, Einführungen zu den Konzerten anzubieten, um das Publikum wieder dazu zu bringen, die Musik nicht bloß zu konsumieren, sondern wieder mehr darüber zu reden. Eine Einführung zum Klavierabend mit Bernd Glemser wurde bereits im letzten Jahr erfolgreich durchgeführt.

Ein großes Projekt, das Friedemann Kawohl bereits als Vorsitzender des Baarvereins plant und das in Zusammenarbeit mit den Musikfreunden im Dezember diesen Jahres stattfindet, ist das Gedenken an den 150. Todestag des großen Donaueschinger Komponisten, des Fürstlich Fürstenbergischen Hofkapellmeisters Johann Wenzel Kalliwoda, am 3. Dezember 2016.

2001 hatte die Gesellschaft der Musikfreunde zusammen mit dem Baarverein mit einem Vortrag, zwei Konzerten im Schloss und in der Donauhalle sowie der Aufführung der Messe A-Dur in St. Johann des 200. Geburtstags am 21. Februar 1901 gedacht. Nun soll anlässlich des Todestags vom 2. bis 4. Dezember 2016 ein Symposion zu einem der bedeutendsten Komponisten Südwestdeutschlands aus Donaueschingen stattfinden. Namhafte Referenten und Kalliwoda-Experten, wie László Strauß-Németh, Andreas Wilts sowie Thomas Kabisch (Trossingen), werden die verschiedenen Aspekte Kalliwodas und seiner Zeit im frühen 19. Jahrhundert beleuchten: Die Themen sind Kalliwoda als Hofkapellmeister und sein Wirken am Fürstenhof, Kalliwoda der (Geigen-) Virtuose und Kalliwoda als Autor. Am Samstag 3. Dezember, gibt es am Abend im Strawinsky-Saal als musikalischen Höhepunkt ein Konzert mit Werken von Johann Wenzel Kalliwoda.


Kalliwoda-Konzert

Die Gesellschaft der Musikfreunde eröffnet das Gedenkjahr an den berühmtesten Donaueschinger Komponisten, den langjährigen Fürstenbergischen Hofkapellmeister Johann Wenzel Kalliwoda, dessen Todestag sich dieses Jahr zum 150. Male jährt, mit einem Konzert der Hofkapelle Stuttgart unter der Leitung von Frieder Bernius am Sonntag, 31. Januar, 19 Uhr, im Strawinsky-Saal der Donauhallen. Frieder Bernius ist seit vielen Jahren darum bemüht, das Musikleben mit der Entdeckung von Werken von Komponisten des deutschen Südwestens aus dem frühen 19. Jahrhundert zu bereichern.

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