Mein
05.06.2012  |  von  |  0 Kommentare

Bad Dürrheim Schützenverein geschockt über eigenes Mitglied

Bad Dürrheim -  Festgenommener führt Betrieb in der Baubranche - sein Schützenverein ist im Bodenseeraum ansässig

Mitten im beschaulichen Oberbaldingen spielten sich Samstagfrüh außergewöhnliche Szenen ab: Ein Mann drohte sein Haus in die Luft zu jagen und Beamte einer Spezialeinheit nahmen ihn schließlich ohne größeres Blutvergießen fest.  Bild: Naiemi



Der Waffennarr, der am Samstag in Oberbaldingen von Spezialkräften der Polizei festgenommen wurde, ist nach Informationen des SÜDKURIER Geschäftsführer eines Unternehmens in der Baubranche. Die Firma ist öffentlicher Auftragnehmer und außerhalb des Schwarzwald-Baar-Kreises angesiedelt.

Wie berichtet, hatte der 62-Jährige in den frühen Morgenstunden des Samstags auf den Sohn seiner Freundin in Schwenningen geschossen. Nach Polizeiangaben vom Montag ist der 30-Jährige nach einer Notoperation über den Berg. Auf Anfrage teilte ein Polizeisprecher gestern weiter mit, der Mann sei mehrfach in den Oberkörper getroffen worden.

Der Schütze flüchtete nach dem Zwist in sein Haus in Oberbaldingen. Dieses wurde von Spezialkräften eines Sondereinsatzkommandos umstellt, nachdem der Mann Schlimmeres angedroht hatte. Der allein in dem Haus Lebende hatte das Erdgeschoss mehrere Zentimeter hoch mit Benzin geflutet. Es herrschte zu diesem Zeitpunkt akute Explosionsgefahr. Ein speziell ausgebildeter Polizeihund wurde in das Gebäude vorgeschickt. Das Tier machte den Täter durch mehrere Bisse handlungsunfähig, die Beamten konnten den Mann festnehmen. Der Mann hatte zuvor versucht, den angreifenden Hund mit mehreren Schüssen abzuwehren.

Dabei wurde ein ganzes Waffenarsenal bei dem Unternehmer gefunden. Nach Angaben der Polizei steht fest, dass er eine so genannte Kalaschnikow und eine Handgranate illegal besessen hatte. Diese Kriegswaffen sicherten die Beamten zusammen mit Faustfeuerwaffen und Gewehren. Das Motiv des Mannes liegt weiter im Dunkeln. Fest steht, dass der Täter stark alkoholisiert war. Ob er als schuldunfähig gelten muss, wird wohl Gegenstand eines Prozesses sein. Der Mann befindet sich nach einem Haftbefehl wegen versuchten Totschlags im Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg.

Fest steht, dass der Täter Mitglied eines kleinen Schützenvereins im Bodenseeraum ist. Von der Polizei heißt es, der Täter sei „ein unbeschriebenes Blatt“. Ermittlungen sollen nun viele offene Fragen klären, zum Beispiel die, weshalb ein 62-Jähriger nachts mit einer geladenen Handfeuerwaffe seine Freundin besucht und angetrunken deren erwachsenen Sohn niederschießt.

Der Vorsitzende des Schützenvereins, dem der Inhaftierte seit rund zehn Jahren angehören soll, zeigte sich gestern im Gespräch mit dieser Zeitung „wirklich absolut schockiert“. Der Mann sei immer in weiblicher Begleitung zum Schießen gekommen, „etwa alle drei Wochen“, so der Vereins-Chef über die Tätigkeiten eines „absolut unauffälligen Mitglieds“. Der Mann führe ein ordentliches Schützenbuch. Man habe ihn überwiegend „mit Langwaffen schießen gesehen“, wird berichtet.

Weitere Bildergalerien

Villingen-Schwenningen / Oberbaldingen
SEK Einsatz in Oberbaldingen nach Schießerei
Korrektur-Hinweis Korrektur-Hinweis melden Korrektur-Hinweis
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
 Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln

Jetzt Newsletter anfordern:
© SÜDKURIER GmbH 2014