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Bad Dürrheim Protest gegen Dressur von Zirkustigern in Bad Dürrheim

Zirkus Manuel Weisheit gastiert in der Kurstadt. Vor der ersten Vorstellung veranstaltet die Tierschutzallianz Mahnwache.

Wenig polarisiert so stark wie die Frage nach der Wildtierhaltung im Zirkus. So auch beim gegenwärtig in Bad Dürrheim gastierenden Zirkus Manuel Weisheit. Der Zirkus hält vier sibirische Tiger. Anlass für etwa zehn Mitglieder der Partei "Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz" zum Auftakt des Zirkuswochenendes eine Mahnwache vor dem Zirkusgelände beim Gewerbegebiet zu veranstalten.

Man sei generell gegen Tierdressuren im Zirkus, erklärt Thomas Mosmann, Landesvorsitzender der Tierschutzallianz . "Uns geht es heute aber direkt um die Haltung von Wildtieren, also den Tigern im Zirkus." Eine artgerechte Haltung von Wildtieren sei in einem Zirkus nicht möglich.

Auf die Problematik angesprochen, verweist Zirkussprecher Tim Thomsen auf den amtsärztlich bestätigten guten Gesundheitszustand der Tiere. Die Tiere und deren Haltung würden bei jedem meldungspflichtigen Ortswechsel unangekündigt von einem Amtsveterinär überprüft. Der Zirkus sei wie jeder andere Tierhaltungsbetrieb registriert, schwarze Schafe gebe es überall. Solchen Argumentationen hält die Tierschutzallianz allerdings entgegen, dass ein amtsärztlicher Stempel nichts über artgerechte Haltung aussage.

"Wir behandeln unsere Tiere mit Respekt", sagt Thomsen. Seit Generationen würden die Leute im Zirkus Weisheit mit Tieren aufwachsen und dadurch von Kindesbeinen an einen besonderen Bezug zu ihnen entwickeln. Auch die vier Tiger seien im Zirkus groß geworden. Thomsen verwies außerdem auf das öffentlich zugängliche Außengehege, bei dem sich jeder Interessierte selbst ein Bild davon machen könne, dass es den Tieren gut gehe. Ein Angebot, das auch für die Tierrechtler gelte. Die Beschäftigung mit Futterspielen, Holz zum Kratzen, der Aufenthalt im Freien und ein Badebecken trage weiter zum Wohl der Tiere bei.

Überlegungen, die Tiere abzuschaffen gibt es keine im Zirkus Weisheit. "Wir arbeiten mit Tieren, seit wir denken können", sagt Tim Thomsen. Für manche Besucher seien die Tiger ein Magnet, für andere wiederum nicht. In dem Programm liege der Anteil der Tiger bei 20 Prozent. Weitere 20 Prozent entfielen auf die Clownerie und die Artistik mache 60 Prozent aus. Abhängig sei die Existenz des Zirkus also nicht von den Tigern. Er investiere für sie eher noch Geld.

Die Polizei war zu Beginn und am Ende der Mahnwache vor Ort. Vorkommnisse gab es keine. Der Zirkus gastiert noch bis Sonntag in Bad Dürrheim.

Tierschutzallianz

Die Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz ist eine Partei, die im November 2013 als Abspaltung der Tierschutzpartei gegründet wurde. Die Kleinpartei setze sich unter anderem für den Tierschutz, mehr Bürgerbeteiligung und die Minderheiten in der Gesellschaft ein, erklärt Thomas Mosmann, Landesvorsitzender aus Tuttlingen. Die Partei hat im Landkreis Tuttlingen 30 und im Schwarzwald-Baar-Kreis acht Mitglieder. Der Hauptsitz ist in Magdeburg. (sgn)

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