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Donaueschingen DS-Kennzeichen kehrt zurück

07.07.2012
Donaueschingen -  Die Wiedereinführung des Autokennzeichens DS kommt frühestens im November. Mit der Kreisreform in den frühen 1970-ern wurde auch das DS-Kennzeichen zum Auslaufmodell. Bis heute hat es nur noch auf Oldtimern und landwirtschaftlichen Fahrzeugen überlebt. Doch schon in wenigen Monaten wird „DS“ auf die Straßen zurückkehren (wir berichteten). In einer Pressekonferenz am heutigen Freitag hat Professor Ralf Bochert, der die bundesweite Initiative an der Hochschule Heilbronn wissenschaftlich begleitet, den Start konkretisiert: Wenn alles reibungslos laufe, könne die Wiedereinführung zum 1. November erfolgen.

Hauptamtsleiter Tobias Butsch (links) und Professor Ralf Bochert von der Hochschule Heilbronn freuen sich auf die Wiedereinführung alter Kennzeichen. Während „WZ“ für Wetzlar über eine Sonderregelung schon seit dem 1. Juli wieder gilt, könnte es für „DS“ zum 1. November soweit sein.  Bild: Vollmer

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Mit der Kreisreform in den frühen 1970-ern wurde auch das DS-Kennzeichen zum Auslaufmodell. Überlebt hat es nur noch auf Oldtimern und landwirtschaftlichen Fahrzeugen, wird dort aber immer gerne gesehen.

Und schon in wenigen Monaten wird „DS“ auf die Straßen zurückkehren und für alle im Landkreis zu haben sein ( wir berichteten ). In einer Pressekonferenz konkretisierte gestern Professor Ralf Bochert, der die bundesweite Initiative an der Hochschule Heilbronn wissenschaftlich begleitet, die Rückkehr: „Wenn alles reibungslos läuft, kann die Wiedereinführung zum November erfolgen.“

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Bochert lehrt in Heilbronn Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Tourismus und vor etwa fünf Jahren stieß er bei einem Stadtmarketing-Projekt im saarländischen Völklingen auf eine Besonderheit, denn das Völklinger Autokennzeichen „VK“ hatte die Kreisreform überlebte und existiert seit Jahrzehnten problemlos neben dem Kreiskennzeichen SB für Saarbrücken. Und Bochert merkte sehr schnell, dass die Menschen in der ehemaligen Stahlhochburg stolz auf ihr Kürzel auf dem Autokennzeichen sind.

„Nun wollten wir es genauer wissen“, erzählte Bochert gestern im Rathaus, „und schrieben die Städte in Deutschland an.“ Und was vier Jahrzehnte nach den Kreisreformen längst abgehakt schien, wurde plötzlich zu einem Thema, das selbst die Politik in Berlin bewegt. „Unsere Befragung unter 40 000 Menschen in 176 Städten hat deutlich gezeigt, dass sich die Leute neben ihrer Nationalität und der Landsmannschaft wie Schwaben oder Badener auch mit ihrer Heimatstadt sehr stark identifizieren und weniger mit dem Landkreis, der für die Verwaltung zuständig ist.“

Etwa drei Viertel der Befragten seien für die Wiedereinführung der alten Kennzeichen. Und nur etwa elf Prozent lehnten die alten Schilder ab. In einer weiteren Befragung sollen im September oder Oktober auch 250 Donaueschinger gehört werden. Ein derart klares Votum sorgt nun dafür, dass 225 deutsche Städte ihr altes Kennzeichen oder gar ein ganz neues einführen wollen, dazu zählt Kirchheim/Teck mit „KIT“.

Noch stehen vor der Einführung ein paar politische Hürden: Bochert rechnet damit, dass das Thema Ende September den Bundesrat passieren werde. Jedes Bundesland müsse dann auch noch festlegen, wie viele Kennzeichen pro Kreis zugelassen werden sollen. Ab November könnten dann die alten Kennzeichen ausgegeben werden. In einem weiteren Schritt soll eine zusätzliche Lockerung folgen. So soll es möglich werden, dass man sein Kennzeichen bei einem Umzug in ein anderes Bundesland behalten kann. Dagegen stünden derzeit, so Bochert, noch steuerliche Probleme, die die Politik aber lösen wolle (siehe „Boschafter will ,DS').

Professor Ralf Bochert betonte gestern ausdrücklich, dass die Initiative nicht politisch sei, sondern ausschließlich dem Stadtmarketing dienen soll. Ein wenig Nostalgie sei natürlich auch dabei: In Wetzlar, wo die „WZ“-Schilder am Montag erstmals vergeben wurden, wollten gleich 700 Autofahrer ein neues Schild. Das Ganze wird übrigens ein gutes Geschäft für die Kfz-Zulassungsstellen. Das Wunschkürzel „DS“ allein wird um die 26 Euro kosten. Die anschließende Wunsch-Buchstabenkombination kostet nochmals gute zehn Euro.

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