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Themenpaket: BM-Wahl-Rickenbach

Rickenbach Bilder: Die Bewerber und ihre Positionen (15 Bilder)

<b>Reimund Dohmen</b> (Listenplatz 1) präsentierte sich als »der einzige Kandidat, der über Verwaltungs- und kommunalpolitische Erfahrung verfügt und der nach Rickenbach ziehen will«. Neben Gemeinschaftsschule, Ausbildungsplätzen und Arbeitsstellen bilde Baulandpolitik einen seiner Schwerpunkte: »Neues Bauland sollte für eine gewisse Zeit jungen Familien aus Rickenbach reserviert bleiben.« In der Gemeinde müsse mehr für Senioren geschehen. Der 57-jährige Finanzdienstleister aus Langerwehe sagte, er stehe auch für eine zweite, wenn auch nicht komplette Amtszeit zur Verfügung.
<b>Elke Maisl</b> (Listenplatz 3) aus Egg bezeichnete sich als »sozial engagierte Frau, die Verantwortung übernimmt und mitträgt«. Sie habe das in früheren Positionen bereits für über 20 Mitarbeiter getan und versprach, das Bürgermeisteramt mit »emotionaler Intelligenz« auszuüben. Die 54-Jährige Betriebswirtin erklärte, die Gemeinde müsse jungen Familien Bauflächen anbieten, eine »Glasfaserleitung bis Altenschwand und Strick« schaffen, Verbesserung der medizinischen Betreuung durch Bildung einer Interessengemeinschaft mit den Ärzten erreichen.
<b>Philipp Tefert</b> (Listenplatz 4) sagte über Rickenbach, wo er seit 2006 lebt: »Das größte Potential liegt in der Natur und der Landschaft.« Beides seien wichtige Faktoren bei der Ansiedlung neuer Unternehmen. Die Zusammenarbeit mit den anderen Hotzenwald-Gemeinden müsse intensiver werden - »sollte es zu einer weiteren Gemeindereform kommen, müssen wir bereits eine Einheit sein«. Das Pumpspeicherwerk und Tetrafunk lehnte der 44-jährige Industriekaufmann ab. »Mit der Windkraft müssen wir uns noch beschäftigen.« Er nannte den Bau eines Öko-Hotels als touristisches Projekt.
<b>Marco Kässheimer</b> (Listenplatz 7) erklärte, seit seinem FH-Studium der Betriebswirtschaft »in Führungs- oder führungsnahen Positionen gearbeitet« zu haben. Er habe sieben Berufe, die drei wichtigsten darunter seien : »Kaufmann, Betriebswirt, Rettungssanitäter«. Nun wolle er dies für die Gemeinde fruchtbar machen: »Ich habe meine Kenntnisse und Erfahrungen bisher an marktorientierten Unternehmen vergeudet.« Einzelversprechungen werde er nicht machen, so der 43-Jährige Wutöschinger, denn: »Jeder Bereich ist wichtig!«
<b>Michael Krane</b> (Listenplatz 8) griff indirekt seinen Mitbewerber Zäpernick an, indem er fragte: »Wie soll ein Bürgermeister Teil einer Gemeinde werden, wenn er nicht in der Gemeinde wohnt?« Ihm seien im Falle seiner Wahl bereits die 15 Kilometer nach seiner Heimatstadt Bad Säckingen zu viel, weshalb er und seine Familie dann auf jeden Fall nach Rickenbach ziehen würden. Die Gemeinschaftsschule sei durch die Genehmigung noch nicht gesichert. »Geld, das hier mehr ausgegeben wird, muss an anderer Stelle eingespart werden.« Beifall erhielt der 41-Jährige als er die anonymen Schreiben und Flugblätter gegen Mitbewerber Link verurteilte: Wer sich nicht traue, öffentlich zu reden, solle schweigen.
<b>Pierre Keller</b> (Listenplatz 9) kam bei seiner Vorstellung mit dem geringsten Zeitkontingent aus - gerade einmal fünf der zugestandenen acht Minuten. Auf Berichte über seine Verurteilung wegen Zuhälterei und eine anstehende Revisionsverhandlung wegen Diebstahl anspielend, sagte der 42-jährige Luttinger: »Die Presse scheint über meine Vergangenheit besser bescheid zu wissen als ich selber.« Keller bezeichnete sich als »Nicht-Bürokrat«. Er sagte: »Ich bin nicht studiert, ich bin ein ganz normaler Arbeiter - wie sie auch. Das braucht Rickenbach.«
<b>Tobias Link</b> (Listenplatz 10) erklärte: »Ich beschäftige mich mit Kommunalpolitik nicht erst seit die Gemeinde Rickenbach die Stelle des Bürgermeisters ausgeschrieben hat.« Der 42-jährige Rechtsanwalt und CDU-Gemeinderat aus Korntal betonte, er und seine Familie würden im Falle seiner Wahl selbstverständlich nach Rickenbach ziehen, das habe mit »innerer Einstellung und Identifikation« zu tun. »Meine Kinder werden hier Kindergarten und Schule besuchen, meine Frau wird hier einkaufen.« In seinen Sachaussagen sprach sich Link unter anderem für die Entwicklung eines Zukunftsprojekts aus, das er zusammen mit den Bürgern erarbeiten wolle.
<b>Holger Irion</b> (Listenplatz 11) aus Binzgen bekannte: »Ich habe kein Gymnasium und kein besonderes Diplom.« Dafür verbinde ihn mit Rickenbach seine Herkunft. »Ich bin auch ein Stück Wälder.« Als sein größtes Manko bezeichnete der 42-jährige gelernte Koch seine mangelnde Verwaltungserfahrung. Die wichtigste Eigenschaft eines Bürgermeisters besitze er aber, ein stets »offenes Ohr«. »Die Hotzenwälder sind bekannt als ein eigenes Volk - aber auch ich bin eigen.« Die Schwerpunkte seiner Arbeit würden sich im »nächsten halben Jahr einspielen«.
