Der Waffennarr, der am Samstag in Oberbaldingen von Spezialkräften der Polizei festgenommen wurde, ist nach Informationen des SÜDKURIER Geschäftsführer eines Unternehmens in der Baubranche. Die Firma ist öffentlicher Auftragnehmer und außerhalb des Schwarzwald-Baar-Kreises angesiedelt.
Wie berichtet, hatte der 62-Jährige in den frühen Morgenstunden des Samstags auf den Sohn seiner Freundin in Schwenningen geschossen. Nach Polizeiangaben vom Montag ist der 30-Jährige nach einer Notoperation über den Berg. Auf Anfrage teilte ein Polizeisprecher gestern weiter mit, der Mann sei mehrfach in den Oberkörper getroffen worden.
Dabei wurde ein ganzes Waffenarsenal bei dem Unternehmer gefunden. Nach Angaben der Polizei steht fest, dass er eine so genannte Kalaschnikow und eine Handgranate illegal besessen hatte. Diese Kriegswaffen sicherten die Beamten zusammen mit Faustfeuerwaffen und Gewehren. Das Motiv des Mannes liegt weiter im Dunkeln. Fest steht, dass der Täter stark alkoholisiert war. Ob er als schuldunfähig gelten muss, wird wohl Gegenstand eines Prozesses sein. Der Mann befindet sich nach einem Haftbefehl wegen versuchten Totschlags im Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg.
Fest steht, dass der Täter Mitglied eines kleinen Schützenvereins im Bodenseeraum ist. Von der Polizei heißt es, der Täter sei „ein unbeschriebenes Blatt“. Ermittlungen sollen nun viele offene Fragen klären, zum Beispiel die, weshalb ein 62-Jähriger nachts mit einer geladenen Handfeuerwaffe seine Freundin besucht und angetrunken deren erwachsenen Sohn niederschießt.
Der Vorsitzende des Schützenvereins, dem der Inhaftierte seit rund zehn Jahren angehören soll, zeigte sich gestern im Gespräch mit dieser Zeitung „wirklich absolut schockiert“. Der Mann sei immer in weiblicher Begleitung zum Schießen gekommen, „etwa alle drei Wochen“, so der Vereins-Chef über die Tätigkeiten eines „absolut unauffälligen Mitglieds“. Der Mann führe ein ordentliches Schützenbuch. Man habe ihn überwiegend „mit Langwaffen schießen gesehen“, wird berichtet.
