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Villingen-Schwenningen:  Immobilien in der Stadt gefragt wie nie

13.02.2012

So soll das Mehrfamilienhaus mit zehn Mietwohnungen in der Roten Gasse aussehen: Alle Wohnungen sind bereits reserviert.

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Hochwertige Immobilien sind gefragt wie nie: In der Doppelstadt verzeichnen alle Anbieter eine enorme Nachfrage. Nahezu alle aktuellen Neubauprojekte sind verkauft oder Interessenten haben sich vormerken lassen.

Der Preis scheint für eine gewisse Zielgruppe kaum eine Rolle zu spielen: So hat die Firma Top-Bau von sechs geplanten Einfamilienhäusern in der Hans-Thoma-Straße drei bereits verkauft, ein Haus ist reserviert – und das bei Preisen von rund 460 000 Euro. „Die Lage ist einfach klasse und die Architektur scheint genau ins Schwarze getroffen zu haben“, so Geschäftsführer Gregor Winderlich, der selbst überrascht war von dem großen Zuspruch. Die Käufer der Passiv-Häuser sind alle aus der Region, für die meisten war die Lage ausschlaggebend.

Familienheim-Geschäftsführer Sebstian Merkle registriert ebenfalls eine enorme Nachfrage nach den Neubau-Wohnungen in der Roten Gasse. Die Baugenossenschaft plant dort drei Einfamilienhäuser und drei Mehrfamilienhäuser. Zwei davon sind für Mieter vorgesehen: „Ein Haus mit zehn Wohnungen ist bereits komplett reserviert und für das zweite gibt es schon viele Voranfragen“, so Merkle. Und das bei einem Quadratmeterpreis von acht Euro Kaltmiete. Damit wendet sich die Familienheim an eine gutverdienende Klientel, zum Beispiel Ärzte, die bewusst mieten wollen oder leitende Angestelle. Ganz klar registriert Sebastian Merkle eine gestiegene Anspruchshaltung: „Die Leute wollen etwas Schönes haben für ihr Geld.“ Auch spiele der energetische Standard eine große Rolle. „Wir wollen ja auch in paar Jahren noch auf dem neusten Stand sein und da müssen wir jetzt investieren.

“ Sebastian Merkle ist klar, dass sich die Wohnungen und in einem späteren Bauabschnitt die Häuser, nicht jeder leisten kann. „Wir wollen als Baugenossenschaft für alle etwas anbieten.“ Merkle macht klar, dass die Familienheim auch konsequent an der Sanierung des alten Wohnungsbestandes arbeitet: „Da sind rund 80 Prozent saniert.“ Im Moment sei nahezu alles vermietet, wenn sich jetzt eine Familie auf der Suche nach einer größeren Wohnung meldet, müsse sie zumindest eine gewisse Wartezeit einkalkulieren. Die Familienheim bietet mit ihren Projekten in der Roten Gasse Wohnraum im „begehrtesten“ Gebiet der Stadt.

„Die Südstadt ist immer noch der Renner“, bestätigt Reiner Müldner von der Immobilienabteilung der Sparkasse Schwarzwald-Baar. Auch seine Abteilung verzeichnet eine „extrem hohe Nachfrage“ nach hochwertigen Immobilien. „Wir könnten wesentlich mehr losbekommen als wir im Angebot haben“, so Müldner. Das historisch niedrige Zinsniveau sorge dafür, dass die Euros nicht in den Sparstrumf wandern sondern in eine Immobilie. Thilo Harm, Leiter der Deutschen Bank in Villingen, erwartet auch für 2012 niedrige Zinsen für die Baufinanzierung. Durch die hohe Immobilien-Nachfrage seien die Preise gestiegen, so spricht die Deutsche Bank von einem Preisanstieg für ein Einfamilienhaus in Villingen von rund 12,2 Prozent – kostete es vor fünf Jahren noch 245 000 Euro, müsse man heute 275 000 Euro bezahlen.

Immobilienmakler Jürgen Hornstein weiß: „Es gibt immer mehr Kunden, die ein Haus quasi bar bezahlen.“ So wird das Geld aus einer Erbschaft oder einer Lebensversicherung gleich in eine Immobilie investiert. Die große Nachfrage nach hochwertigen Objekten registriert auch Fachmann Hornstein. „Das sind oft Akademiker oder Selbstständige, die eventuell eine Wohnung oder ein Haus verkauft haben und entsprechendes Kapital mitbringen.“ Für diese Leute seien Objekte ab 400 000 Euro aufwärts interessant. Laut Jürgen Hornstein gibt es auch eine breite Schicht, die ein Kaufinteresse an Objekten bis maximal 220 000 Euro haben. „Hier wird das Angebot aber schon dünn.“ Fast völlig leergefegt sei der Markt an Eigentumswohnungen.

Walter Rombach, Geschäftsführer der SWR-Bau, bietet Eigentumswohnungen, aktuell in einem Neubauprojekt am Warenburgplatz an. Bis auf eine Penthouse-Wohnung ist alles verkauft. „Das läuft wirklich gut“, so Rombach. Vor allem mit der stadtnahen Lage, der hochwertigen Ausstattung und dem Energiestandard Kfw 70 kann die Firma punkten. Rombach setzt bei der Energieversorgung auf Erdwärme. „Da haben wir viel Erfahrung und das funktioniert hervorragend.“ Als nächstes plant SWR-Bau ein Zehn-Familien-Haus in der Herdstraße.

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