Donaueschingen (lio) Eine Brauerei ohne Brauereigaststätte? Daran muss man sich in Donaueschingen jetzt gewöhnen, jedenfalls von der rechtlichen Konstruktion her. 34 Jahre nach der Eröffnung am Postplatz hat die Brauerei das "Bräustüble" verkauft. Es läuft jetzt als selbstständig betriebenes Gasthaus weiter, soll aber die bisherige Funktion als gemütliches Portal zur Brauerei behalten.
Der bisherige Geschäftsführer Armin Roth aus Villingen hat die Bräustüble GmbH gekauft. "Keine Angst, das Lokal behält seine Funktion in vollem Umfang", sagt er, das gepflegt gezapfte Fürstenberg-Bier stehe weiterhin im Mittelpunkt.
"Schon mit 20, 25 Jahren spielte ich mit dem Gedanken, mich als Wirt selbstständig zu machen", so der Diplombetriebswirt. Nach dem Studium an der Fachhochschule Nürtingen arbeitete er rund 20 Jahre bei der Fürstenberg-Brauerei, wo er die Miet- und Pachtabteilung aufbaute, viele Umbauten leitete und im Rahmen der Konzeptentwicklung unter anderem das Irish Pub in Villingen etablierte. 2005 übernahm er die Geschäftsführung der zur Brauerei gehörenden Bräustüble GmbH, und gleich im Januar 2006 wurde das Lokal unter seiner Regie erweitert. Das neue Herzstück ist der Bereich um die großzügige Theke mit einer Zapfanlage für sieben Fassbiere und einem großen Holzbackofen, der den alten Teil nahtlos mit dem neuen Saal verbindet. Ein attraktives Flair entstand um den neuen Eingangsbereich am Dianabrunnen mit Freisitzen und Sonnensegeln. Seit der Erweiterung finden fast alle Brauereiführungen ihren Abschluss im "Bräustüble".
Die Fürstenberg-Boutique siedelte von der Brauerei in den alten Eingangsbereich des "Bräustüble" um, "und so läuft alles Hand in Hand", erklärt deren Leiter Holger Scharm.
"Unser Chef ist ehrgeizig. Man kann sicher sein, dass immer alles in Bewegung bleibt", kennzeichnet Restaurantleiterin Antje Fey Armin Roth stellvertretend für die zehn Vollzeitkräfte. Die Verwaltung übernahm seine Frau Anette. Mit Küchenchef Wolfgang Maier feilte der Wirt an neuen badischen Spezialitäten aus dem rustikalen Ofen, von Forellen bis zum Spanferkel. "Wir beziehen das Fleisch, Gemüse und die Forellen von Anbietern vor Ort", erklären sie ihr kulinarisches Konzept von Qualität und Regionalität. Besonders für Feste und Familienfeiern erweiterte Armin Roth das Angebot, inklusive individueller Wünsche bis zum kompletten Biermenü.