Blumberg Erneut Chemieunfall in Blumberger Firma: Chromsäure ausgelaufen

Bei der Blumberger Firma Hartchrom Kreuz kam es in der Nacht zum Montag zu einem Chemieunfall. Es ist der zweite Unfall nach September, bei dem wieder verdünnte Chromsäure auslief. Die Behörden gaben schnell Entwarnung: Es bestehe werde eine Gefahr für das Trinkwasser noch für das Naturschutzgebiet Zollhausried.

Erneuter Schicksalsschlag für den Blumberger Galvanik-Betrieb Hartchrom Kreuz. In der Nacht zum Montag kam es in dem Betrieb im Südwerk kurz nach drei Uhr erneut zu einem Chemieunfall, erneut lief verdünnte Chromsäure aus. Diesmal waren es maximal 50 Liter, schätzt Peter Haisch, Chemieberater im Schwarzwald-Baar-Kreis, im September 2016 waren rund 2000 Liter verdünnte Chromsäure ausgelaufen. Die ganze Flüssigkeit sei diesmal auf dem Betriebsgelände ausgelaufen, es sei keine Flüssigkeit in öffentlichen Grund und Boden gelaufen, sagte Firmeninhaber Patrick Kreuz. Verletzt wurde niemand. Der Chemieberater wurde schnell wieder abgezogen, weil keine Gefahr für das Trinkwasser und das Naturschutzgebiet Zollhaus bestanden, sagte Einsatzleiter Stefan Band.
 
Auf der Zufahrt zum Südwerk und vor der Firma Hartchrom Kreuz herrschte gestern Vormittag Hochbetrieb. Rund 120 Kräfte der Blumberger Feuerwehren, des Gefahrgutzugs im Schwarzwald-Baar-Kreis sowie der Feuerwehren Donaueschingen, Villingen und Schaffhausen, des DRK Rettungswagens und der Notarzt sind im Einsatz. Es war Großalarm, im Einsatz ist auch die Führungsgruppe C. Alles geht geordnet zu, keine Hektik. Kommandant und Einsatzleiter Stefan Band hat den Überblick, ihm zur Seite Kreisbrandmeister Florian Vetter. Sie hätten sofort die Schächte abgeschiebert, damit keine ausgetretene Flüssigkeit in die Kanalisation gelangen könne, sagt Band, das Klärwerk Achdorf habe die Regenüberlaufbecken Richtung Riedöschingen und Blumberg geschlossen.

Die Feuerwehr Schaffhausen habe ihnen Chemie-Schutzanzüge zur Verfügung gestellt. Mehrfach kommt Bürgermeister Markus Keller vor Ort, das erste Mal um 4.20 Uhr, regelmäßig lässt er sich über den Fortgang informieren.
 
Passiert ist der Unfall gegen 3.20 Uhr im älteren der beiden Produktionsgebäuden. Von der Abluftanlage in einem separaten Raum neben der Produktion habe es den großen Ventilator zerschlagen, berichtete Firmeninhaber Patrick Kreuz. Die Einzelteile des Ventilators seien durch den separaten Raum geflogen und hätten eine Leitung getroffen, in der die verdünnte Chromsäure wohl in die Produktion zurücklaufe. Genaueres könne er nicht sagen, da er das Gebäude nicht betreten dürfe, sagte Patrick Kreuz. Zwei Mitarbeiter hätten ihn sofort alarmiert. Der Galvanik-Betrieb arbeitet in drei Schichten, im Betrieb war die Schicht, die Sonntagnacht um 22 Uhr begann.
 
Sofort reagiert: Sie hätten sofort die Feuerwehr alarmiert und die ausgelaufene Flüssigkeit mit Bindemittel gestreckt, schildert Patrick Kreuz. Das Trinkwasser sei nicht gefährdet, sagte Chemieberater Peter Haisch. Anders als beim Unfall im September habe es diesmal nicht geregnet, das Erdreich sei knochentrocken, die Auswirkungen seien überschaubar. Am Montag wurden noch vor Mittag Proben vom Erdreich genommen, danach wurde der betroffene Bereich ausgebaggert. Sofern die Behörden Entwarnung geben, könnte die Produktion in dem neueren, hinteren Gebäude wieder aufgenommen werden.

Chemieberater des Schwarzwald-Baar-Kreises gibt Entwarnung

Nach dem Chemieunfall in der Nacht zum Montag war auch Peter Haisch, Chemieberater im Schwarzwald-Baar-Kreis, vor Ort.
 
Verdünnte Chromsäure: Gesundheitsschädlich seien das Einatmen der Chrom-Dämpfe, der Dampfpunkt liege aber bei mehr als 100 Grad, am Montagfrüh habe die Temperatur bei 12 bis 14 Grad gelegen, also habe überhaupt keine Gefahr bestanden, sagt Peter Haisch. Gelange verdünnte Chromsäure auf die Haut, könne es zu Reizungen kommen, längerfristiger Kontakt der Säure sei ungesund.
 
Alarmiert wurden die Feuerwehr Blumberg mit der Führungsgruppe C, der Gefahrgutzug Schwarzwald-Baar-Kreis, DRK-Rettungswagen und Notarzt, teilte Einsatzleiter Stefan Band mit, im weiteren Verlauft erfolgte auch der Alarm für die Feuerwehren Riedböhringen, Achdorf, Hondingen, die Atemschutzträger Blumberg gesamt sowie für den Rüstwagen der Feuerwehr Donaueschingen, die Fachberater Chemie im Landkreis und die Feuerwehr Schaffhausen. Vor Ort waren auch Vertreter des Amts für Wasser- und Bodenschutz sowie Kreisbrandmeister Florian Vetter und seine Stellvertreter.
 
Die Firma Hartchrom Kreuz ist ein Blumberger Familienunternehmen mit 20 Beschäftigten. 1983 übernahm Werner Kreuz, Vater des jetzigen Inhabers Patrick Kreuz, die langjährige hiesige Produktionsstätte der Firma Chrom Schmitt und baute sie zu einem Familienunternehmen aus. Bei dem Chemieunfall am 16. September waren insgesamt rund 2000 Liter verdünnte Chromsäure ausgelaufen, ein Teil davon war in einen Entwässerungsgraben im Aitrachtal gelangt, der danach ausgebaggert wurde. Die Firma hatte daraufhin auf eigene Kosten auf ihrem Gelände Kanalisationsarbeiten durchführen lassen.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Hervorragende Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Blumberg
Blumberg
Blumberg
Blumberg
Blumberg
Blumberg
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren