Donaueschingen -
Ungewöhnlich groß war gestern Abend das Interesse an der mitgliederoffenen Vorstandssitzung des CDU-Kreisverbandes. Aber es war natürlich nicht überraschend, dass sich 70 Personen im Saal des „Grünen Baums“ in Allmendshofen einfanden.
Trafen gestern aufeinander: OB Thorsten Frei und der CDU-Bundestagsabgeordnete Siegfried Kauder. Die Kandidatenkür war gestern Abend in der CDU-Kreisvorstandssitzung aber kein Thema.
Bild: Schröter
Schließlich gilt es, in den nächsten Wochen die Frage zu beantworten, wer für die Christdemokraten im Schwarzwald-Baar-Kreis und Oberen Kinzigtal als Bundestagskandidat ins Rennen geschickt werden soll.
Eine Antwort erwartete gestern Abend niemand, doch nachdem von der Partei mit dem Europaabgeordneten Andreas Schwab aus Villingen und dem eben erst von den Bürgern wiedergewählten Donaueschinger OB Thorsten Frei zwei Namen als Alternative zum etablierten, aber parteiintern inzwischen kritisierten Kreisvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Siegfried Kauder genannt wurden, kommt Bewegung ins Nominierungsverfahren, nachdem dieses im Juli in St. Georgen ergebnislos blieb.
Ein laufendes Schlichtungsverfahren, das der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel leitet, läuft noch. Doch so lange wurde hinter den Kulissen bekanntlich nicht gewartet.
Frei äußert sich nicht
Was wird Thorsten Frei wohl sagen?, fragten sich die Parteifreunde gestern Abend. Wird er überhaupt etwas sagen oder erst das Schlichtungsende abwarten? Zunächst einmal sagte Frei nichts, denn die Sitzung begann um 19.30 Uhr ohne den OB.
Erst eine knappe halbe Stunde später trat der 39-jährige OB in den Saal. Dort nahm er neben dem Europaabgeordneten Schwab Platz, der ihn, wie gestern berichtet, als idealen Mann empfohlen hat. Aber Frei schwieg den ganzen Abend.
Lesermeinung
Das sagen SÜDKURIER-Leser zum Vorschlag von Andreas Schwab, OB-Frei sei ein idealer Kandidat:
Lesermeinungen zum Schwab-Interview:
Miriam Scharnagel schreibt: Ich bin klar gegen Siegfried Kauder als Bundestagsabgeordneter, aber Frei hat sich nun um einmal ein anderes Amt beworben – und entschieden. So ein Amt schmeißt man nicht wie benutztes Taschentuch weg! Da geht es um Verantwortung, Verlässlichkeit und Vertrauen. Bleibt zu wünschen, dass Frei sich dieses Vertrauens würdig erweist. Er hat letzte Woche laut Südkurier gesagt, er wolle sich zur Frage, wer für die CDU für den Bundestag kandidieren soll, nicht äußern – aus „Respekt vor der ausstehenden Entscheidung im Schlichtungsversuch“. Frei sollte nicht herumlavieren und sich zu seiner Verantwortung in Donaueschingen bekennen – aus Respekt vor seinen Wählern!
Manfred Zadek schreibt: Herr Frei hat sich vor wenigen Tagen zum OB von Donaueschingen wählen lassen. Er steht dort im Wort. Deshalb sollte ihn Schwab jetzt nicht für den Bundestag ins Spiel bringen! Eine solche Kehrtwende wäre nicht glaubwürdig. Wie wollte Frei sie auch begründen? Seit seiner Wahl ist ja keine neue Lage in Sachen Kauder eingetreten. Wenn Frei in den Bundestag gewollt hätte, hätte er dies den Donaueschingern vor der Wahl sagen müssen! Es jetzt zu tun, hieße: er hat die Wähler hintergangen. Denn Frei könnte niemandem erzählen, dass dieser Entschluss über Nacht über ihn gekommen sei. Als Donaueschinger müsste man sich – pardon – verarscht fühlen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Herr Frei seine Glaubwürdigkeit über Bord wirft und das große ihm entgegengebrachten Vertrauen in den Wind schießt. Ein 99-%-Votum schmeißt man nicht weg! Wer eine Wahl annimmt, übernimmt eine Verantwortung. Herr Frei mag Karriereambitionen haben, er hat aber auch Anstand. Er sollte daher rasch für Klarheit sorgen!
Michael Michael Wenstorf schreibt: Wer ist Schwab? Was hat er für den Schwarzwald erreicht? Fakten bitte, hier und sofort! Hinter dem Europaparlament verstecken sich junge, überbezahlte Möchtegernpolitiker, nicht mehr und nicht weniger. Und Schwabs Anmerkungen zu Kuder sind Geschwätz. Was leistet Kauder in Berlin? Nichts; außer fetten Diäten einkassieren.