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Brigachtal 

02.12.2008  .

Zwei junge Frauen helfen in Afrika

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Drei Monate lang arbeiten Andrea Schwemmer aus Klengen und Katrin Schleicher aus Weilersbach als freiwillige Helfer bei einer Organisation für Entwicklungshilfe in dem Dorf Seloto in Tansania.

Brigachtal – Schon zu Beginn ihres Aufenthalts wurden sie mit den harten Lebensbedingungen ihrer neuen Heimat konfrontiert: „Der erste Eindruck von Seloto, vor allem die Armut des Dorfes, hat uns fast umgehauen“, berichtet die 25-jährige Andrea Schwemmer. „Es gibt dort einfach nichts. Viele Kinder haben weder Kleidung noch Schuhe, die Menschen leben in Lehmhütten ohne Strom und fließendes Wasser, und viele leiden unter Behinderungen, die durch Mangelernährung entstanden sind.“

Der Entschluss, nach dem Studium und vor dem Einstieg ins Berufsleben in der Entwicklungshilfe zu arbeiten, stand für die Grund- und Hauptschullehrerin Andrea Schwemmer und die Diplom-Betriebswirtin Katrin Schleicher schon längere Zeit fest. Sie entschieden sich schließlich für eine freiwillige Mitarbeit bei der Organisation Liso (Local Initiatives Support Organisation), die 2001 von dem Holländer Walther de Nijs gegründet wurde und vor allem in der Region Manyara aktiv ist. Die Organisation bietet Weiterbildungsprogramme an, unterstützt Projekte des Dareda-Krankenhauses, das auch von den Kirchengemeinden St. Ulrich in Obereschach und Heilig Geist in Mönchweiler gefördert wird, und hilft bei der Verwirklichung verschiedener Projekte an örtlichen Schulen.

„Unsere Hauptaufgabe ist die Unterstützung eines Ausbildungsprogramms für einheimische Lehrer, das Teacher Training“, erklärt Andrea Schwemmer. „Wir zeigen den Lehrern Unterrichtsmaterialien und Spiele und stellen sie dann mit ihnen zusammen her.“ Dabei müsse improvisiert werden, es gebe dort nämlich kaum buntes Papier, Bücher oder Bildmaterial und es stehe nur wenig Geld zur Verfügung. Außerdem vermittle man Strategien, den Kindern Englisch beizubringen. „Das ist die offizielle Bildungs- und Verkehrssprache, sie wird allerdings nur von wenigen beherrscht.“

Insgesamt werden in Tansania mehr als 120 Stammessprachen gesprochen, die Amtssprache und lingua franca ist Kisuaheli. Einheimische Lehrer, die oft in Gebieten eingesetzt werden, deren Stammessprache sie nicht beherrschen, stehen nicht selten vor schwer zu überwindenden Kommunikationsproblemen. Für eine bessere Verständigung haben die beiden freiwilligen Helferinnen bereits vor ihrer Abreise begonnen, Kisuaheli zu lernen. „Die Sprache ist allerdings ziemlich schwer und wir sprechen gerade eine wilde Mischung aus Englisch, Kisuaheli und Deutsch.“

Manchmal seien in Tansania auch alltägliche Situationen wie eine Busfahrt spektakulär, erzählen die beiden. Ein Bus werde so voll gepackt, dass sich niemand mehr bewegen könne, zudem komme es öfter vor, dass man Hühner oder Kinder auf den Schoss gesetzt bekomme. Die Außenspiegel der Busse werden genutzt, um Fische zum Trocknen aufzuhängen. Trotz der vielen kleinen und großen Gegensätze zu Deutschland haben sich die jungen Frauen nach knapp zwei Wochen in Tansania schon gut eingelebt. „Wir leben hier in einer völlig anderen Welt, und manchmal fällt es schwer, sie zu verstehen. Trotzdem fühlen wir uns hier wirklich wohl.“ Man habe sich an die Lebensverhältnisse gewöhnt, und die Arbeit an den Schulen mache großen Spaß. „Besonders hat uns berührt, dass die Menschen trotz ihrer Armut so voller Lebensfreude, Gelassenheit und Hilfsbereitschaft sind.“

Informationen über Liso in Tansania:

Spendenkonto: Liso, Kontonummer: 1150441813; Blz: 69450065, Sparkasse SWB

Infos im Internet: www.liso-tanzania.nl


Das Land

Tansania ist ein Staat in Ostafrika. Es liegt am Indischen Ozean und grenzt an Kenia und Uganda im Norden, Ruanda, Burundi und die Demokratische Republik Kongo im Westen und Sambia, Malawi und Mosambik im Süden. Tanganjika (das Festlandgebiet mit der Insel Mafia umfassend) wurde 1961 von der Mandatsmacht Großbritannien unabhängig und verband sich 1964 mit Sansibar zu Tansania.

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Autor: Catherine Müller
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