<b>Joachim Rünzi</b> (Listenplatz 14) berichtete von den Gesprächen, die er in den vergangenen Wochen mit verschiedenen Stellen zu Sachthemen geführt habe. Er habe bereits an die Landesregierung weitergeleitet, dass eine Verbesserung der Notarztversorgung über eine Kooperation mit der Mutter-Kind-Klinik möglich sein könnte, in Stuttgart habe man versprochen, eine solche Option zu prüfen. Der 34-jährige stellvertretende Geschäftsführer Rünzi machte kein Geheimnis aus seiner Homosexualität. Er sei da ein ganz anderer Typ als Norbert Moosmann: »Ich stelle mich nicht hier hin und sage: ,Ich bin ledig und suche ein Schwarzwaldmädel.'« Einen Umzug von Waldshut nach Rickenbach schloss Rünzi aus.
<b>Axel Lais</b> (Listenplatz 15) stellte seine Ausbildung an der Fachhochschule Kehl in den Mittelpunkt: »Ich habe mich von der Hauptschule bis zum Studium hochgearbeitet.« Und: »Ich möchte Bürgermeister werden, weil ich durch mein Studium die fachlichen Voraussetzungen dafür erfülle.« Der 37-jährige Diplomverwaltungswirt aus Schönau brachte die Idee ein, die Gemeinde solle nicht nur Baugrundstücke vermarkten sondern in Kooperation mit örtlichen Handwerkern auch Häuser zum Komplettpreis anbieten. Die medizinische Versorgung lasse sich durch eine Kooperation mit der Mutter-Kind-Klinik verbessern.
<b>Dietmar Zäpernick</b> (Listenplatz 19) nahm auf die vielen negativen Schlagzeilen aus der Moosmann-Zeit und danach Bezug: »Der Klamauk muss ein Ende finden. Dafür trete ich an!« Als Diplomverwaltungswirt habe er »die klassische Bürgermeisterschule durchlaufen«, im Landratsamt Lörrach trage er Führungsverantwortung für 35 Mitarbeiter. Der 48-Jährige warb um Verständnis dafür, dass er »vorerst« mit seiner Familie nicht nach Rickenbach ziehen könne, aber sein Wohnort Beuggen liege »nicht aus der Welt«. Weil in Rickenbach die SPD nicht präsent sei, biete er als Sozialdemokrat die beste Gewähr für unabhängiges Handeln in der Kommunalpolitik.
<b>Henning Tatje</b> (Listenplatz 22) redete als einziger ohne Manuskript. Als ehemaliger Kurdirektor sei er beschlagen in der Verwaltung und Kommunalpolitik. Beim Tourismus gab der 47-Jährige die Zielmarke von 125 000 Übernachtungen vor. Er schlug »Familienbauplätze« vor, was den Bestand der Gemeinschaftsschule sichern helfe. Tatje will vor der Errichtung von Windrädern Landschaftsplaner miteinbe-ziehen, »damit die schönsten Ausblicke nicht verstellt werden«. Bei der Solarenergie müsse Rickenbach es in die Solarbundesliga schaffen, da wo sein jetziger Wohnort Bad Grönenbach bereits sei.
<b>Reinhold Jesse</b> (Listenplatz 23) erklärte: »Wenn Sie einen Verwaltungsfachmann als Bürgermeister wollen, dürfen Sie mich nicht wählen!« Er bringe andere Qualitäten für die Arbeit im Rathaus mit ein: »Als Selbständiger bin ich gewohnt viel und lange zu arbeiten, Feierabend habe ich nie.« Als wichtigste Aufgabe des neuen Bürgermeisters bezeichnete der 53-jährige Rickenbacher Familien in der Gemeinde zu halten und neue Familien zu gewinnen. Dafür müsse beispielsweise die Gemeinschaftsschule entsprechend ausgestattet und die Kinderbetreuung besser auf die Bedürfnisse von Familien zugeschnitten werden.
<b>Kilian Kronimus</b> (Listenplatz 26) will die Einnahmesituation der Gemeinde Rickenbach verbessern und setzt dabei auf »Wind, Holz, Sonne, Biomasse und intakte Natur«. Eine Bürgergenossenschaft soll Windräder bauen und betreiben, dann könnten die Rickenbacher auch selbst über die Standorte der Anlagen entscheiden. Einen neuen Pumpspeicher lehnt Kronimus ab. Der 47-jährige Berufslehrer aus Albbruck will die Bürger an allen wichtigen Entscheidungen beteiligen - »sogar an der Dauer meiner Amtszeit«. Sollten zwei Drittel des Gemeinderats seinen Rücktritt fordern, werde er einen Bürgerentscheid abhalten und gegebenenfalls einen Hut nehmen.
<b>Thomas Grethler</b> (Listenplatz 28) möchte »den Bürgerinnen und Bürgern auf Augenhöhe begegnen und stets ein offenes Ohr für sie haben«. Der 52-jährige Einkaufsleiter aus Wehr breitete seine Themen nur stichpunktartig aus. Er bezeichnete sich als »parteiloser und unabhängiger Bewerber mit regionaler Verbundenheit«. Grethler bekannte aber auch: »Ich weiß noch viel zu wenig von und aus der Gemeinde.«
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Rickenbach
Die Bewerber und ihre Positionen
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18.02.2013
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