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Blumberg Zwei Menschen stürzen in Wutachschlucht ab

15.08.2012
Blumberg -  Innerhalb von 48 Stunden sind in der Wutachschlucht im Hochschwarzwald zwei Touristen verunglückt, meldet die Deutsche Presseagentur.

Das Retten und Bergen von Verunglückten im Bereich der Wutachschlucht durch die Bergwacht Wutach ist meist schwierig und kostet viel Kraft.  Bild: Archiv

Die Wutachschlucht

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In der Wutachschlucht häufen sich dieses Jahr die Abstürze. Zuletzt stürzte am Sonntag im Bereich Tanneck/Bad Boll eine 51-jährige Frau aus Holland ab, gestern kam ein 47-jähriger deutscher Feriengast in der Lotenbachklamm ins Stolpern und stürzte fünf Meter kopfüber auf festes Gestein. In beiden Fällen leistete die Bergwacht Wutach zusammen mit dem Notarzt und DRK Bonndorf die Erstversorung und sie bargen die Schwerverletzten so, dass sie ins Krankenhaus transportiert werden konnten.

Für die Bergwacht Wutach, die auch für den Raum Blumberg zuständig ist und eng mit dem DRK Blumberg und den hiesiegen Feuerwehren zusammenarbeitet, war dies gestern schon der 53. Einsatz in diesem Jahr, sagte der Vorsitzende Lothar Schmid dem SÜDKURIER. Sie seien mit ihren 25 aktiven Frauen und Männern an der Grenze angelangt und hofften auf Entlastung.

Die 51-jährige Frau war laut Lothar Schmid mit ihrem Ehemann unterwegs. Als sie einen Felsen sahen, wichen sie vom Weg ab, um ihn zu besteigen. Dabei sei ein Teil des Felsen abgebrochen, die Frau habe ein Stein auf den Kopf getroffen, sie sei abgestürzt. Die Bergung aus dem Steilhang sei äußerst schwierig gewesen, wegen des dortigen Muschelkalks gebe es viel loses Gestein, die Bergwacht habe circa 200 Meter Sicherungsleine benötigt, um die Frau dann mit der Gebirgstrage zu holen.

Gestern ging der Alarm um 10.25 Uhr bei der Bergwacht ein. Der Abgestürzte hatte laut Lothar Schmid gutes Schuhwerk, er sei nicht leichtsinnig gewesen sondern gestolpert und habe Pech gehabt.

Auch die gestrige Notversorgung und Bergung durch Bergwacht, DRK Wutach und Bonndorf und den Notarzt habe sich wegen des schwierigen Geländes und der schweren Kopfverletzung äußerst schwierig gestaltet. Während der Bergung musste die Lotenbachklamm wegen der Steinschlaggefahr gesperrt werden, dies hätten die Bergwacht Wutach und die Polizei Bonndorf übernommen. Dann konnte die Bergwacht, die mit insgesamt sieben Aktiven im Einsatz war, den Verletzten auf ein sicheres Plateau transportieren. Von dort wurde er von einem Rettungshubschrauber der Schweizer Rega aus St. Gallen übernommen und in die Unfallklinik Schwenningen gebracht.

Erschwert werden die Rettungseinsätze auch durch die zum Teil schlechte Handy-Verbindung in der Wutachschlucht. Am Freitag habe eine Belgierin, die mit ihrem Mann unterwegs war, eine Herzkreislaufschwäche erlitten. Ein heimischer Internist und seine Frau, eine Krankenschwester, hätten sie gefunden und notdürftig versorgt, so gut es ging. Dann habe die Frau ab circa 14 Uhr versucht, mit dem Handy einen Notruf abzusetzen, bei der Bergwacht Wutach sei der Notruf erst um 16 Uhr eingegangen.

Rapide steige dieses Jahr die Zahl älterer Patienten, sagte Lothar Schmid. Manche überschätzten ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit oder die Länge und Schwierigkeit der Wegstrecke. Dazu käme Unterzuckerung, wenn die Betreffenden nichts zu essen und zu trinken dabei hätten.

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