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Blumberg Blumberger Feuerwehr blickt mit neuer Spitze nach vorne

Bei der Blumberger Feuerwehr gab es im November einen Wechsel an der Spitze. Gesamtkommandant Reinhold Engesser gab sein Amt nach 20 Jahren ab, Nachfolger wurde einer seiner beiden Stellvertreter Stefan Band. Neuer zweiter Stellvertreter wurde Norbert Rösch aus Kommingen. 

Herr Band, Herr Frey, Herr Rösch, Sie sind nun an der Spitze der Blumberger Gesamtwehr. Wo wollen Sie als erstes ansetzen?

Stefan Band: Die Schwerpunkte sind eigentlich schon gesetzt durch das Feuerwehrkonzept, das mein Vorgänger Reinhold Engesser in Absprache mit den Abteilungen 2010/2011 erstellt hat.

Was sind in diesem Jahr die Schwerpunkte?

Peter Frey: Im Moment läuft bereits die Fahrzeugbeschaffung für die Abteilung Stadt, sie erhält ein LF 20 KatS. Das ist ein genormtes Löschfahrzeug mit Einsatzschwerpunkten Wasserförderung über lange Wegstrecken und Einsätzen im unwegsameren Gelände wie an der Museumsbahn. Und mit der Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses ist die passende Garage momentan im Bau.

Norbert Rösch: Der zweite Schwerpunkt ist der Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Blumberg. Wir haben mehr Platz für die zentrale Atemschutzwerkstatt, das zentrales Schlauchlager, eine zentrale Kleiderkammer und das Lagern von Ausrüstung wie zum Beispiel für Einsätze bei Hochwasser oder an der Museumsbahn.

Was folgt dann im Jahr 2017?

Stefan Band: Im Jahr 2017 sind es vor allem das Feuerwehrgerätehaus Achdorf und ein neues Fahrzeug für Riedböhringen. Das Gerätehaus Achdorf soll in Verbindung mit Räumen für die Vereine entstehen, das bisherige Gebäude hat nicht einmal eine Heizung, die Ausrüstung lagert in einer kalten Garage und leidet natürlich darunter. Die Planung für Achdorf läuft bereits dieses Jahr. In Riedböhringen werden wir nach Fastnacht mit der Ausschreibung für die Beschaffung eines MLF (mittleres Löschfahrzeug vom gleichen Typ wie das Fahrzeug in Kommingen) beginnen.

Norbert Rösch: Voraussetzung ist der Förderbescheid vom Land, den wir bis zum Sommer erhoffen.

Das Feuerwehrkonzept ist bisher bis zum Jahr 2020 konzipiert. Bei den Haushaltsberatungen des Gemeinderates hat Bürgermeister Markus Keller betont, dass das Konzept vom neuen Team fortgeschrieben werden müsse.

Peter Frey: Das Konzept muss in einem Zeitraum von maximal fünf Jahren regelmäßig angepasst werden, weil sich ja auch die Situation in Blumberg und den Stadtteilen ändert und entwickelt. So nahm die Zahl der Einsätze in den letzten Jahren stetig zu.

Wie haben sich die Einsätze gestaltet?

Stefan Band: Wir waren voriges Jahr unter anderem bei 18 Brandalarmen, 95 technischen Hilfeleistungen wie Türöffnungen, Verkehrsunfällen oder Gefahrgutunfällen oder Umwelteinsätzen wie im Klärwerk Achdorf.

Nach dem Einsatz beim Klärwerk Achdorf, es handelte sich um einen Ölunfall, gab es für die Feuerwehr und alle Beteiligten Lob von allen Seiten.

Stefan Band: Es war ein Einsatz unter Tag, er hat gezeigt, wie sinnvoll die Einrichtung der Ausrückebereiche ist. In Achdorf war der Ausrückebereich West mit Achdorf, ergänzt durch den Ausrückebereich Süd mit Fützen und Epfenhofen sowie der Ausrückebereich Mitte mit der Abteilung Stadt. Wir alarmieren jetzt alle betroffenen Feuerwehrangehörigen zeitgleich. Dadurch können wir schneller und effektiver arbeiten.

Peter Frey: Das geht aber nur, weil wir ausgebildete Einsatzkräfte und die nötige Ausrüstung vor Ort haben.

Nach Einsätzen war hin und wieder Verwunderung zu hören, ob die Wehr bei Einsätzen unbedingt mit mehreren Fahrzeugen anrücken müsse.

