Mein
 

Bad Dürrheim Schüler sammeln Daten zur Barrierefreiheit in der Stadt

Modellprojekt Access geht Anfang 2015 zu Ende. Stadt veröffentlicht Ergebnisse auf Homepage.

Menschen mit Handicap, Senioren oder Interessierten online Informationen zur Zugänglichkeit und Ausstattung städtischer Gebäude, aber auch Hotels und Kliniken zu geben: Das ist das Ziel des Projekt Access in der Stadt Bad Dürrheim. Ende des Jahres läuft das insgesamt acht Städte umfassende Modellprojekt aus. Für Bad Dürrheim steht fest: Die ursprünglich geplante App für das Smartphone wird es vorerst nicht geben. Stattdessen sollen die gesammelten Daten auf der Homepage der Stadt veröffentlicht werden. Wegen technischer Probleme ist Access in der Kurstadt zuletzt in Verzug geraten. Jetzt helfen Schüler dabei, die noch fehlenden Hotels, Kliniken oder Ferienwohnungen zu vermessen. Die Betreiber haben sich für den Barrierefreiheit-Check freiwillig gemeldet.

„Wir werden es nicht mehr schaffen, den öffentlichen Raum zu erfassen“, erklärt Gunter Wölfle, der das Projekt in Bad Dürrheim koordiniert. Diese Erfassung aber wäre Grundlage für die App, die das Ziel haben sollte, Menschen auf dem Smartphone durch die Straßen Bad Dürrheims zu navigieren. Zum Jahresende sollen aber Daten zu knapp 20 Objekten in der Stadt gesammelt sein: Gibt es einen ebenerdigen Zugang? Sind Aufzüge vorhanden? Sind Flure breit genug für Rollstuhlfahrer? Existieren Behindertenparkplätze?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, sind acht Schüler der Realschule am Salinensee seit Anfang der Woche mit Tablet und Zollstock ausgestattet in der Stadt unterwegs. Die Arbeit für Access ist Teil ihres Ethikunterrichts, in dem sie sich auch schon mit dem Thema Inklusion und Barrierefreiheit auseinandergesetzt haben. „Ich habe den Eindruck, die Schüler nehmen das sehr ernst“, lobt Wölfle die Datensammler. Für jedes Gebäude, das die Schüler besuchen, tragen sie auf ihren Tablets die Ergebnisse in ein System ein, in dem die DIN-Normen für Barrierefreiheit hinterlegt sind. „Wir müssen zuerst auswählen, in was für einer Einrichtung wird sind. Dann kommen unterschiedliche Fragenblocks“, erklärt Lena Stöckmeyer, die gemeinsam mit Klassenkameradin Valentina Morina ein Appartment in der Huberstraße vermisst. Mehrere Stunden dauert die Erfassung.

Die Daten sollen am Ende einen Überblick über die Lage in Bad Dürrheim geben: „Wir informieren ganz detailliert über den Istzustand“, erklärt Wölfle. Es gehe bei dem Projekt nicht darum, Missstände aufzuzeigen. Besucher mit Handicap könnten sich mittels der bereitsgestellten Daten informieren, wo ein Besuch möglich sei. „Natürlich kann es aber auch einen Ausblick geben, wo bei anstehenden Modernisierungen auch Maßnahmen zur Barrierefreiheit vorgenommen werden können“, sagt der Stadtplaner.


Das Projekt

Seit drei Jahren läuft Access in Bad Dürrheim. Die Stadt ist eine von acht Modellstädten. Neben Bad Dürrheim beteiligen sich auch die Städte Nürnberg, Koblenz, Rostock, Heidelberg der Spree-Neise-Kreis und der Kreis Euskirchen daran. Offizielles Ende des Modellprojekts ist am 31. Januar 2015. Ob es Förderung für eine Fortsetzung gibt, ist noch unklar. (ast)

Entdecken Sie die Heimat rund um Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein mit SÜDKURIER Inspirationen!
Hallo Frühling – Neue Produkte bei SÜDKURIER Inspirationen!
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Bad Dürrheim
BadDürrheim
Bad Dürrheim
Bad Dürrheim
Bad Dürrheim
Bad Dürrheim
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren