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Bad Dürrheim Im Ballon fühlt er sich zu Hause

04.09.2009


Richard Bölling ist in seinem Element, wenn er die große Stille oder aber den laut feuernden Gasbrenner hört. Dann fährt er im Ballon und lässt die Erde unter sich. Die große Freiheit unter den Wolken ist sein Lebensinhalt. Der 63-Jährige lebt im Brigachtal und wirkt in Bad Dürrheim. Unzählige Starts und das internationale Ballonfestival, das an diesem Wochenende stattfindet, haben eine tiefe Verbundenheit mit Bad Dürrheim wachsen lassen.

Wenn bei Tagesanbruch oder abends, drei Stunden vor Sonnenuntergang, die Thermik nachlässt, kann man suchend nach oben blicken und seine Ballons – mit großer Wahrscheinlichkeit – gelassen und ruhig vorbei-“fahren“ sehen. „Denn Ballone fliegen nicht, wir fahren stets“, sagt der Pilot mit Leib und Seele.

„Ballonfahren fasziniert die Menschen. Es erfreut Zuschauer von unten und mitfahrende Gäste im Korb. So hat sich auch unser Ballonfest sehr schnell etabliert und ist aus der Region schon nicht mehr wegzudenken, es wuchs innerhalb weniger Jahre zu einer Tradition.“ Richard Bölling ist Westfale, der seit 1978 im Brigachtal heimisch geworden ist. Er kam, um bei Kienzle-Computer in der Datenverarbeitung zu arbeiten und blieb, um seinen Traum zu leben: Im Korb hoch über der Baar und den Alpen, unter einer dreißig Meter riesigen, bunten, mit heißer Luft gefüllten Hülle aus Nylon und Polyestergewebe.

Begonnen hatte er mit Modellflugzeugen und einem interessanten Modellballon, immerhin acht Meter groß, den er per Fernlenkung fahren ließ. „Die Modelle waren mein Einstieg, sie lehrten mich, Fahrsituationen richtig einzuschätzen, Thermik zu bewerten und sorgten für Erfahrungen mit dem korrekten Heizen.“ Erschwingliches Equipment im Kleinformat, er baut und verkauft seine Spezial-Winzlinge derweil erfolgreich in alle Welt.

Längst ist Bölling „echter“ lizenzierter Pilot, seit 1991 auch Ausbilder und Ballonfahrlehrer, und sitzt im staatlichen Prüfungsrat des Freiburger Regierungspräsidiums. 1986 gehörte er fast zu den Ersten in Baden-Württemberg, die das Erbe der Brüder Montgolfier antreten wollten. Er machte seine Fahrprüfung noch abenteuerlustig bei Pionier Helmut Eyrich in Wurmlingen und musste zur Theorieprüfung ins Fränkische reisen. Heute absolvieren Flugschüler ihre zwanzig Fahrstunden und fünfzig Starts und Landungen bei ihm. Und er prüft selbst in Luftrecht, Navigation, Meteorologie, Technik und Notverfahren.

Richard Bölling ist „Vielfahrer“ und bietet Passagierfahrten an. In seinem Korb haben bis zu fünf Fahrgäste Platz und er infiziert so immer mehr Menschen mit der Freude an Heißluft-Ballonen. . Der dreifache Familienvater kann sich nichts Schöneres vorstellen, „ohne Ballonfahren würde ich eingehen!“. Sein Sohn Michael (36) ist schon als Pilot in das Brigachtaler Familienunternehmen eingestiegen, Sohn Sebastian (20) „fährt“ auch bald mit Schein und Ehefrau Christa koordiniert im Büro alle Termine. Das Ballonfestival und die internationalen Modelltreffen im Brigachtal sind seine Lieblingsprojekte. „Kleine, familiäre Meetings der Ballonfahrer sind meine persönlichen Highlights. Die Atmosphäre, der Austausch, das Zusammensitzen und Reden mit Piloten machen mir große Freude! Fuchsjagden, Zielfahrten und Präzisionsaufgaben kitzeln den Nerv, beim Nachtglühen kommt endgültig Stimmung auf und im Kreise der Teilnehmer genießt man das Drumherum des Sports.“

Große Freude über viele Ballonfahrten
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