Donaueschingen – Das Städtedreieck hat vor 20 Jahren mit einem Umweltbüro neue und ungewöhnliche Akzente gesetzt. Mit dem promovierten Biologen Gerhard Bronner bekam ein Mann seine erste feste Stelle.
Er setzte in Fragen der Ökologie und Umweltpolitik ebenfalls frische und ungewohnte Akzente auf der Südbaar. Gestern nun feierte Bronner die hinter ihm liegenden zwei Jahrzehnte mit einem launigen Fest und einer ebenso launigen Bilanz im Allmendshofener Belvedere-Pavillon.
Gebackene Baaremer Biber und belegte Brötchen gab es als Vorspeisen, zum Trinken, ganz ökobewusst, Baaremer Apfel-Birnen-Secco aus den Streuobstwiesen der Region. Und viele Worte der Anerkennung und des Dankes für zwei Jahrzehnte erfolgreiche Umweltpolitik, eine tolle Rede des Umweltberaters, der seine Bilanz in konkret fassbaren Gegenständen veranschaulichte: Das Brett mit den dicken Löchern, die es zu bohren galt, ein Berg von Informationsbroschüren, ein Hausmodell, dem er mit seiner eigenen Strickmütze eine Wärmedämmung verpasste, ein Modell, mit dem er Besuchern seines Büros Fluss-Renaturierungen vorher und nachher zu erklären versucht, ein ärmelloses Hemd, das seine hemdsärmlige Arbeitweise symbolisiert.
Gerhard Bronners Erfolge sind zahlreich, wenn auch nicht alles ohne Konflikte abging. Nicht immer stand bei den Entscheidungen das Wort ökologisch im Vordergrund, aber die Diskussionen hatten Langzeitwirkung, weil sie Tröpfchen für Tröpfchen Veränderungen bewirkten. Echte Flops gab es keine, wohl eher verpasste Chancen, räumte Bronner Rückschläge ein. „Es ist mir nicht ausreichend gelungen, ein Problembewusstsein für den Landschaftsverbrauch zu erzeugen“, übte der wackere Schwabe Selbstkritik. Er setze darauf, die Ortskerne zu beleben, damit nicht in wenigen Jahren die Dörfer aussterben. Er nannte auch den nicht durchgesetzten Anschlusszwang von Neubaugebieten an eine zentrale Wärmeversorgung. Vielleicht hat hier der Mut gefehlt.
Bronner hat das Umweltbüro mit Inhalt gefüllt, zumal beim Start 1990 noch nicht klar war, wie die Aufgabe überhaupt aussehe. „Ich bedanke mich für die inhaltlichen und zeitlichen Freiräume, die man mir gelassen hat“, sagte er. Und: „Es tröstet mich, dass man immer wieder auch engagierte Verteidiger findet“, erinnerte er an die verstorbene Tierschützerin Maria Hemmerle, die ja hin und wieder auch Stadträten deutlich ihre Meinung gesagt haben soll.
„Umweltschutz ist nicht alles, aber ohne Umweltschutz ist alles nichts“, urteilte Bräunlingens Bürgermeister Jürgen Guse, derzeit Vorsitzender des Gemeindeverwaltungsverbandes, über Bronners erfolgreiche Arbeit. Dabei halfen die drei Gemeinden mit. Guse bedankte sich bei ihnen, weil sie auch in finanziell knappen Zeiten nie eine Kürzung der Mittel für das Umweltbüro ins Auge gefasst hätten. Als Mitstreiter nannte Guse die Fraktionen in den Gemeinderäten, die Umweltgruppen, die Naturschutzbeauftragten des Landkreises. Er lobte die intensive kommunale Zusammenarbeit in Fragen der Umwelt und nannte Bronner eine gute Wahl, weil er seine Wünsche nicht in einer fundamentalistischen Art, sondern immer mit einem Lächeln und charmant vorgetragen habe. „So wurde Bronners Büro das Umweltgewissen unserer drei Städte“.