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Blumberg Blums überraschender Abschied

22.09.2012
Blumberg -  Im April des vergangenen Jahres hat Karl-Heinz Blum, Geschäftsführer des Schwarzwaldhofs, noch keinen Gedanken an die Rente verschwendet: „Ich bin gesund und fit und habe immer noch viel Spaß an der Arbeit“, sagte er damals. Er sprach sogar von Visionen, die er noch umsetzen wolle.

Der Schwarzwälder Schinken hat seine Berufs-Biografie bestimmt: Karl-Heinz Blum, Geschäftsführer des Schwarzwaldhofs, tritt im Oktober in den Ruhestand.  Bild: SK-Archiv

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Umso überraschender jetzt die Pressemitteilung von Edeka-Südwest, zu der die Schwarzwaldhof-Gruppe gehört: „Karl-Heinz Blum… wird mit Erreichen seines 65. Lebensjahres im Oktober 2012 in den wohlverdienten Ruhestand wechseln.“ Blum selbst schreibt in einem Brief an diese Zeitung, dass er am 10. Oktober ein Lebensalter erreiche, „um in den nächsten Lebensabschnitt zu wechseln“. Es sei nun an der Zeit, die Verantwortung in andere Hände zu übertragen und weiter zu reichen.

Die Fleisch- und Wurstwarenfabrik oberhalb Blumbergs, die Blum zur beruflichen Heimat geworden ist, wurde 1970 durch die Wilhelm Lutz AG und die Süddeutsche Fleischverwertungs GmbH in Betrieb genommen. Ein Jahr später stieg Blum als Abteilungsleiter in dem Werk ein, er hatte zuvor bei Lutz in Klosterlechfeld direkt nach der Schule seine Ausbildung begonnen. Schnell stieg der gebürtige Rottweiler auf der Karriereleiter nach oben. 1981 erhielt der Familienvater die Prokura, und als Lutz 1991 zu einer Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, berief man ihn in den Vorstand.

Bis Frühjahr 2004 leitete er das Werk Blumberg, dann der nächste Karriere-Sprung: Blum wurde Vorstandssprecher der Lutz Fleischwaren AG, die zur Südfleisch Holding GmbH gehörte. Sein Arbeitsplatz war nun Landsberg und er trug Verantwortung für sieben Werke mit zusammen rund 2000 Mitarbeitern. Nachdem der niederländische Konzern Vion im Juni 2006 Südfleisch übernommen hatte, trennten sich Blum und Lutz. Das sei „im gegenseitigen Einvernehmen“ geschehen. Insider interpretierten die Trennung von Blum als Zeichen dafür, dass der Wind bei Lutz nach der Übernahme durch Vion rauer blies.

Bis zu seinem Ausstieg baute Blum das Blumberger Werk kontinuierlich aus. Unter seiner Regie trotzte das Unternehmen Seuchen wie BSE oder MKS und es schrieb entgegen dem Branchentrend sogar schwarze Zahlen.

Es dauerte nicht lange, bis Blum bei Edeka – mit diesem Konzern arbeitete er jahrzehntelang schon gut zusammen – ein neues Arbeitsfeld fand. Als Edeka Südwest im Mai 2007 von der Lutz AG das Werk Blumberg und die Filialen übernahm, bedeutete das auch Blums Comeback in seiner Wahlheimat: Er wurde Geschäftsführer der neu gegründeten Schwarzwaldhof GmbH und der Edeka Südwest Filial-Vertriebs GmbH.

Seither hat der Mann, der 2001 vom damaligen Landwirtschaftsminister Willi Stächele mit der baden-württembergischen Staatsmedaille ausgezeichnet wurde, die Entwicklung des Blumberger Werks stark vorangetrieben. Seit Blums Rückkehr sind nach Firmenangaben bis 2011 rund 13 Millionen Euro im Werk Blumberg investiert worden (zum Beispiel in Verpackungsanlagen und eine Landjägerfüllmaschine), für dieses Jahr wurde beim Bilanzgespräch im Juni von geplanten Investitionen in Höhe von 1,67 Millionen Euro gesprochen.

Wird bei dem umtriebigen Blumberger der Ruhestand zum Unruhestand? Darüber will Blum, der eigentlich gar nicht gerne über sich selbst redet, bei einem Pressetermin zu seinem offiziellen Abschied im Oktober berichten. Eines dürfte aber heute schon sicher sein: Naturfreund Blum hat in Kürze mehr Zeit, seine badische Heimat in Wanderschuhen oder auf dem Fahrrad zu erkunden.

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