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Müllheim Großalarm: Gefahrgut-Zug entgleist auf Rheintalbahnstrecke

Explosionsgefahr nach einem Gefahrgutunfall in der südbadischen Kleinstadt Müllheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald). In einem Umkreis von 500 Metern rund um den Bahnhof wurden am Freitagnachmittag sicherheitshalber Gebäude evakuiert.

Bild: kamera24
Rund 300 Menschen mussten Wohnungen, Büros oder Geschäfte verlassen.

Nach Angaben der Bundespolizei waren gegen 13.00 Uhr acht Waggons eines Güterzugs entgleist. Vier davon stürzten um, von denen drei mit einem leicht entzündbaren giftigen Stoff beladen waren.

Natriumchloracetat ausgetreten

Die Waggons kamen nur wenige Meter vor dem Bahnhof von Müllheim zum Stehen und Liegen, sagte ein Polizeisprecher. Es traten größere Mengen des Erdöl-Teer-Gemisches Bitumen und der chemischen Verbindung Natriumchloracetat aus. Dies ist nach Angaben der Feuerwehr leicht entzündlich und gesundheitsgefährdend.

Das Unglück ereignete sich auf der viel befahrenen Bahnstrecke Karlsruhe-Basel in dem etwas außerhalb gelegenen Bahnhof des Ortes. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. Die Unglücksursache war zunächst nicht bekannt. Fest steht nur, dass sich die hinteren acht Waggons von dem Rest des Zuges lösten und aus den Gleisen sprangen. Der aus mehr als 20 Waggons bestehende Güterzug war von Köln ins italienische Gallarate unterwegs.

Strecke Freiburg und Basel gesperrt

Die Bahnstrecke wurde voll gesperrt. „Zwischen Freiburg und Basel läuft nichts mehr“, sagte ein Bundespolizeisprecher. Die Strecke ist eine der meistfrequentierten Nord-Süd-Verbindungen der Bahn und einer der bedeutendsten Güterbahnstrecken Europas.

Nach Angaben eines Bahnsprechers mussten wegen des Unfalls auf der zweigleisigen Strecke Basel-Freiburg Tausende von Bahnreisenden lange Verspätungen hinnehmen und in Busse umsteigen.

Schwierige Bergungsarbeiten 

Oberleitung und Gleise waren beschädigt. Die Bahn ging davon aus, dass auf der sonst vielbefahrenen Strecke voraussichtlich bis zum Wochenende nichts mehr geht.

Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste, die mit rund 120 Kräften vor Ort waren, lösten Großalarm aus und brachten die Menschen in Sicherheit. Die Feuerwehr war mit schwerem Atemschutz unterwegs.

Der Bahnhof wurde gleich nach dem Unfall zur Sperrzone erklärt und durfte nicht betreten werden.

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