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Brigachtal Gericht spricht Bürgermeister schuldig

18.02.2012
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– Einfallsreich, wortgewandt und mit viel Witz haben sie sich verteidigt – doch gereicht hat es nicht. Das Überauchener Narrengericht hat Bürgermeister Michael Schmitt und Philipp Käfer, Vorsitzender der Landjugend, zu harten Strafen verurteilt.

Dass die Bondelfleck dadurch schon fast alles für den Fasnetsumzug 2013 zusammenhaben, ist auch ganz praktisch.

Doch von vorne: Was wurde dem Schultes nicht alles vorgeworfen. „Es ist jetzt etwas mehr als ein Jahr, seit Schmitt bei uns rumwirbelt und nichts bleibt, wie es war“, sagte Chefankläger Meinrad Doser. Ordentlich hatte er gemeinsam mit den Richtern Fabian Neininger und Dominik Doser recherchiert. So soll beim Möbelrücken im Rathaus das „perfekte Äußere“ des Bürgermeisters einen Riss erhalten haben. Doch waren es nun die gepflegten Fingernägel, auf die selbst Frauen neidisch sind, oder doch eher der neue, zur Krawatte passende Anzug? Im Rathaus wurde auch gewerkelt und auch die Möbel wurden gerückt – doch der Bürgermeister ist lernfähig und hat sich deshalb gleich einen Blaumann besorgt – den er stolz vor Gericht präsentierte.

Auch dass Schmitt das ein oder andere Mal nicht bei Vereinsveranstaltungen anwesend war, hatte das Gericht aufgedeckt. Hat der Bürgermeister sich eine Pause vom anstrengenden Beruf gegönnt? Oder gar einen Termin zur Familienplanung gehabt? Er sei ja gut vertreten gewesen. „Über den anderen Punkt spreche ich jetzt nicht, nicht dass ich rot werde“, sagte Schmitt mit einem schelmischen Grinsen. Bevor jetzt aber Gerüchte aufkommen: „Dafür brauche ich keinen Termin.“

Übrigens wissen die Brigachtaler jetzt auch, warum sie nur noch Tempo 30 in ihrem schönen Ort fahren dürfen. Es ist nicht ein Denkmal, das sich Schmitt setzen wollte. Auch ist es nicht, weil er aus Loyalität zu den Rathausmitarbeitern die Straßengeschwindigkeit an ihr Arbeitstempo angepasst hat– dann hätte Brigachtal eine Schnellstraße. Besonders nett ist die Erklärung, dass er mehr auffällt, wenn er mit seinem schicken BMW-Dienstwagen durch den Ort rast. „Wenn ich einmal zu schnell unterwegs gewesen sein soll, dann war das, weil ich einen Temposünder in Richtung Überauchen verfolgt habe“, so Schmitt. Das verstand Doser gut: Schließlich sei es nachvollziehbar, wenn man so schnell wie möglich in diesen Ortsteil kommen wolle.

Auch Philipp Käfer schlug sich in der Verteidigung gut. Nicht weniger gewichtig waren die Anklagepunkte gegen ihn: Er habe zu viele „Pöstchen“. Wie der denn die Landjugend, die Kreisjugend, die Feuerwehr und dann noch seine berufliche Karriere unter einen Hut bekomme? „Wenn die anderen fleißig mitarbeiten, dann geht's. Außerdem, was ist schlimm daran, wenn man mehr macht, wie alle, die nur auf dem Sofa rumhocken“, verteidigte sich Käfer. Auch, dass er ausgeliehene Gegenstände im Wert von 10 000 Euro zuhause habe, stimme so nicht. Aktuell habe er alles an die Besitzer zurückgegeben. Er wolle sich mit diesen Dingen nicht auf eine „günstige Weise“ selbstständig machen. Zugeben, dass der ein oder andere, der seinen Besitz abholt, auch gleich noch ein Bierchen mit ihm trinken darf, musste er aber dann doch.

Schlussendlich muss Philipp Käfer beim Umzug im kommenden Jahr als Täfelebub dem Bondelfleck vorauslaufen. Er könne ja als Letzter der Landjugend gehen, nur um das Häs kommt er wohl nicht herum. Außerdem muss er noch für genügend Getränke sorgen. Für die Süßigkeiten – Haribo und Schokolade – ist indes der Bürgermeister verantwortlich.

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