Stefan Band: Wir fahren je nach Alarmstichwort der Leitstelle in Villingen-Schwenningen mit dem dafür maximalen Aufwand. Wenn sich vor Ort herausstellt, dass wir den Einsatz mit weniger Personen und Geräten abarbeiten können, reduzieren wir sofort auf die nötige Stärke.

Norbert Rösch: Die ersten zehn Minuten sind für den Einsatzerfolg entscheidend. Wir haben keine Chance mehr, ein zweites Mal anzufangen.

Die Stichworte bei einem Alarm teilen in der Regel Laien dem Disponenten auf der Leitstelle mit, der diese Informationen dann entsprechend einstuft und die Rettungskräfte informiert. Dabei kann die subjektive Wahrnehmung des Anrufers (Laien) von der Realität abweichen.

Peter Frey: Die Leitstelle alarmiert auf der Basis von vier Alarmstufen. Stufe eins bedeutet ein Kleineinsatz, etwa eine brennende Mülltonne, Stufe zwei bedeutet einen Einsatz mittlerer Größe wie einen Wohnungsbrand. Stufe drei ist ein großer Einsatz bei einem Gebäudebrand mit Menschenleben in Gefahr. Stufe vier bedeutet eine Großschadenslage mit zahlreichen Verletzten, zum Beispiel ein Brand in einem Pflegeheim.

Ein wesentlicher Punkt für die Blumberger Feuerwehr in den letzten 20 Jahren war die zunehmende Kooperation mit benachbarten Wehren, namentlich Stühlingen, Tengen, Schaffhausen, Geisingen und Hüfingen.

Stefan Band: Uns liegt am Herzen, dass wir die bestehende Zusammenarbeit noch ausbauen. Für uns als Feuerwehr gibt es eigentlich keine Gemarkungsgrenze.

Norbert Rösch: In den Randgebieten ist die Kooperation zwingend notwendig, deshalb ist sie bei der Alarmierung bereits berücksichtigt. Bei einem Einsatz auf dem Tengener Talhof im Außenbereich von Riedöschingen wird automatisch auch die Feuerwehr Tengen mit alarmiert.

Als Gesamtkommandant und Stellvertreter der Blumberger Feuerwehr übernehmen Sie viel Verantwortung. Wie gehen Sie damit um?

Stefan Band: Vieles von den Abläufen innerhalb der Feuerwehr habe ich schon als Stellvertreter des bisherigen Kommandanten mitbekommen. Zum Großteil neu für mich ist die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Die Aufgabe bei der Feuerwehr macht mir Spaß, ich nehme sie gerne an.

Peter Frey: Ich habe den Einblick auch schon seit fünf Jahren und davor in meiner Arbeit als Jugendwart schon lange Verantwortung. Wir haben schon bisher als Team funktioniert und werden sicher auch in der jetzigen Konstellation funktionieren. Auch mir macht die Arbeit in der Feuerwehr Freude.

Norbert Rösch: Ich denke, wir ergänzen uns gut im Team, wir haben eine gute Vertrauensbasis, das hat mich motiviert, diese neue Aufgabe anzugehen. In einem kleinen Ort wie Kommingen sieht man ganz genau, wie wichtig es ist, gemeinsam anzupacken und dass man nur so ein Ziel erreichen kann.

Fragen: Bernhard Lutz


Zur Person

Stefan Band (33) stammt aus Blumberg, er ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet im städtischen Bauhof. Seit Mai 1992 ist er bei der Feuerwehr, 2011 wurde er einer von zwei stellvertretenden Gesamtkommandanten, im November 2015 wurde er Gesamtkommandant der Feuerwehr Blumberg.

Peter Frey (37) stammt aus Achdorf-Aselfingen, er ist verheiratet hat zwei Kinder und arbeitet bei Metz Connect in Blumberg. Seit Mai 1992 ist er in der Feuerwehr, seit 2011 ist er einer der beiden stellvertretenden Gesamtkommandanten.

Norbert Rösch (46) stammt aus Kommingen, er ist verheiratet hat drei Kinder und arbeitet bei der Firma Retel in Neuhausen am Rheinfall. Seit September 1990 ist er bei der Feuerwehr. 2006 wurde er stellvertretender Abteilungskommandant in Kommingen, 2011 wurde er Abteilungskommandant als Nachfolger von Rolf Müller. (blu)

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