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Donaueschingen Absturzhergang teilweise geklärt

24.07.2012
Donaueschingen -  Kapitale Bruchlandung im Kornfeld nach einem völlig missglückten Anflug auf den Regionalflugplatz Donaueschingen. Pilot und alle drei Begleiter entsteigen fast unverletzt dem Wrack der einmotorigen Propellermaschine.

Bruchlandungs-Narbe im Kornfeld. Die einmotorige Propellermaschine vom Typ Piper PA 28 stürzt dicht neben der Donaueschinger Landebahn (oben) zu Boden und wird total zerstört. Pilot und drei Mitfliegende entsteigen dem Wrack fast unverletzt.  Bild: Hans-Jürgen Götz

Die Suche nach der Ursache der Bruchlandung geht weiter. Offene Fragen vom Unfallabend (Bild) konnten gestern nicht entscheidend erhellt werden.  Bild: Sigwart

Großes Retter-Aufgebot kurz nach dem Unfall. Die meisten rückten bald wieder ab, die kapitale Bruchlandung war glimpflich abgegangen.  Bild: Hornfix

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Für den glimpflich ausgegangenen Absturz einer privaten Reisegesellschaft gibt es seit gestern Abend wenigstens eine physikalische Erklärung. Laut Ermittlungen von Experten soll ein Strömungsabriss die Maschine haben absacken lassen. Noch aufgeklärt werden muss offenbar, wieso der Pilot im letzten Moment die Kontrolle über das Flugzeug verloren und nach einer Landebahnberührung wieder abhoben hatte.

Am Tag nach dem Unfall am Sonntagabend hörten Kripo Villingen-Schwenningen und Experten des Luftfahrtbundesamt Zeugen an. Ein Sachverständiger der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung nahm am Vormittag und nochmals am Nachmittag die im Getreide bei der Start- und Landebahn liegenden Überreste der Piper PA 28 in Augenschein. Der Sachschaden konnte nun konkretisiert werden: etwa 80 000 Euro. Die Analyse des Unfallhergangs erwies sich als komplizierter.

In einer Restflughöhe von etwa drei oder vier Metern, kurz vor dem erfolgreichen Ende des Anflugs auf die Donaueschinger Piste, habe der 28 Jahre alte Pilot plötzlich eine Kurve geflogen, beschrieb ein Polizeisprecher den Stand der Ermittlungen. Ein Flügel der Maschine habe darauf den Boden berührt, sei abrissen, das Flugzeug habe sich überschlagen und eine Schneise in das Kornfeld am Landeplatz gefräst.

Warum leitete der Pilot im letzten Moment dieses Kurvenmanöver ein? Michael Schlereth, an diesem Abend Flugleiter im Donaueschinger Tower, beobachtete die Bruchlandung, konnte aber im Gespräch mit dieser Zeitung keine schlüssige Erklärung liefern und verwies auch auf eine Vereinbarung mit den ermittelnden Stellen, Informationen nur gebündelt über diese offiziellen Stellen nach außen zu geben. Seine allgemeine Erfahrung als erfahrener Mann vom Fach: „Die Landung ist eine anspruchsvolle Flugphase. Sie erfordert multiples Handeln. Da gibt es viele Möglichkeiten für Fehler, die ein Pilot machen kann.“

Kurz nach dem Unfall hatte es Irritationen gegeben, weil auch nach der Bruchlandung noch Flugbetrieb auf der Start- und Landebahn stattgefunden haben soll. Schlereth relativierte gestern: „Es handelte sich dabei um eine einzige Maschine, die bereits unmittelbar im Abflug war. Eine Gefährdung bestand nicht. Danach wurde der Betrieb sofort eingestellt.“

Harald Nikolaus ist Betreiber einer Flugschule am Landeplatz Donaueschingen. Seine Firma hatte die Chartermaschine an den 28 Jahre alten Piloten aus Rottweil vermietet. Nikolaus selbst war am Montag nicht vor Ort, wurde erst nach der Bruchlandung informiert. Den Piloten kennt und beschreibt er als erfahrenen Flieger, der schon öfters Charterkunde in Donaueschingen gewesen sei.

Wie schon gestern berichtet, war das Flugzeug am Sonntagnachmittag bei Aalen gestartet und nach zwei Stunden Flugzeit dicht vor dem Ziel verunglückt. Den Piloten begleiteten offenbar dessen Bruder und zwei Frauen aus Rottweil, Heilbronn und Weinstadt. Der Bruder soll einen Daumenbruch erlitten haben, eine der Frauen ein Schleudertrauma. Beide wurden im Krankenhaus behandelt.

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