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Donaueschingen Demo-Samstag: 240 Teilnehmer für Toleranz und Mitmenschlichkeit

Mit 240 Teilnehmern hat die „Mahnwache für Toleranz und Mitmenschlichkeit“ erneut ein Zeichen gesetzt. Die beiden linken und rechten Kundgebungen hatten deutlich weniger Teilnehmer.

Groß war die Hoffnung, dass es sich bei dem Demonstrations-Samstag im November um eine einmalige Begebenheit gehandelt hatte. In der vergangenen Woche dann die Nachricht: „Nein zum Heim“ plant eine weitere Veranstaltung, Linke und Bürger ziehen nach und melden ebenfalls Kundgebungen an.

Doch die Nervosität, die noch bei der ersten Veranstaltung in der Stadt zu spüren war, gab es dieses Mal nicht. Während „Nein zum Heim“ dieses Mal ihre Kundgebung für den Platz am Hanselbrunnen angemeldet hatten, trafen sich die Teilnehmer der „Mahnwache für Toleranz und Mitmenschlichkeit“ vor dem Irish Pub und die autonome Linke vor der City-Pizzeria. Die Polizei zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Kundgebungen, letztendlich wurde nur ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz festgestellt.

Mit 240 Teilnehmern war das bürgerliche Lager auch dieses Mal die stärkste Gruppe – allerdings waren es nur gut ein Drittel der Teilnehmer im Vergleich zum ersten Demo-Samstag. Die autonome Linke waren nach eigenen Aussagen rund 50 Leute – ebenfalls etwas weniger als im November. Etwas Zulauf hat hingegen „Nein zum Heim“ erhalten, wo dieses Mal auffällig war, dass unter 95 Teilnehmern den Worten der Redner folgten, die nicht dem Kleidungscodex mit überwiegend schwarzen Kleidungsstücken und extremen Kurzhaarfrisuren folgten.

„Mahnwache für Toleranz und Mitmenschlichkeit“: Die Menschenkette reichte auch dieses Mal bis zum Musikantenbrunnen vor dem Rathaus. Michael Blaurock mahnte am Megafon an, dass nicht Politik alles lösen könne, sondern dass die Bürger ihre inneren Werte nach oben holen müssten und mehr Toleranz und Gerechtigkeit zeigen müssten. Dass auch zur zweiten Demo sich wieder die Bürger in deutlicher Mehrheit befanden, das konnte Blaurock nur mit einem Wort beschreiben: „Wunderschön.“ Für die Demokratie müssten die Bürger einstehen und das sehe er hier in Donaueschingen, so der Landtagsabgeordnete Niko Reith. „Deshalb können wir die Parolen, von denen es mir schlecht wird, nicht einfach stehen lassen“, mahnt Reith an. Auch Martina Wiemer, Martina Schmitt und Franz Ritter riefen zu mehr Toleranz und offenen Herzen auf.

„Rassisten stoppen“: Robert Hertkamp, Sprecher vom offenen antifaschistischen Treffen: „Wir wollen die Parolen von Nein zum Heim nicht unkommentiert stehen lassen. Diese sollen sich nicht einfach so weiter verbreiten. Wir wollen außerdem zeigen, dass nicht alle dieser Gesinnung hinterher laufen. Wehret den Anfängen kann ich dazu nur sagen.“ Seine Anhänger vor dem Bistro Baar sorgten für ordentlich Lärm in Richtung Hanselbrunnen.

„Nein zum Heim“: „Wenn wir schon schwarzsehen wollen, warum dann nicht schwarz-rot-gold“, fragte Johannes Hartmann, der die Veranstaltung angemeldet hat. Seine Zuhörer rufen: „Wir sind das Volk.“ Hartmann spricht viel von Heimat, Gott und Liebe und germanischem Blut. Allerdings spricht er nicht mit jedem – beispielsweise nicht mit uns. Er möchte keine Fragen beantworten. Sein Nebenmann wird noch deutlicher: „Ich denke, es ist wohl besser wenn Sie jetzt gehen“, sagt der junge Mann zweimal mit Nachdruck.

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