Bad Dürrheim Ein Indianer auf der Ostbaar
Wird Kursteilnehmern auf dem Herdweidhof über den Führungsstil der Indianer aufklären: Murray Small Leg vom Stamm der Blackfeet.
Dieses Flair der Abgeschiedenheit will Besitzerin Sandra Stritt künftig noch stärker touristisch bewerben. Erst jüngst stellte sie ein Kurzurlaub-Angebot vor, das die therapeutische Arbeit mit Pferden mit Wellness verbindet. Jetzt will der Hof mit einem weiteren außergewöhnlichen Coaching-Angebot auf sich aufmerksam machen: „Horsemanship & Indian Leadership“ lautet der wild-westerne Titel des Programms. Mit Murray Small Leg wird dabei ein waschechter Indianer des Blackfeet-Stammes auf dem Herdweidhof zu Gange sein.
Für die drei beteiligten Frauen – Besitzerin Sandra Stritt, Persönlichkeitstrainerin Karin Walz und Corinna Veit, Geschäftsführerin der Begegnungs-Reisen GmbH – passt es perfekt ins Konzept, einen Indianer auf den Herdweidhof zu holen. „Man kann mit indianischer Weisheit Impulse für ein Leben in Balance erhalten, was gerade in unserer heutigen, hektischen Gesellschaft von ungeheurem Wert ist“, sagt Veit. Im Gegensatz zu westlichen Führungskonzepten setzen die amerikanischen Ureinwohner bei ihren Anführern seit eh und je auf natürliche Autorität. Entscheidungen werden nicht von oben herab getroffen, sondern durch Konsens in der Gruppe erzielt. Im Gespräch mit den Teilnehmern des Kurses will Murray Small Legs diese besondere Tradition vermitteln. „Indianer leben in Stämmen. Bei ihnen spielen Teambildung und Führung eine ganz elementare Rolle“, sagt Veit.
Die Frau, die den Indianer nach Unterbaldingen bringt, ist ein Profi: Seit 1982 hat Corinna Veit intensive Kontakte zu Indianern verschiedener Stämme in Nordamerika aufgebaut. Mit ihrer Firma ermöglicht die Lindauerin Menschen den direkten Kontakt mit den Stämmen der Blackfoot, Cheyenne oder Apachen. So entstand auch der Kontakt zum – übrigens Deutsch sprechenden – Murray Small Leg.
Der echte Indianer ist aber nur ein Part des neuen touristischen Angebots; ein anderer ist der Einsatz von Pferden zum Persönlichkeitstraining. Die imposanten Vierbeiner gelten als Spiegel der Seele und können Menschen offen und ehrlich vermitteln, wie sie sie einschätzen. Karin Walz aus Überlingen ist auf diesem Gebiet sehr bewandert, nutzt Pferde sogar für Führungskräftetrainings. „Durch die Arbeit mit Pferden lernt man konsequent zu sein und Stehvermögen zu zeigen“, sagt sie und ergänzt, dass Pferde menschliche „Masken“ durchschauen könnten. Mit Wildem Westen im klassischen Sinn hat das Seminar „Horsemanship & Indian Leadership“ also nicht allzu viel zu tun – eine spannende Möglichkeit, die Ostbaar touristisch attraktiver zu machen ist es aber allemal.
