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Bad Dürrheim BI-Ansicht und Gutachten widersprechen sich bei Bodengutachten

04.07.2012
Bad Dürrheim -  „Wir können einfach nicht nachvollziehen, wie es zu solchen unterschiedlichen Meinungen kommen kann.“ Gerolf Wölfle von der Bürgerinitiative gegen die geplante Schweinezuchtanlage steht bei strömendem Regen auf dem Gewann Rauäcker, dem Grundstück, auf dem Urban Messner auf 10 000 Quadratmetern seinen groß dimensionierten Schweinestall plant. Bei der Durchsicht der Unterlagen ist Wölfle aufgefallen, dass die Bodenbeschaffenheit im Gutachten der von Messner beauftragten Firma mit „Junge Magnetite“ beschrieben sei.Im Gegensatz hierzu stehen die geografischen Aufzeichnungen der „Großherzöglichen badischen geografischen Landesanstalt Geisingen“ aus dem Jahr 1909. Eine Kopie derer liegt der Bürgerinitiative vor.

Gerold Wölfle und Günter Ulmer (von links) von der BI gegen die Schweinezucht schauen sich die geologische Karte an, auf der der Schieferboden eingezeichnet ist. Ein Widerspruch zu den Karten des Gutachtens, sagt die Bürgerinitiative.  Bild: Pohl/ Kurz

Gibt es ein neues Windgutachten? Dieses Gerät steht auf dem geplanten Baugrund. Im Hintergrund: der Solarpark Stierberg.  Bild: SK-Archiv

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Hierin wird ausgewiesen, der Untergrund auf dem Gewann sei „Lias Epsilon“. „Wir haben Bedenken, dass, wenn durch Baumaßnahmen die Gesteinsschichten freigelegt werden, die nötige Feuchtigkeit verdunstet“, sagt Wölfle. Das hätte nach seinen Informationen zur Folge, dass sich die dünnen Schieferschichten aufblättern. In dem dadurch entstehenden Freiraum könnten sich Kristalle bilden, die dann zu einer Ausdehnung des Bodens führen. „Dadurch kann sich der Bauuntergrund um bis zu zwei Meter anheben“, erklärt Wölfle die möglicherweise eintretenden Schäden.

Folglich könnten die Mauern des Gebäudes und so die große Sorge der Bürgerinitiative vor allem die zwei Meter im Boden versenkten Güllebehälter Risse bekommen. Das würde bedeuten, dass die Gülle austreten und direkt ins drei Meter weiter unten vorkommende Grundwasser absickern könnte. Die Vertreter der BI fürchten dadurch eine „Naturkatastrophe“. „Es besteht ein Restrisiko. Und das darf bei so einem Bauvorhaben nicht sein“, betonte Wölfle bestimmend.

Bauherr Urban Messner äußerte gegenüber dem SÜDKURIER, er könne zum Gutachten nichts sagen. „Wir haben im Vorfeld der Planungen den Baugrund geprüft“, betont der Oberbaldinger Landwirt.

Einen weiteren Grund, den die Bürgerinitiative für ungeklärt hält, sind die Besitzverhältnisse auf dem Gewann Rauäcker. „Ein Großteil des Gebietes gehört mir bereits“, sagt der Messner. Während der Regen unaufhörlich herunter prasselt, zeigt Jürgen Efinger auf einen Masten, der den Wind ermittelt: „Seit einigen Wochen steht er hier mitten auf dem Feld.“ – Um das Windgutachten des Deutschen Wetterdienstes zu ergänzen, sei das Gerät aufgebaut worden, erklärt Urban Messner. Dieser Punkt hatte in der Gemeinderatssitzung in Öfingen Mitte Mai für Erstaunen innerhalb der Bevölkerung gesorgt, schließlich wurde im Gutachten eine Windkarte aus der ähnlich beschaffenen Landschaft um Lahr zur Hilfe hinzu gezogen.

Neben Güllegestank, Grundwasserschutz und Erschließung steht die Bodenbeschaffenheit im Fokus der Bürgerinitiative. Auch in diesem Punkt sind sie sich einig: „Wir fordern, dass unbedingt eine DIN-gerechte Befundung stattfindet, denn man kann kein Großbauvorhaben auf einen restrisikobehafteten Untergrund stellen.“

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