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Donaueschingen Der Plääri feiert 80-jähriges Bestehen

Zum dritten Mal in ihrer Geschichte treten die Pläri beim großen Umzug in Erscheinung

Die 1936 gegründeten „Plääri“ der Narrenzunft Frohsinn Donaueschingen feiern ihr 80-jähriges Bestehen. Vielen sind sie wenig bekannt, da sie nur am Fasnetzieschtig bei der Beendigung der fünften Jahreszeit in Erscheinung treten.

In ihrem Jubeljahr jedoch werden sie auch am großen Umzug im Landauer sitzen, um sich den Umzugsbesuchern zu präsentieren. Es ist dies erst der dritte Auftritt außerhalb des Fastnachtsdienstags. 1936 traten die Plääri erstmals in der Öffentlichkeit auf, die beiden Masken und das Häs schuf der Bildhauer Fritz Götz, der im Zweiten Weltkrieg gefallen ist. Die Lindenholzlarven wirken traurig mit erhabenen Tränen. Im Dialekt ist ein Plääri einer, der weint oder heult. Bis zum Anfang des Krieges zogen die Plääri durch die Stadt und verkündeten am Dienstag das Ende der Fastnacht.

1978 fand zum 125-jährigen Bestehen des Frohsinns eine Ausstellung statt, nach der die Ehefrau von Fritz Götz dem Altoberhansel die beiden Larven ihres Mannes übergab, mit der Bitte, sie zum Fastnachtsende wieder zu tragen. In den folgenden Jahren übten zwei altgediente Hansel diesen Brauch wieder aus.

1982 wurden vom Hüfinger Bildhauer Otmar Mayer fünf neue Plääri-Larven geschaffen, von dort an waren es sieben Plääri. Aktuell schlüpfen Heiner Murrer, Klaus Sarnes, Ralf Fricker, Helmut Hinrichs, Johannes Vosseler, Dieter Schulz und Wolfgang Reiter am Fastnachtsdienstag ins Häs der Plääri. Nur langgedienten und engagierten Persönlichkeiten der Zunft wird diese Ehre zu teil. Und, der Plääri ist immer nur im Ort unterwegs, das heißt: Er tritt nicht bei auswärtigen Narrentreffen oder Umzügen auf. Ohne Schellen, mit schwarzen anstatt bunten Tüchern und schwarzen Handschuhen wird der fröhliche Hansel zum Plääri. Auch der Blumenkranz um die Larve weicht einem schwarzen Rand. Sie beenden im Trauerflor die Fasnet am Hanselbrunnen.

Plääri-Gründer Fritz Götz wurde am 11. Mai 1908 in Donaueschingen geboren. Er studierte in Karlsruhe Holz- und Bildhauerei sowie Architektur. Danach war er Gewerbeschullehrer in Blumberg und Donaueschingen. Selbst aktiv als Hansel, schuf er 1936 den Plääri. Er fiel im Krieg in Frankreich am 17. Juni 1944, erst zehn Jahre nach seinem Tod tauchte der Plääri an der Fastnacht wieder auf.

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