Donaueschingen Aufgaben für junge Senioren

SÜDKURIER-Wahlforum: Fragen an die Kandidaten. Wie junge Senioren für Ehrenamt motivieren.

Die Entwicklung des Donaueschinger Mehrgenerationenhaues an der Schulstraße zeigt, dass in der Stadt ehrenamtliches Engagement für Andere hoch im Kurs steht. Angesichts steigender Seniorenzahlen werden wohl aber noch mehr helfende Hände gebraucht.


Und die sieht Olga Storck, ehemalige Vorsitzende des Stadtseniorenrates und langjährige Stadträtin, durchaus in jungen Senioren, die noch zu jung fürs Altenteil sind. Ihre Frage an die OB-Kandidaten: „Welche Wege wollen Sie beschreiten, um vor allem junge Senioren für ehrenamtliches Engagement zu sensibilisieren, sie darin zu fördern und zu begleiten, damit deren Ressourcen sinnstiftend genutzt werden können?“
 

Wie junge Senioren für Ehrenamt motivieren?
  • Björn Klotzbücher

    Das ehrenamtlich Engagement bewegt sich insgesamt auf einem sehr hohen Niveau. Trotzdem zeichnet sich ab, dass es zunehmend schwer wird, Menschen für ein ehrenamtliches Engagement zu begeistern, und dass wir hier deshalb einen Handlungsbedarf haben. Es ist aus meiner Sicht notwendig, hierzu Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen und Lebensaltern anzusprechen.

    Eine solche Ansprache „Pro Ehrenamt“ ist ein Teilaspekt eines Stadtmarketings, ein Teilaspekt der gemeinsam mit Vereinen und Institutionen erarbeitet werden muss. Der Eintritt in die Rente könnte eine Gelegenheit sein, sich verstärkt oder erstmals ehrenamtlich zu engagieren, so dass eine gezielte Ansprache angehender „Unruheständler“ in diesem Rahmen sinnvoll sein kann. Die Begleitung von Ehrenamtlichen in ihrem Engagement ist wiederum ein generationenübergreifendes Thema.

    Möglichkeiten, sich innerhalb eines Ehrenamtes zu entwickeln, in seinen ehrenamtlichen Aufgaben auch gecoacht zu werden, gibt es zahlreich. Diese Möglichkeiten können sinnvoll auch nur von den betroffenen Vereinen oder Institutionen angeboten werden, die Stadt kann ihrerseits Vereine dabei unterstützen, Schulungs- oder Weiterentwicklungsprogramme zu entwickeln.

    Ein Schlüsselaspekt ehrenamtlichen Engagements unabhängig vom Alter ist die Anerkennung des Engagements durch die Gesellschaft. Hier kann ein Oberbürgermeister mit gutem Beispiel vorangehen und der Bürgerschaft verdeutlichen, in welchem Umfang unsere Gesellschaft auf diesem Engagement aufgebaut ist.
  • Erik Pauly

    Ehrenamtliches Engagement kann man nicht von oben verordnen. Aber man kann dafür motivieren, Menschen begeistern und vor allem: man kann und muss ehrenamtliches Engagement anerkennen und nach Kräften unterstützen.

    Tolle Ansätze sind zum Beispiel das Projekt „Lesepaten“ an der Eichendorffschule und der Karl-Wacker-Schule oder das Projekt „Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung“. Ich trete dafür ein, diese guten Ansätze künftig deutlich auszuweiten und aktiv auf mögliche Helfer, insbesondere auch auf Senioren zuzugehen und diese für ein Engagement zu ermuntern. Der demographische Wandel ist eine Herausforderung der Zukunft, die wir aktiv angehen müssen. Das Wissen und die Erfahrungen der älteren Generation sind dabei ein riesiger Schatz, den wir bewahren müssen.

    Mehrgenerationenkonzepte mit Angeboten, wie sie momentan bereits von dem Mehrgenerationenhaus über Herrn Andreas Menge-Altenburger organisiert werden, können hier Bedürfnisse zusammenbringen und für Jung und Alt ein Gewinn sein.
  • Roland Wössner

    Junge Senioren können vielfältige Aufgaben übernehmen. Der demografische Wandel und die daraus auch erwachsende schwierigere Finanzsituation verlangen nach kreativen Lösungen: Patenschaften aller Art sind denkbar z.B. für öffentliche „Grünflächen“, für Schulgelände, für Vereinsgeländepflege, dann Altenpflegehilfe über einen Altenpflegeverein, und wenn es nur Einkäufe zu erledigen gilt oder Fahrdienste zu übernehmen.

    Betreuungshilfe in Kindergärten und Grundschulen insbesondere dort, wo durch die geringe Zahl der Kinder der Standort gefährdet ist. Hausaufgabenhilfe, Pausenaufsicht/-betreuung, Unterstützer und „lebenserfahrener Gesprächspartner“ im Jugendhaus, Helfer in Integrationsarbeitskreisen. Dazu sollte überall wo notwendig eine passende Vorbereitung und Fortbildung vorausgehen.

    Ehrenamtliche können jedoch nicht Hauptamtliche ersetzen, sie können diese nur entlasten. Den Ehrenamtlichen sollten dafür auch Anerkennungsleistungen wie z.B. Freikarten für öffentliche Einrichtungen oder Teilnahme an einem Mittagstisch. Auch Versicherungsfragen sind zu klären.

Die Donaueschinger OB-Wahl Kandidaten im Video-Porträt









Ihre Meinung ist uns wichtig
Mehr zum Thema
Oberbürgermeisterwahl in Donaueschingen: SÜDKURIER-Themenpaket zur Oberbürgermeisterwahl in Donaueschingen: Hier finden Sie alle Nachrichten und Bilder rund um die OB-Wahl in der zweitgrößten Stadt im Schwarzwald-Baar-Kreis. Seit Donaueschingen 1993 zur Großen Kreisstadt erhoben wurde, gilt für das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung „Oberbürgermeister“. Dieser wird von den Wahlberechtigten für eine Amtszeit von acht Jahren direkt gewählt und ist Vorsitzender des Gemeinderates.
Hervorragende Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Donaueschingen
Donaueschingen
Donaueschingen
Donaueschingen
Donaueschingen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren