Randen – Am Randenkreuz blüht der Klatschmohn, der Blick reicht über die idyllische Hügellandschaft bis zum Feldberg. Die rote Farbe des Mohns hatte etwas Symbolhaftes, als deutsche und Schweizer Polizeibeamte gemeinsam Motorradraser kontrollierten.
Seit Jahren schon dauert der Kampf gegen einige wenige Raser, die die rund drei Kilometer von Epfenhofen hinauf zum Randenkreuz als Rennstrecke missbrauchen. Damit rauben sie den Anwohnern im Blumberger Ortsteil Randen die Ruhe. „Mit der Aktion wollen wir ein Zeichen setzen“, betonen Eberhard Meltzer, Leiter der Verkehrspolizei im Schwarzwald-Baar-Kreis, und sein Schaffhauser Kollege Martin Tanner. Zehn deutsche und vier Schweizer Beamte, davon vier mit Motorrädern und Videogerät, sind im Einsatz.
Vor der magischen Sonnenhofkurve wird ein Schaffhauser Motorradfahrer mit Tempo 107 geblitzt, erlaubt ist für ihn im oberen Bereich maximal Tempo 60. Er bezahlt 160 Euro Bußgeld, in der Schweiz wären es 1500 Schweizer Franken gewesen.
Unter den Motorradfahrern spricht sich die Kontrolle per Handys schnell herum, die Bilanz ist mit 30 Geschwindigkeitsverstößen von Autos und Motorrädern, davon zehn von Schweizer Fahrern, eher gering. Den Rekord hat ein deutscher Motorradfahrer, den die Videokamera im Tempo-100-Bereich mit mehr als 160 km/h festhielt. In Baden-Württemberg gab es am Wochenende mehr als neun Tote bei Verkehrsunfällen, davon fünf Motorradfahrer.
Am Randenaufstieg der B 314 starben seit dem Jahr 2000 bei 32 Unfällen mit Motorradfahrern fünf Menschen, zuletzt am 18. Juni ein 31-Jähriger aus dem Kreis Konstanz. Dazu kamen 15 Schwer- und elf Leichtverletzte. Für eine Strecke von drei Kilometern sei das viel, sagt Eberhard Meltzer.
Roland Wössner, Leiter der Polizeidirektion Villingen-Schwenningen, hat die Nase voll. Beim Landratsamt in Villingen-Schwenningen hat er einen Eilantrag gestellt, die zweite Aufwärtsspur in der Sonnenhofkurve zu sperren. Darunter würde allerdings der gesamte Verkehr leiden, betont Blumbergs Bürgermeister Markus Keller. Polizeichef Wössner sieht als ersten Schritt die Sperrung der Strecke für Motorradfahrer an Sonn- und Feiertagen, so wie dies schon am Schauinsland bei Freiburg und dem Hohen Lochen bei Balingen praktiziert wird. Die Motorradfahrer könnten dann von Epfenhofen über die Landesstraße 214, die so genannte Wanne, nach Blumberg fahren. Der Blumberger Gemeinderat hat dies kürzlich abgelehnt aus Sorge vor einer Verkehrsverlagerung. Der Polizeichef sieht dies anders: „Die Motorradfahrer, die uns Ärger bereiten, sind dann weg, weil die Wanne technisch bei Weitem nicht so anspruchsvoll ist.“ Der Randenaufstieg sei die beliebteste Motorradstrecke im Schwarzwald-Baar-Kreis noch vor dem Triberger Stich nach St. Georgen. Durch die Fahrbahnneigung und Kurvenradien biete der Randen ideale Bedingungen für Rennmotorräder. Polizeichef Wössner will jetzt handeln: „Seit 2005 sind wir an dem Problem dran, wir müssen jetzt Druck machen, sonst tut sich nichts.“
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