Bad Dürrheim Heimat- und Trachtenmarkt in Bad Dürrheim: Heimat zum Sehen und Hören

Trachten und Brauchtum vermitteln ein Heimatgefühl und das auch in einer immer komplexer werdenden Welt. Das konnten die Besucher des 13. Heimat- und Trachtenmarkts in Bad Dürrheim sehen und hören...

Nach einem sehr verhaltenen Start am Samstag war die Innenstadt am Sonntag beim 13. Heimat- und Trachtenmarkt dann aber doch sehr gut besucht. In Verbindung mit dem vierten Drehorgeltreffen und dem verkaufsoffenen Sonntag war einiges los.

Wobei sich über den verkaufsoffenen Sonntag insofern diskutieren ließe, als dass die sehr überschaubare Einkaufsstrecke gerade mal bis zum Reisebüro reicht. Andererseits wurden die Geschäfte trotzdem gut frequentiert, die Leute nutzten die Gelegenheit zum Bummeln und Einkaufen.

Für die Drehorgelspieler begann das Treffen Freitagabend mit dem Kirchenkonzert sehr erfolgreich. "Es waren mehr Zuhörer als vor zwei Jahren da", sagte Organisator Rudolf Balbach. Nicht nur in der Kirche waren die Zuhörer begeistert, auch im Kurpark spendeten sie Applaus und zückten beeindruckt die Handys zum Filme der Spektakel. Gern wurden die Moritaten mitgesungen, im Hindenburg-Park standen die Besucher bei Joe Brösele Schlange, um sich karikieren zu lassen, während ihnen auch da musikalische Drehorgel-Unterhaltung zuteil wurde.

Die Drehorgelspieler ziehen zwei Tage lang durch die ganze Stadt.
Die Drehorgelspieler ziehen zwei Tage lang durch die ganze Stadt. | Bild: Sabine Naiemi

Das Echo auf den Trachtenmarkt zeigt den Stellenwert der Brauchtumspflege für die Bevölkerung. Was bedeutet ihnen eine Tracht und Brauchtum? "Ein Stück Heimat und Identifikation", erklärt Raphael Rabe, vom Gebirgstrachtenverein Almfrieden aus Schwenningen. "Das Thema kommt wieder", meint der 26-Jährige. Trotz aller Vielfal fühlen sich alle Trachtler auf irgendeine Weise einander zugehörig. "Man muss aber zwischen dem Trend Dirndl und Lederhose als Freizeittracht und der richtigen Tracht unterscheiden", ergänzt Irmgard Müller, auch vom Almfrieden.

Zum Heimat- und Trachtenmarkt in Bad Dürrheim kommen Trachtenträger aus ganz Baden-Württemberg. Wunderhübsch sind beim Kindertrachtenumzug die Mädels aus Leidringen mit ihrem Kopfschmuck anzusehen. <em>Bilder: Sabine Naiemi</em>
Zum Heimat- und Trachtenmarkt in Bad Dürrheim kommen Trachtenträger aus ganz Baden-Württemberg. Wunderhübsch sind beim Kindertrachtenumzug die Mädels aus Leidringen mit ihrem Kopfschmuck anzusehen. Bilder: Sabine Naiemi | Bild: Sabine Naiemi

Warum im Vergleich zu den anderen Ständen so wenige Trachtenstände vertreten waren, erklärte sie damit, dass es immer weniger spezialisierte Händler in diesem Bereich gebe.

Den Bogen von ihm festgestellten Megatrends – Demografischer Wandel und Digitalisierung etwa – deren Auswirkungen und Brauchtum, schlug Professor Werner Mezger in seinem Vortrag. In einer Welt der Digitalisierung, Globalisierung und "Veralzheimerung" würden Trachten und Brauchtum das Bild einer heilen Welt verkörpern, einen Beitrag zum Umbau der Welt in Heimat bedeuten.

Trachtengau

Der Trachtengau Schwarzwald wurde 1951 gegründet. Sein Ziel ist die Heimatpflege, das Bewahren des Brauchtums, Erhalt und Pflege der Trachten, der Volkslieder und der Mundart. Er ist Mit-Organisator des Heimat- und Trachtenmarkts in Bad Dürrheim. Dem Verband gehören insgesamt 43 Vereine an. Informationen zum Verband gibt es im Internet unter: www.trachtengau-schwarzwald.de.

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