Dass die Urviecher ihr Häsabstauben im Weinbrenner-Saal abhielten lag schlichtweg am Platz und nicht am Geld. Das Häsabstauben hätte einfach die räumlichen Verhältnisse des neuen Vereinsheimes gesprengt. Am 5. Februar wird erstmals ein Kappenabend im Urviecherheim stattfinden. Außerdem leisten die Urviecher mit der Bewirtschaftung der legendären Besenwirtschaft im Kuhstall im Hindenburgpark einen wichtigen Erhalt zur „Dieremer Fasnet“ am Schmotzige und Fasnetmendig. Das traditionelle Heringsessen wird nicht wie früher im Bohrturm, sondern im Vereinsheim stattfinden.
Ein Dank Nanns ging an „Rautze“ Markus Heinemann, der im elften Jahr seines Wirkens nach der Saison seinen Taktstock als Dirigent der Guggenmusik weitergeben und nur noch als Musiker mitwirken wird. Die Nachfolge ist noch ungeklärt. Er habe das Niveau der Gugge nicht nur gehalten, sondern sogar noch vorangetrieben, lobte Matthias Nann.
Drei neue Buur und ein Wieb konnten bei der Sunthausener Narrenzunft der Kötach-Buur in die Reihen der Narren aufgenommen werden und wurden mit einem kräftigen „Kötach-Buur“ im voll besetzten Gasthaus Lehre-Post begrüßt. Sie schwörten für alle Zeiten der Narrenzunft in der fünften Jahreszeit treu zu sein und recht wenig zu schlafen, um auch nichts zu verpassen. Die Sunthausener Guggemusik „Die Taktlosen“ stimmten das traditionelle Häsabstauben musikalisch ein. Vereinsvorsitzender Jörg Schade freut sich mit seinen Narren auf die kommende Fastnacht und befreite diese mit Häswartin Tanja Steiger vom Staub der vergangenen Monate.
Zum Leben erweckt haben sich auch die Sunthausener Stierberghexen, die ihr Unwesen gleich im Bad Dürrheimer Hotel am Solegarten trieben und dort die meist ortsfremden Gäste erstaunten. Sie mussten nämlich dem Treiben bei der Taufe einer neuen Hexe zuschauen. Diese mussten allerlei über sich ergehen lassen. Wie einen Eimer mit blutigem Inhalt, einem seltsamen Trank, einem scharfen Auge und ein Gesicht voller Mehl.
Aus den Tiefen des Oberbaldinger Brunnens sind auch die Brunnä-Hex nach langem Schlaf wieder aufgestiegen. Nicht nur im eigenen Ort Oberbaldingen, sondern auch bei vielen Umzügen kann man die noch jungen Hexen mit ihren blau-weiß-rotem Häs sehen. Angefangen am kommenden Samstag, 8. Januar, beim Nachtumzug in Pfaffenweiler, für das sie ihr Häs bei Häswartin Jacqueline Ganter ordnungsgemäß abgestaubt haben. Die 21 aktiven erwachsenen Hexen, zehn jugendlichen Hexen und 10 Kinderhexen konnten sich wieder über vier neue Brunnä-Hex freuen, die im vergangenen Juli auf Unterzieren getauft wurden.
Mit musikalischen Fastnachtstönen des Fanfarenzuges der Biesinger Feuerwehr wurde am gestrigen Dreikönigstag traditionell die Moosloch-Hexe, die vorher völlig verdreckt aus dem Moosloch geholt worden war, wieder zum Leben erweckt. Sie reckte sich und streckte sich und trieb gleich ihr Unwesen in der Christian-Lehmann-Halle, wo Brunnä-Hex, Stierberghexen, Tigerschweine, Kötach-Buur und Urviecher dem Spektakel folgten. Der neue Zunftmeister Alexander Schwald konnte gleich fünf neuen Hexen ihre neue Holzschemme überreichen. Vier davon wurden aus dem eigenen Narrensamen herangezogen und dürfen jetzt, mit zwölf Jahren, endlich ihre Schemme tragen. Anschließend gab es für alle Maultaschen.
Narri, Narro: Tausende Narren in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg machen jedes Jahr während der fünften Jahreszeit die Straßen unsicher. Sie feiern und strählen sechs Tage lang ausgelassen. Alle Berichte, Bilder und Videos zur Fasnacht in der Region finden Sie im närrischen SÜDKURIER-Onlinedossier.
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