Blumberg Eltern arbeiten für die Integration
Lehrer Matthias Fischer (von links) und die Elternmentoren Sener Elbasi und Nurten Tülü ziehen mit Rektor Robert Bornhäuser bei der gemeinsamen Elternarbeit für Integration an einem Strang. Bild: Lutz
Ziel ist es, Eltern zusammen zu bringen und gemeinsam über aktuelle Themen zu sprechen oder gemeinsame Aktionen zu gestalten, schildert Rektor Robert Bornhäuser. Und insbesondere die ausländischen Kinder zu fördern und dadurch ihre Chancen auf eine Ausbildung zu verbessern.
Auf die Idee kam Lehrer Matthias Fischer vor einem Jahr im Rahmen des Projektes „Tandem“, beim dem die Gemeinnützige Elternstiftung Baden-Württemberg kooperieren. Das Tandem zur Stärkung der Zusammenarbeit Schule – Elternhaus bilden je ein Elternteil (Maria-Nela Blanco) und ein Lehrer (Matthias Fischer). Ihnen kam dann die Idee, andere Eltern als Elternmentoren ausbilden zu lassen. Mit Nurten Tülü und Sener Elbasi fanden sich zwei Eltern dazu bereit. An vier Samstagen ließen sie sich mit 18 anderen Eltern von der Elternstiftung in Schwenningen ausbilden und schulen.
Nurten Tülü kam im Alter von elf Jahren hierher und hat inzwischen vier Kinder, zwei davon an der Scheffelschule. Nach der Schule lernte sie in der ehemaligen Praxis von Dr. Walter Arzthelferin und arbeitete sechs Jahre dort, zudem ließ sie sich als Rettungssanitäterin ausbilden und arbeitete auch dort.
Selbstständigkeit war ihr wichtig, ihr Vater unterstützte sie dabei. „Ich war eine der ersten Türkinnen hier, die den Führerschein gemacht haben“, sagte sie gestern Abend bei einem Pressegespräch in der Scheffelschule. Froh ist sie über den Integrationskurs für Türkische Mütter, der über den Treffpunkt Lernen, Landratsamt und Ausländerbehörde an der Schule läuft. Einige dieser Frauen hätten inzwischen den Führerschein gemacht und trauten sich beispielsweise, ihre Kinder alleine zum Arzt zu bringen, sagte Tülü.
Ihr liegen die türkische Mädchen am Herzen. Wegen des Kopftuchs sei es für diese Mädchen sehr schwierig, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Die türkischen Mädchen seien viel aktiver als die Jungen, hätten es aber schwerer.
Bei Sener Elbasi hat seine Frau ihn zur Ausbildung und Teilnahme an dem Elterntreff ermuntert. Er hat zwei Kinder, eines davon ist an der Scheffelschule.
Ein besonderer Dienst des Elterntreffs ist der Übersetzerdienst. Die drei Eltern haben sich bereit erklärt, an Elternabenden oder bei Übersetzungen zu helfen.
Das Vierer-Team will Ansprechpartner innerhalb der Schule sowie für außerschulische Partner und ehrenamtlich Tätige sein. Es will Aktivitäten anstoßen, die die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule stärken. Die Vier wollen zudem Koordinatoren für ein Netzwerk bei soziokulturelle Fragen und Integration sein.
Mit einem regelmäßigen Treffen jeden ersten Donnerstag im Monat will das Team die Eltern erreichen. Das erste Treffen zum Kennenlernen mit Kaffee und Kuchen ist am Donnerstag, 1. März, um 17.30 Uhr in der Scheffelschule.
