Donaueschingen -
Ein Gute-Laune-Gipfel im XXXL-Format sollte der 13. Bräunlinger Straßenmusiksonntag werden. Denn aus Heimattage-Anlass war noch mehr Erlebniswert als sonst draufgepackt.
Mongolische Klänge beim beliebtesten Sommerfestival in Schwarzwald-Baar: Die Gruppe „Sedaa“ fasziniert das rekordverdächtig zahlreiche Publikum des Bräunlinger Straßenmusiksonntags mit exotischer Instrumentenkunst.
Bild: Sigwart
Die beste Sicht aufs ganze Straßenmusiktreiben: Stelzenläufer „SAM & more“.
Klangszenarien zaubert die preisgekrönte Musikshow von „Acoustic Instinct“ auf die SÜDKURIER-Bühne. In dichten Scharen lauscht das Publikum und lässt sich mitreißen.
Einer von vielen Gute-Laune-Garanten gestern in Bräunlingen: Das „Bombastic Orchestra“ zaubert lachende Gesichter in Serie.
Rockkonzert am Bachufer. Dieser Festivalschauplatz hatte eigenen Charme.
Mehrere zehntausend Besucher aus der weiten Region fanden das Versprechen gestern eingelöst beim Entdeckungszug durch ein besonders abwechslungs- und überraschungsreiches Fantasieland der Straßenkünste auf der Freiluftbühne Innenstadt.
Alles passte einen tollen Sonntag lang. Dutzende Künstlergruppen aus ganz Deutschland und vielen Ländern der Welt zeigten Spiellaune, aufgeputscht vom Lachen der bestens aufgelegten Zuschauerscharen. Die enorme Bandbreite der Präsentationsformen, die Kontraste zwischen laut und leise, spektakulös und sehr subtil, der jeweils gut dazu passende Schauplatz, mal an prominenter Innenstadtstelle, mal in weggeduckten ruhigeren Seitenstraßenwinkeln, all das ließ eine vielfältige Kulisse stimmungsvoller kleiner Erlebniswelten innerhalb des ganztägigen großen Festivals entstehen. Jede hatte ihren eigenen Charme. Jeder Festgänger fand seine Lieblingsunterhaltung.
Zum Beispiel am neu gestalteten Brändbachufer nahe der Stadthalle, wo erstmals ganz spezielle Straßenmusik-Atmosphäre heranwuchs. Fast schon außerhalb des eigentlichen Festrummels, saßen Musikfreunde auf Sitzstufenreihen in der Bachböschung, ein plätscherndes Idyll zwischen sich und der Musikbühne gegenüber. Die Alemannen-Rocker „Luddi“ rockten hier die „Uferbühnenstimmung“.
Oder die kleinen Gassen inmitten den Hauptfestmeilen Zähringerstraße, Blaumeerstraße, Kirchstraße. Hier spielte sich ganz ungestört viel leise, subtile Erzähl- und Klangkunst vor vollends glücklichem Publikum ab.
Oder vor und neben der Stadtkirche. Vorne rief das Musiktheater aus Bannewitz zum Theaterspiel. Hinten zauberte im Rundzelt ein Kinderzirkus mit 30 jungen Hobby-Artisten von der Baar Erstaunen und Lachen in viele Gesichter.
Ein Epizentrum der bejubelten Vergnüglichkeiten war zweifellos die Hauptbühne vor dem Rathaus. Traditionell bei jedem Straßenmusiksonntag seit dem Start vor 24 Jahren spendiert hier der SÜDKURIER, als Mitbegründer und Mitveranstalter des zweijährlichen Erfolgsfestivals an der Seite der Stadt Bräunlingen, besondere künstlerische Extras von Rang den ganzen Tag über. Diesmal, auch wegen der Zusatzrolle als offizieller Medienpartner des gesamten Heimattage-Programmjahres, griff das Medienhaus besonders effektvoll in die Unterhaltungskiste. „Palo Santo“, eine aus mehreren lateinamerikanischen Ländern zusammengesetzte Musikgruppe, heizte auf der Bühne mit Latino-Musikglut ein und begeisterte. Den bärenstarken Kontrast dazu lieferte „Acoustic Instinct“. Das junge Duo aus Freiburg erzeugt allein mit Mund und Mikrofon verblüffende und mitreißende Klang- und Rhythmuslandschaften. Damit errangen die beiden Talente vor wenigen Monaten den Förderpreis des Landeskleinkunstpreises. Gestern bestanden sie ihr Open-Air-Debüt vor solch einem großen Publikum mit Bravour: bejubelt und umschwärmt von neu gewonnenen Anhängern aus allen Altersschichten.
Mehr noch: Fast schien es, als hätte „Acoustic Instinct“ auch maßgebenden Anteil daran gehabt, dass die „13“ vor dieser Festival-Auflage zur Wetter-Glückszahl wurde. Gleich nach der Eröffnung um 11 Uhr, als viele Blicke noch sehr bang zu einem unberechenbaren und mit Regen drohenden Himmel aufschauten, rief das Unterhalter-Duo die Zuschauer auf, Wunschgeräusche zur künstlerischen Nachahmung am Mikro zu nennen. Wind und Sturm wollte jemand hören. Perfekt imitierte das Duo diese Geräuschkulisse – und augenblicklich setzte Nieselregen über Bräunlingen ein. „Aber jetzt schieben wir ganz schnell Sonnenwettergeräusche nach“, beeilte sich „Acoustic Instinct“ – und ab diesem Moment ging es wettertechnisch nur noch aufwärts.
Trockenes Wolkenwetter mit schönem Fotolicht wechselte sich in der Folge mit immer mehr Sonnenstrahlen ab. Und immer voller wurden die Feststraßen. Nach 15 Uhr war mancherorts kaum noch ein Durchkommen, so dicht standen die Zuschauer um die Musikgruppen, Gauklershows, Aktionskünstler gruppiert. Das 13. Festival war nun auf Besucherrekord-Kurs.